Meinung
Innovation sucht neue Wege
Innovation ist die Triebkraft des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus – und ein Garant fürs Überleben. Was den Maschinenbau in der Fertigungstechnik aktuell vorwärts treibt, zeigte einmal mehr der handling award, der vor wenigen Wochen auf der Motek verliehen wurde. Aber weil auch Nationen wie China massiv ins lukrative internationale Geschäft drängen – dafür soll Know-how aus den führenden Industrienationen importiert werden – ist es nötig, dass Unternehmensspitzen die Innovationsfähigkeit des Betriebs im Auge behalten. Innovationsmanagement nennt sich das. Dazu konferierten im Juni rund 400 Forscher und stellten fest: Das klassische Innovationsmanagement ist ad acta gelegt. Bei den Forschern spielt es schon keine Rolle mehr. Sie fordern stattdessen eine radikale Umkehr in den Unternehmen bei der Generierung neuer Ideen.
Die Unternehmen sollen sich verstärkt Innovationsprozessen öffnen und deren wachsende Bedeutung anerkennen. Das Management muss demgemäß eine Innovationskultur im Unternehmen ausdrücklich fördern und ihr auch Ausdruck verleihen. Das klingt einfacher, als es ist. Auf entsprechende Unterstützung warten Innovationsträger in vielen Firmen zu lange. Gleichzeitig ergeben sich aber auch Widersprüche, die schwer zu knacken sind und das Management fordern. David Cropley von der Uni of South Carolina zählt sie auf: Kreativität wird von den Mitarbeiter genauso verlangt, wie sie auch abgelehnt wird. Auf der Kundenseite ist Innovation ganz klar eine Forderung. Oft heißt es aber auch: Aber bitte keine Überraschungen.
Erfahrene Innovationsmanager setzen weiter auf Diversität im Team und erfahren immer wieder: Unterschiedliche Wissenshintergründe wirken fördernd, müssen es aber nicht sein. Zuviel Unterschied ist einfach nicht gut. Im Trend liegt dagegen die Co-Creation: Innovationsentwicklung in Zusammenarbeit mit Kunden. Hier werden seitens der Nutzer Forderungen und Wünsche formuliert, die im Team realisiert werden können. Ein derartiges Innovationsmanagement zielt direkt auf den Markt. In Ansätzen erleben wir dies bereits im Maschinen- und Anlagenbau. Hier ist die Innovation auf den richtigen Weg gebracht.
Ihr
Bernd Waßmann
stellv. Chefredakteur









