Bildverarbeitungssystem

Wer bremst – verliert

Geschwindigkeit ist bei Autos ein unbestritten wichtiger Faktor – und das beginnt schon in der Produktion ihrer kleinsten Komponenten. In der Herstellung von Planetenrädern für 9-Gang-Automatikgetriebe setzt ein Automobilhersteller auf Hochgeschwindigkeits-Wälzfräsmaschinen von Felsomat.

Ausgestattet mit einem integrierten Bildverarbeitungssystem von Cognex stellt Integrator i-mation sicher, dass der Maschine ohne Zeitverlust stets nur die richtigen Rohlinge zugeführt werden.

Zwei Rohlinge im Blick: Das In-Sight 7010 Bildverarbeitungssystem prüft Vorhandensein, Typ und Lage der zu bearbeitenden Werkstücke in weniger als 30 Millisekunden.

Wenn das Flexible Hobbing Center 80 von Felsomat, kurz FHC 80, auf Hochtouren läuft, dann bearbeitet es Werkstücke innerhalb von weniger als sieben Sekunden, bei der zeitgleichen Bearbeitung von zwei Werkstücken sogar in nur sechs Sekunden. Aus einem glatten Rohling wird dann, je nach Voreinstellung der Maschine, ein sauber gefrästes Planetenrad mit individueller Verzahnung. Die ultrakurze Bearbeitungszeit erreicht das FHC 80 unter anderem dank einem integrierten Beladesystem, das im Vergleich zu vorherigen Systemen weniger Manpower benötigt. Der sogenannte „Skewer Table“ wird initial von einem Produktionsmitarbeiter bestückt und steht dann für die Fräsmaschine zur Verfügung. Startet das Bearbeitungsprogramm, ist grundsätzlich keine Beaufsichtigung durch das Bedienpersonal nötig: Ab dann hat das In-Sight 7010 ein Auge auf die Zuführung der richtigen Rohlinge und stellt in nur wenigen Millisekunden fest, ob auch das korrekte Material eingespeist wird.

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Die kompakte Smart-Kamera ist direkt an der Werkstückzuführung des FHC 80 installiert. In ca. 50 cm Abstand befindet sich eine Kippeinheit mit zwei Dornen, die in waagrechter Position über eine automatische Zuführung bestückt wird. Die Kippeinheit schwenkt zurück in die Senkrechte, direkt vor die Linse des In-Sight 7010, deren Fokus bereits anwendungsspezifisch voreingestellt ist. Die Kamera nimmt im Gegenlicht ein Bild vom rechten Rand der Rohlinge auf und gleicht die so erfassten Maße der Kanten softwareseitig mit den Soll-Vorgaben des vorher gewählten Fräsprogrammes ab.

Geprüft in 30 Millisekunden

Bei Felsomat hat Integrator i-mation für den Endkunden acht verschiedene Prüfprogramme auf dem Bildverarbeitungssystem hinterlegt. Drei Kriterien sind zu prüfen: Zunächst die grundsätzliche Anwesenheit eines einzelnen oder zweier Werkstücke, das Vorhandensein des „richtigen“ Typs und dessen korrekte Lage. Ob das Werkstück ein Rohling oder bereits bearbeitet ist, wird hier ohne Prüfung als „OK“ bewertet – den Check dieses vierten Kriteriums kann der Kunde bei Bedarf jederzeit ergänzen.

„Erkennt“ die Software des Bildverarbeitungssystems, dass eines der Kriterien nicht erfüllt ist, wird dieses im Kontrollpanel der Anlage rot markiert und die Maschine schleust das entsprechende Werkstück über die N.O.K. (not o.K. oder auch N.i.O. not in order)-Schublade aus. Dies geschieht zum Beispiel, wenn der Istwert der Kantenlänge des Rohlings vom vorgegebenen Sollwert in der Programmierung abweicht. An dieser Stelle muss dann wieder das Bedienpersonal eingreifen und prüfen, ob die Werkstücke im Skewer Table zum voreingestellten Bearbeitungsprogramm passen und korrekt zugeführt werden. Das Prüfprogramm des Bildverarbeitungssystems verhindert auf diese Weise eine falsche Bestückung der Fräsmaschine und damit deren eventuelle Beschädigung. Eine weitere mögliche Fehlermeldung ist auch das simple Fehlen eines Werkstücks: Zwar stellt schon vorher die Vorschubkontrolle bei der automatischen Bestückung fest, ob die richtige Anzahl an Teilen auf den Dorn geschoben wird. Aber erst das In-Sight-System verifiziert absolut zuverlässig, ob gilt „Teil vorhanden“ oder nicht. Steht für das einzelne oder beide Werkstücke die Markierung aller Kriterien auf grün, erhält der Greifer das Signal, die Rohlinge vom Dorn aufzunehmen und auf eine Bearbeitungsspindel zu stecken.

Insgesamt dauert der einfache Prüfvorgang durch das Bildverarbeitungssystem nicht mehr als 30 Millisekunden und die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung kann quasi „ungebremst“ fortgesetzt werden. Denn auch in der Automotive-Fertigung kommt es auf eine kosteneffiziente und schnelle Fertigung an und es gilt: Wer bremst – verliert. ee

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