Geschäftsjahr 2018/2019
Lapp wächst gegen den Trend
Lapp hat das Geschäftsjahr 2018/2019 erfolgreich abgeschlossen. Der Umsatz des Spezialisten für integrierte Lösungen der Kabel- und Verbindungstechnologie erhöhte um sechs Prozent auf 1.222 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 9,5 Prozent auf 4.650 Beschäftigte.
Allerdings verringerte sich das Ergebnis vor Steuern um 17,6 Prozent auf 48,3 Mio. Euro. „Angesichts anhaltender Spannungen im Welthandel und der Eintrübung der Konjunktur, können wir auf das Erreichte sehr stolz sein. Vor allem unsere Strategie, die digitale Transformation gemeinsam mit den Kunden voranzutreiben, trägt erste Früchte. Das zeigt uns, dass wir mit innovativen Lösungen auch in schwierigen Zeiten noch wachsen können“, sagt Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Lapp Holding. Die größten Zuwächse erzielte das Familienunternehmen mit Stammsitz in Stuttgart in Europa. Aber auch in Amerika und Asien konnte Lapp seinen Umsatz weiter steigern. Allerdings war im vierten Quartal auch bei Lapp die wirtschaftliche Abschwächung deutlich spürbar.
Wachstumsinitiativen und Zukäufe
Der Umsatzanstieg wurde durch drei Faktoren beeinflusst. Zum einen waren strategische Vertriebsinitiativen Wachstumsmotor im vergangenen Geschäftsjahr. Beispiele hierfür waren die Weiterentwicklung des Projektgeschäfts sowie die Umsatzsteigerungen im Marktsegment Industrielle Kommunikation.
Hinzu kam die Akquisition von CEAM Cavi Speciali. Das italienische Unternehmen wurde im Geschäftsjahr 2018/2019 erstmals voll konsolidiert und unterstützte die positive Entwicklung mit 8,2 Millionen Euro Zusatzumsatz.
Und Kupferpreise und Wechselkurse hatten weniger Einfluss. Erklärung: Der tatsächliche Preis eines Kabels wird immer tagesaktuell auf Basis des aktuellen Kupferkurses berechnet. Da der Preis im Jahresdurchschnitt um -3,8 Prozent sank (547 Euro/100 Kilogramm), reduzierte sich auch der Gesamtumsatz um -1,1 Prozent. Die Wechselkursschwankungen schlugen leicht mit +0,2 Prozent zu Buche.
„Lapp ist gegen den Trend gewachsen. Wäre der Kupferpreis im Jahresdurchschnitt nicht gefallen, hätten wir sogar ein operatives Wachstum von 6,9 Prozent vorweisen können“, betont Finanzvorstand Dr. Ralf Zander.
Erfolgreich in EMEA
Besonders gestützt wurde das Umsatzwachstum durch die Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika), die 73 Prozent des weltweiten Umsatzes erwirtschaftete. Hier erhöhte sich der Umsatz um knapp acht Prozent auf 889,9Millionen Euro. Positiv entwickelte sich auch der Umsatz in Deutschland mit 359,8 Millionen Euro (+ 3,4 Prozent). Die Region Mittel- und Nordamerika erzielte 118,9 Millionen Euro (+ 4 Prozent). Die Region APAC (Asia Pacific einschließlich Australien und Neuseeland) blieb leicht hinter den Erwartungen zurück und verbesserte ihren Umsatz auf 213,2Millionen Euro (+ 1 Prozent).
Qualifizierungsoffensive bei Mitarbeitern
Weltweit wuchs die Zahl der Mitarbeiter um rund 9,5 Prozent auf 4.650 Beschäftigte. Überdurchschnittlich hoch war der Mitarbeiteraufbau in der Region EMEA (+10,9 Prozent).
Schwerpunkt im abgelaufenen Geschäftsjahr war eine weltweite Qualifizierungsoffensive zum Thema Industrielle Kommunikation. Lapp bildet alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt in diesem Themenfeld aus und unterstützt auch seine Kunden, sich optimal im Dschungel der Technologien und Protokolle zurechtzufinden. Dafür wurden Maßnahmen aufgelegt wie Webinare, klassische Präsenzseminare und Bootcamps. Die E-Learnings hat Lapp in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme IKS (bis zum 3. Dezember 2019: Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik) entwickelt.
Investitionen in die Zukunft
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 hat Lapp seine Investitionen weiter um 12,9 Millionen Euro auf 43,9 Millionen Euro gesteigert. In Software- und Digitalisierungsprojekte wurden 6,8 Millionen Euro investiert. Bei den Sachinvestitionen lagen die Schwerpunkte bei den Vertriebs- und Produktionsgesellschaften. In Polen wurde ein neues Logistikzentrum mit einer Lagerfläche von über 90.000 Quadratmetern für Infrastrukturleitungen eröffnet. Und in Indien und Frankreich wurden in der Produktion die Kapazitäten erweitert.
Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr
Für das laufende Geschäftsjahr geht Lapp von einem schwierigen Geschäftsverlauf aus. Die großen Unsicherheiten aus der Corona-Krise, dem Brexit sowie der generellen ökonomischen Verlangsamung werden voraussichtlich zu einer Umsatzreduktion in 2019/20 im Vergleich zum Vorjahr führen. Um den finanziellen Spielraum für künftiges Wachstum zu sichern, wird bei LAPP verstärkt auf Kosteneffizienz geachtet. „Es war zu erwarten, dass nach sechs Jahren Wachstum die Konjunkturkurve auch mal wieder nach unten zeigt. Ich bin aber optimistisch, dass die Talsohle bald erreicht ist“, sagt Andreas Lapp. as












