Meinung

Was bitte sind Umsetzungszentren?

,,Sehen Sie, so ist das eben: Die gibt es in Deutschland nicht, deshalb kennt sie keiner. Weshalb sie aber niemand ernsthaft einfordert, das ist mir unverständlich..." So hörte ich es neulich am Telefon von einem langjährigen SCOPE-Leser. Auslöser war unsere www-Übersicht ,,Technologieparks" in der Mai-Ausgabe.

Mein Telefon-Gesprächspartner ist weltweit unterwegs und betreut Industrieprojekte mit Hochtechnologie-Einsätzen: Ständig auf der Suche des technisch machbaren. Sein Problem: Wie komme ich an neue Entwicklungen heran? Seine Erfahrung: In den Schreibtischschubladen vieler Unternehmen, Technologiezentren, Forschungsinstitute und Universitäten liegen praxisnahe Lösungsansätze ungenutzt herum. Sein Vorschlag: Umsetzungszentren sollten diese Technologie-Schläfer sammeln, bewerten, anbieten, bewerben und vermarkten. Für neue verkäufliche Produkte ist sogar der Aufbau von Vorzeige-Fertigungslinien denkbar, in die dann Unternehmen einsteigen können.

Das Umsetzungszentrum ist eine Idee, die sich sicherlich organisatorisch, technisch und finanziell realisieren ließe. Wahrscheinlich könnten solche Zentren nach einigen Jahren ihrer Tätigkeit sogar finanziell von irgendwelchen Fördergeldern unabhängig werden. Die Wirkung solch einer Maßnahme für Industrie, Staat und Gesellschaft kann nur positiv ausfallen: Technologie-Führungsrollen, Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze,...

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Vorbilder finden sich zum Beispiel in Japan (Wissenschaftszentrum TSUKUBA mit 100.000 Wissenschaftlern), in den USA (Forschungszentren für Schlüssel-Technologien TRIANGLE) und auch einige Länder Afrikas betreiben Umsetzungszentren für die Bereiche Solarenergie, Bewässerung und Medizin.

Hier in Deutschland stellen sich die Fragen: Brauchen wir Umsetzungszentren? Welche Arbeitsfelder wären besonders gut geeignet? Wer sollte den Startschuß für solch eine Initiative abgeben?

Vielleicht bringen Sie uns mit Ihrer Meinung, Ihren Ideen und Erfahren ein Stückchen näher an Umsetzungszentren heran.

Ihr

Dieter Capelle, Chefredakteur

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