Coronavirus / Covid-19
Desinfektionsroboter auf dem Vormarsch
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie spielen weltweit Roboter eine wichtige Rolle: Sie desinfizierten Oberflächen und bringen medizinische Materialien. Auch die IFR meldet einen Nachfrageanstieg von Medizin- und Servicerobotern.
Bei der Bekämpfung des Coronavirus SARS CoV-2 weltweit spielen Roboter eine entscheidende Roll, vor allem in der Oberflächendesinfektion beispielsweise Krankenhäusern. Seit Ausbruch des Virus ist laut einer Mitteilung der International Federation of Robotics die Nachfrage nach dem Desinfektionsroboter UVD des dänischen Herstellers Blue Ocean Robotics stark gestiegen. Allein chinesische Krankenhäuser bestellten mehr als 2.000 dieser Roboter. Eingesetzt wurden sie in Wuhan. Derzeit werden die Roboter aber in mehr als 40 Ländern.
Anstieg bei der Nachfrage nach Desinfektionsroboter
Die Desinfektionsroboter UVD nutzen ultraviolettes Licht (UV-C), um Krankheitserreger abzutöten. Der Roboter ist mit dem IERA-Award ausgezeichnet worden, einem Innovationspreis, der gemeinsam von der IEEE und der International Federation of Robotics (IFR) verliehen wird. »Mit unseren Robotern helfen wir dabei, eines der größten Probleme unserer Zeit zu lösen: die Verbreitung von Viren und Bakterien einzudämmen und damit Leben zu retten«, sagt Claus Risager, CEO von Blue Ocean Robotics. „Die Nachfrage für den UVD ist mit Ausbruch der Covid-19-Infektionen sprunghaft gestiegen. Unsere Bestandskunden kaufen deutlich mehr Geräte als vor der Krise, aber auch viele neue Kunden bestellen die UVD-Roboter zur Bekämpfung von Coronaviren und anderen schädlichen Mikroorganismen.“

Kuka-Roboter sortiert Blutproben
Eine Roboteranlage kontrolliert und sortiert im Universitätsklinikum Aalborg bis zu 3.000 Blutproben am Tag. Mitarbeiter werden so entlastet, Abläufe optimiert.
Blue Ocean Robotics verzeichnete in den letzten zwei Jahren ein jährliches Umsatzwachstum von mehr als 400 Prozent. Roboter bewegt sich autonom Der dänische Roboter fährt autonom durch Operationssäle und Patientenzimmer und bestrahlt alle kritischen Oberflächen mit der optimalen Menge an UV-C-Licht, um Viren und Bakterien abzutöten. Je intensiver der Roboter eine Oberfläche bestrahlt, desto mehr schädliche Mikroorganismen werden zerstört. 99,99 Prozent aller Viren und Bakterien in einem typischen Patientenzimmer sind innerhalb von 10 Minuten abgetötet.
Einsatz auch in Büros und Schulen
Die Einsatzbereiche der Roboter sind aber nicht auf Krankenhäuser beschränkt, sondern erstrecken sich auch auf Flughäfen, Schulen oder Büros: „Der UVD-Roboter unterstützt das Reinigungspersonal bei ihrer Arbeit“, erläutert Risager. Aus Sicherheitsgründen arbeiten die Geräte in den Räumen selbstständig und schalten das UVC-Licht sofort automatisch ab, sobald jemand den Raum betritt. „Das Potenzial der Roboter, uns bei der aktuell schweren Corona-Pandemie zu unterstützen, ist enorm“, so Dr. Susanne Bieller, Generalsekretärin der IFR. „Sie unterstützen uns im Gesundheitswesen, aber auch bei der Entwicklung, Prüfung und Herstellung von Medikamenten, Impfstoffen und anderen medizinischen Geräten und Hilfsmitteln. Desinfektionsaufgaben - wie sie der UVD-Roboter durchführt - oder die sichere Verteilung von Krankenhausmaterial in Quarantänezonen ohne menschlichen Kontakt - die beispielsweise der mobile Roboter Phollower von Photoneo leistet, sind nur zwei von vielen Beispielen.“
Der Roboter Phollower wurde unter dem Arbeitstitel Pathfinder entwickelt. Als autonomer mobiler Roboter der neuen Generation eignet er sich für den Materialtransport und -transport in Lagerhäusern, Krankenhäusern, Hotels und Fabriken. Er hilft beispielsweise dem Personal in Krankenhäusern bei der Verteilung von Medikamenten, Wäsche und anderem Materialien an den jeweiligen Arbeitsplätzen. Dabei kann er maximal 100 kg tragen und maximal 350 kg ziehen. Er spart Zeit und es sind keine Anpassungen der Räumlichkeiten erforderlich; der Roboter kann sich überall, auch über Aufzüge, ohne Schwierigkeiten bewegen kann.
Medizinroboter bilden heute bereits einen eigenen, gut etablierten Serviceroboter-Markt mit beträchtlichem Wachstumspotenzial. Der Absatz von Medizinrobotern stieg im Jahr 2018 um 50 Prozent auf 5.100 Einheiten. Das geht aus dem von der IFR vorgestellten Bericht World Robotics hervor.









