Hoffnung auf automatica

Andrea Gillhuber/as,

Robotik und Automation: Investitionsflaute drückt Umsatz um 10 %

Die deutsche Robotik- und Automationsbranche blickt mit Sorge auf das laufende Jahr. Geopolitische Unsicherheit und wachsender internationaler Wettbewerb sorgen für Investitionszurückhaltung.

Pressekonferenz zur Automatica 2025: Dr. Matthias Glötzner, PR Manager automatica; Dr. Reinhard Pfeiffer, Geschäftsführer Messe München; Dr. Dietmar Ley, Vorsitzender VDMA Robotik + Automation und CEO von Basler; Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer VDMA Robotik + Automation. © Computer&Automation

Der Branchenumsatz im Bereich Robotik und Automation wird laut aktueller Prognose des VDMA-Fachverbands im Jahr 2025 voraussichtlich um 10 % auf 14,5 Milliarden Euro zurückgehen. Hauptgrund ist die spürbare Investitionszurückhaltung infolge geopolitischer Unsicherheiten und des zunehmenden internationalen Wettbewerbsdrucks.

Robotik und Automation aus Deutschland (Robotik, Machine Vision, Automated Solutions) © VDMA Robotik + Automation

„Die zum Jahresstart verkündete Umsatzschwäche der Branche hat sich in unserer aktuellen Prognose für das Jahr 2025 bestätigt“, erklärte Dr. Dietmar Ley, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation und Vorstandsvorsitzender der Basler AG. „Die Wachstumsaussichten sind derzeit bis zum Ende des Jahres in allen Teilbranchen eingetrübt.“

Unterschiedliche Entwicklungen in Teilbranchen

Innerhalb der Branche zeigen sich deutliche Unterschiede: Die Industrielle Bildverarbeitung stagniert mit einem prognostizierten Umsatz von 3,1 Milliarden Euro. Die Prognose für den Umsatz der Robotik hat sich von -3 % auf -5 % noch einmal leicht verschlechtert. Besonders stark betroffen sind die „Automated Solutions“, deren Umsatz laut VDMA um -15 % auf 7,7 Milliarden Euro zurückgehen dürfte.

Ergebnisse 2024 und Ausblick 2025 Automated Solutions © VDMA Robotik + Automation

Laut Ley ist insbesondere in den allgemeinen Automatisierungslösungen eine verzögerte Reaktion auf Konjunkturzyklen zu beobachten: „Wenn die Auftragspipeline einmal leer ist, dauert es lange, bis sie sich wieder füllt.“ Er betont: „2025 wird kein überbordendes Geschäftsjahr – und das hat auch Implikationen für 2026.“

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Gründe: Zölle, Unsicherheit, internationale Konkurrenz

Eine zentrale Ursache der Schwäche ist laut Verband die anhaltende Unsicherheit über internationale Handelsbedingungen, etwa durch schwankende Zölle. „Wenn der Kunde wüsste, ob morgen der Zoll komplett weg ist oder doppelt so hoch wird – aktuell blockiert das viele Investitionsentscheidungen“, sagte Ley. Die Unklarheit verhindere laut VDMA eine verlässliche Planung, insbesondere im Exportgeschäft.

Ergebnisse 2024 und Ausblick 2025 Machine Vision © VDMA Robotik + Automation

Hinzu komme die zunehmende Konkurrenz aus Asien. Insbesondere der Wettbewerb aus China mache der deutschen Industrie zu schaffen, so Ley weiter. Asiatische Hersteller agierten offensiv, seien risikofreudiger und investierten aggressiver in Innovationen. Die europäische Industrie hingegen befinde sich vielfach im „Defensivmodus“.

Strategie gegen den Abwärtstrend

Der VDMA-Fachverband sieht politischen und wirtschaftlichen Handlungsbedarf. Im Rahmen des „VDMA-Aktionsplans Robotik für Europa“ fordert der Verband unter anderem mehr Risikokapital für Start-ups und eine klar definierte Roadmap zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

Ley betonte die Notwendigkeit strategischer Entscheidungen in der Industrie: „Ich muss mir eben die Frage stellen: Bin ich risikobereit genug, früh genug in neue Technologien zu investieren – auch wenn noch nicht klar ist, ob sie erfolgreich sein werden?“ Wichtig sei zudem eine Diversifikation über die klassische Automobilindustrie hinaus.

Hoffnungsträger automatica 2025

Ergebnisse 2024 und Ausblick 2025 Robotik © VDMA Robotik + Automation

Impulse erhofft sich die Branche nun von der Robotik- und Automatisierungsmesse automatica, die vom 24. bis 27. Juni 2025 in München stattfindet. Dort sollen neue Automatisierungslösungen vorgestellt werden, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sowie im Bereich Künstliche Intelligenz. „Das ist ein Schlüsselevent. Wir brauchen jetzt mehr Zuversicht, mehr Lust auf Tore – nicht nur auf die Vermeidung von Gegentoren,“ so Ley.

Am 23. Juni soll zudem ein politischer Austausch zur Zukunft der europäischen Robotik im Rahmen der polnischen EU-Ratspräsidentschaft in der polnischen Botschaft in Berlin stattfinden.

Trotz angespannter Marktlage setzt die Branche auf einen „Turnaround“ – mit Unterstützung von Politik, gezielten Investitionen und innovativen Lösungen. Doch klar ist auch: Der Weg zurück auf Wachstumskurs wird kein Selbstläufer.

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