Automatisiertes Handling von Leiterplatten
Stapeln nach Wunsch
In einer flexiblen Roboterzelle lassen sich große, sensible Bauteile mit einem Siebenachs-Roboter ein- und ausstapeln. Das System benötigt nicht viel Platz und richtet sich nach Kundenanforderungen.
Von LHMT, Hersteller von CNC-Bearbeitungszentren für die Leiterplattenfertigung, kommt eine neue Automatisierungslösung auf der Basis einer hochflexiblen Roboterzelle in Systembaukastenformat. Mit ihr wird nun auch das Ein- und Ausstapeln kompletter Fertigungslinien mittels Roboter adaptiv automatisiert. Auf wenig Platz lassen sich sensible Bauteile mit einer Größe von 610 mal 550 mal drei Millimeter in eine Prozesslinie ein- beziehungsweise aus einer Prozesslinie ausstapeln. Die Anlage ist so aufgebaut, dass sie sich direkt in vorhandene Linien einbinden lässt – aber auch eine individuelle Anpassung für den Kunden ist möglich. Mit einem Sieben-Achs-Roboter vom Typ SIA10 von Yaskawa Motoman ist es möglich, die Leiterplatten samt Saugrahmen mit einem Stückgewicht von zehn Kilogramm auf kleinstem Raum bewegen zu können.
Die Werkstücke werden mittels Roboter einer externen Prozesslinie der Roboterzelle zu- oder von dieser abgeführt. Durch die Roboterfunktion können kundenspezifische sowie bereits vorhandene Warenträger und verschiedene Lagen der Ablagepositionen realisiert werden. Ein 2D-Barcode-Scanner erkennt die an den Werkstücken vorzunehmenden Bearbeitungsprozesse und übermittelt die Aufgabe an den Roboter. Die empfindlichen Leiterplatten werden mittels Vakuumsaugrahmen am Galvanorand gegriffen, wobei die Positionen der einzelnen Sauger manuell einstellbar sind. Als Option kann der Saugrahmen auf verschiedene Plattenformate verstellt werden. Der Roboter vermisst mittels Laser seine Ablageposition für die Leiterplatte und kann diese präzise und positionsgenau einem Warenträger oder auch der Prozesslinie übergeben.
Die Werkstücke werden je nach Aufgabe ein- oder ausgestapelt. Beim Ausstapeln können teilweise spezielle Zwischenlagen zwischen die einzelnen Werkstücke eingelegt werden, oder aber die Leiterplatten werden durch die Anlage geschleust. Beim Einschleusen der Leiterplatten in die Prozesslinie wird ein beladener Warenträger in die Roboterzelle eingesetzt und stückweise entladen. Auch hier besteht die Möglichkeit, dass zwischen den empfindlichen Werkstücken spezielle Zwischenlagen liegen. Diese werden mittels Farbsensor erkannt und ausgeschleust. Die Taktzeit beträgt rund acht Sekunden, samt Ein- und Ausschleusen von Zwischenlagen werden etwa 17 Sekunden benötigt.
Da es sich beim Aufbau dieser Roboterzelle um ein Baukastensystem handelt, lassen sich die Baugrößen, Robotertypen und Anpassungen individuell den konkreten Anwendungen anpassen.
pb








