Nominierung Produkte des Jahres 2025
Arburg: Anlage zur vollautomatischen Fertigung von Gehäusen mit „digitalem Produktpass“
Eine Turnkey-Anlage produziert Vakuumgehäuse, die in linearen Robot-Systemen Multilift von Arburg verbaut werden. Die vollautomatisierte und digital vernetzte Fertigung zeigt, wie Digitalisierung und Automation Hand in Hand arbeiten, um Kunststoffteile effizient und zu 100 Prozent rückverfolgbar und recyclingfähig zu produzieren. Die Turnkey-Anlage umfasst eine vertikale Spritzgießmaschine Allrounder 375 V, einen platzsparend hängend montierten Sechs-Achs-Roboter, eine Laserstation, eine optisches Prüfsystem sowie das Scada-System Arburg Turnkey Control Module (ATCM).
Der Sechs-Achs-Roboter überführt zwei bereitgestellte Metallbuchsen ins Werkzeug, wo sie mit glasfaserverstärktem Polyamid PA6 (GF30) umspritzt werden. Die Spritzteile werden nach Entnahme aus dem Werkzeug in einer Laserstation mit zwei QR-Codes gekennzeichnet – für eine teilespezifische Rückverfolgung sowie das Auslesen von R-Cycle-Informationen. Das Scada-System ATCM ist die Schlüsseltechnologie zur Verknüpfung und Rückverfolgung von Material- und Prozessdaten. Bei dem Exponat werden zum einen die teilespezifischen Daten aus dem Spritzgießprozess sowie der Automation erfasst und mit den Ergebnissen der optischen Überprüfung des Einlegeteils verknüpft. Über die Bauteil-ID ist eine eindeutige Identifizierung jedes einzelnen Produkts gewährleistet und die Teilequalität lückenlos dokumentiert.
Die Anwendung ist auch ein Praxisbeispiel für die Initiative R-Cycle: Das ATCM gibt bereits während der Herstellungsphase aufbereitungs- und recyclingrelevante Daten über einen definierten Produktionszeitraum weiter. Dies geschieht mittels eines so genannten Barcode-Standard GS1 (Germany Guideline „Circular Plastics Traceability“). R-Cycle ermöglicht damit einen standardisierten Datenaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg. Die Daten werden in digitalen Produktpässen hinterlegt.
Arburg bietet als Generalunternehmer Turnkey-Anlagen aus einer Hand und hat die Schlüsseltechnologie ATCM selbst entwickelt. Die kompakte Turnkey-Anlage für das automatisierte Umspritzen von Einlegern und die rückverfolgbare Teilefertigung ist eine anspruchsvolle Fertigungslösung mit hoher Autonomie. Durch den konsequenten Einsatz von Digitalisierungslösungen lassen sich die einzelnen Prozessschritte über eine durchgängige Daten- und Informationskette verbinden und so Teilequalität und Ausbringung lückenlos rückverfolgen. Das Praxisbeispiel „Vakuumgehäuse“ wurde auf der Fakuma 2024 erstmals präsentiert und ist auch ein Praxisbeispiel für im Rahmen der Initiative R-Cycle, das zeigt: Mit Hilfe digitaler Produktpässe können recyclingrelevante Informationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Beispiel von nachfolgenden Verarbeitern, Endverbrauchern und Recycling-Unternehmen eingesehen und genutzt werden. Das bildet den Ausgangspunkt für kreislauffähige Prozesse und eine bestmögliche Wiederverwertung.
Die Anlage ist nominiert in der Kategorie Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung.










