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Artikel und Hintergründe zum Thema

Ladeluftleitung

Mann+Hummel gibt dem Motor die Sporen

Mann + Hummel präsentiert auf der IAA das Modul ACAD. Die Abkürzung steht für Active Charge Air Duct oder aktive Ladeluftleitung. Sie erhöht laut Anbieter das spezifische Drehmoment sowie die Motorleistung.

ACAD als kundenunabhängiger Prototyp

Dafür hat sich der Kunststoffspezialist die Energie aus dynamischen Druckwellen zunutze gemacht. Das Modul ist eine kostengünstige Lösung für den Automobilhersteller, um bei großen wie kleinen Motoren im unteren Drehzahlbereich etwas mehr Leistung abzurufen. Dank der optimalen Auslegung der Druckwellen zwischen Ladeluftkühler und Einlassventil kann das Drehmoment um mehr als zehn Prozent gesteigert werden.

Und so funktioniert das neu entwickelte Modul: ACAD optimiert den Weg des Luftflusses zwischen Auslass Ladeluftkühler und Einlassventil nach dem Ansaugkrümmer. Ein Drehschieber wechselt je nach Bedarf zwischen zwei unterschiedlich langen Rohren, und zwar bei minimalem Druckverlust. Die kurze Leitung mit großem Durchmesser erhöht die Leistung, die längere Leitung mit geringerem Durchmesser verbessert das Drehmoment im niederen Drehzahlbereich.

Ausschöpfen physikalischer Möglichkeiten

Bei niedriger Drehzahl des Motors kann die Luftmenge dank zusätzlicher Druckwellen, die unmittelbar vor Schließen des Einlassventils (IVC, Inlet Valve Closing) in den Zylinder strömt, erhöht werden. Bei höherer Motordrehzahl kann die maximale Leistung gesteigert werden, indem der Druckverlust weiter reduziert wird und die maximale Luftmenge in den Zylinder strömt.

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Dank der Druckwellen erhöht ACAD die Effizienz des Motors und erreicht damit zweierlei: das Ansprechverhalten verbessert sich bei niedrigen Drehzahlen (Drehmomentsteigerung), bei hohen Drehzahlen entsteht ein Leistungsgewinn aufgrund der druckverlustarmen kurzen Leitung. Zudem kann mit dieser neuen Drehmoment- und Leistungscharakteristik das Turbolader-Kennfeld angepasst werden. Beispielsweise kann ein kleinerer Turbolader eingesetzt werden, wodurch sich dank Downspeeding die CO2 Emissionen des Fahrzeugs verringern.

Einer für Alle

ACAD ist ein kleiner Alleskönner, denn das Modul kann sowohl bei Benzinern mit Turbolader, vor allem auch bei Dieselmotoren eingesetzt werden – bei letzterem haben wir keine Klopfprobleme. ACAD optimiert die Performance von Vierzylindern und in hervorragender Weise auch von äußerst downgesizten Dreizylindern mit Turbolader. Wir können die Geometrie der Luftansaugsysteme entsprechend ändern und dadurch weiteren Nutzen ziehen aus der Resonanzaufladung bei Dreizylinder Turbomotoren. In jedem Fall wird das Drehmoment im gesamten Drehzahlbereich verbessert.

Wie das Modul im Einzelnen aussieht, hängt von den Anforderungen des Bauraums im jeweiligen Pkw Modell ab. Somit kann dieses preisgünstige und leichtgewichtige Teil quasi flächendeckend eingesetzt werden. Aufgrund seines interessanten Preis-Leistungsverhältnisses empfiehlt es sich vor allem für Klein- und Mittelklassewagen aller Automobilhersteller.

IAA, Halle 8, Stand A41

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