Wasserpumpe
Treffen der Generationen
Altes mit Neuem zu kombinieren, ist Frickelarbeit, besonders wenn es an Wissen mangelt. Reibungslos jedoch ging die Installation von Capraris High-Flow-Serie bei Oxxynova vonstatten. Der Hersteller von Grundstoffchemie ging das Wagnis ein und kombinierte neue Pumpen mit 45 Jahre alten Elektromotoren – nicht ohne einen starken Partner an seiner Seite.
Die Produktion und Vermarktung von Dimethylterephthalat – begnügen wir uns ab jetzt mit der Abkürzung des Zungenbrechers: DMT – in flüssiger Form ist der Unternehmenszweck von Oxxynova. DMT wird zur Herstellung von Polyestern gebraucht, die sich in einer Vielzahl von Industrie- und Konsumgütern wiederfinden. Die Ummantelung im Motorraum oder der Reifencord sind nur zwei der zahlreichen Beispiele, in denen die Polyester eingesetzt werden. Oxxynova stellt seit nahezu 40 Jahren das Kunststoffvorprodukt am Hauptsitz in Steyerberg her.
Erst im Oktober bekannte sich das Unternehmen erneut zum Standort in der Nähe von Hannover und plante den Ausbau der Fertigung: Zukünftig soll neben der Herstellung von flüssigem DMT auch die Möglichkeit geschaffen werden, DMT in fester Form – sowohl in Flocken- als auch in Brikettform – großvolumig herzustellen.
Die geplante Anlage hat eine Kapazität von 25.000 Jahrestonnen, soll Anfang des 2. Halbjahres 2017 fertig gestellt sein und nach einem kurzen Probebetrieb umgehend in den produktionstechnischen Dauerbetrieb gehen. Doch dies sei nur am Rande erwähnt.
Vor ein, zwei Jahren stellte man bei dem Hersteller von Grundstoffchemie fest, dass drei Vertikalpumpen im Kühlwasserkreislauf in die Jahre gekommen waren. Sie sollten zur Leistungssteigerung auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Nach Marktsondierung entschied sich der 130 Mitarbeiter zählende Betrieb für die italienische Pumpenmarke Caprari mit deutschem Sitz in Fürth. „In der Gesamtbetrachtung war das Angebot von Caprari nicht nur das wirtschaftlichste“, erklärt Klaus Gatzka, Anwendungsberater des Pumpenherstellers. „Zudem hätte ein komplett neuer Aufbau mit trocken aufgestellten Pumpen samt den erforderlichen Zusatzmaßnahmen für die Baumaßnahme und die Kontrolle des Saugvorganges in der Wasserzuführung länger gedauert.“

Caprari entwickelt neue Beschichtung
Salzigen Krusten aus den Abwasserbestandteilen Magnesium, Ammonium und Phosphat (MAP) lagern sich hartnäckig an stark umströmten Anlagenteilen wie Rohrleitungen und Pumpenkammern an. Leistungseinbußen sind die Folge.
Ein guter Grund dafür war auch das Know-how des Caprari-Partners Frerk Elektromotoren aus Liebenau bei Hannover. Dort ist man seit über 50 Jahren auf Motoren und Pumpen spezialisiert. Die 250-kW-Hochspannungsmotoren – alt, aber zuverlässig – wurden überholt. Dabei änderte Frerk unter anderem die Motordrehrichtung und das Kühlluftsystem. Etwa drei Tage je Motor dauerten die Arbeiten in der Zentralwerkstatt des Caprari-Partners. Der eigentliche Einbau der Pumpen gestaltete sich vergleichsweise einfach, da kaum Änderungen an der Kundenanlage erforderlich wurden. Klaus Gatzka: „Viel Vorarbeit ist in die bedarfsgerechte Vorauswahl und Anpassung der Pumpen an den gewünschten Betriebspunkt geflossen.“
Für die Arbeiten inklusive Inbetriebnahme hatte der Pumpenhersteller maximal einen Tag je Pumpe verschlagt. Ein Spezialist aus dem Herstellerwerk begleitete die Arbeiten zu Beginn, doch die nur wenig Platz beanspruchenden und modular aufgebauten Pumpen ließen sich ohne Schwierigkeiten anpassen.
Pumpen sukzessive montiert
Geliefert wurden das Modell FEL 56/1-171/355 aus Capraris High-Flow-Line, eine vertikale Wellenpumpe mit Überflur-Druckstutzen. Die High Flow zählt zu den modernsten und leistungsstärksten Baureihen des Herstellers. Je nach Modell bewegen die Pumpen bis zu 18.000 m³/h mit Förderhöhen bis 220 Metern. Oxxynova wählte ein kleineres Modell, ausgelegt auf 1.500 m³/h und 45 m maximaler Förderhöhe, das mit 1.480 min-1 betrieben wird. Die Pumpe ist 3,30 m lang, mit Motor misst die Kombination 5,90 m. Der Hersteller hat die Baureihe zum Einsatz in Brunnen und Becken, in Trockenaufstellung oder in unter Druck stehenden Tanks konzipiert. Das Pumpengehäuse ist dabei stets im Fördermedium eingetaucht, der Elektromotor trocken aufgestellt. Motoren mit höchster Energieeffizienz sind einsetzbar und per Frequenzumrichter leicht an verschiedene Betriebspunkte anpassbar.
Durch die sukzessive Montage der Pumpen musste die Produktion nicht abgeschaltet werden. Das Projekt war nach vier Monaten wie geplant reibungslos abgeschlossen. ee









