Handhabungstechnik

Radwechsel nun viel ergonomischer

Um wartungsbedingte Stillstandszeiten zu verkürzen, helfen beim Radwechsel der Brüsseler Straßenbahnen nun gesteuerte Schrauber Tensor DS 9 von Atlas Copco Tools. Sie erhöhen gleichzeitig die Arbeits- und Verkehrssicherheit. Im Neuzustand haben die Radreifen einen Durchmesser von 660 Millimetern, doch an der Brüsseler Topographie arbeiten sie sich schnell ab. Spätestens wenn der Raddurchmesser auf 610 Millimeter abgenommen hat, ist ein Wechsel nötig, oft schon nach einem Jahr. Bisher mussten die mit 16 Schraubverbindungen aufgeflanschten, rund 120 Kilogramm schweren Radreifen mit großen Schlagschraubern gelöst und manuell abgehoben werden. Danach kamen sie zum Auftragsschweißen, wo in mehreren Lagen Schweißraupen aufgebracht wurden, bis nach sorgfältigem Abdrehen das ursprüngliche Maß wieder hergestellt war. Die fertig aufgearbeiteten Radreifen wurden wiederum von Hand auf die Stehbolzen zurückgewuchtet, mit neuen Schrauben und Muttern versehen und festgezogen. Anschließend galt es, die Schraubverbindungen per Knickschlüssel auf 550 Newtonmeter festzuziehen. Um das korrekte Drehmoment zu erreichen, musste der Werker also für jede einzelne der 16 Verbindungen gut 55 Kilogramm an dem rund einen Meter langen Schraubenschlüssel stemmen. Hinzu kamen der Lärm und die Vibrationen der Schlagschrauber, die zu allem Überfluss eine Wiederverwendung der alten Schrauben und Muttern unmöglich machten. Denn ihre harte Schraubweise verursachte Gewindeschäden und -risse. Mit den gesteuerten Tensor-Schraubern gehören diese Probleme der Vergangenheit an. Sie montieren mit einer Anziehgeschwindigkeit von bis zu 84 Umdrehungen pro Minute ungleich schneller als die alten Drehmomentschlüssel. Hinzu kommt das sanfte, drehende Schrauben der Elektrowerkzeuge: Das schließt Gewindeschäden aus, so dass heute fast alle ausgebauten Schrauben und Muttern weiter verwendet werden können. Bei durchschnittlich 2.400 Radwechseln pro Jahr und 16 Schraubfällen je Rad ist das ein gewisser Kostenvorteil. Übrigens hätten die 750 Newtonmeter-Schrauber noch Kraftreserven zum Lösen, falls eine der mit 550 Newtonmeter montierten Schrauben bis zum nächsten Radwechsel festrosten sollte. Durch den Einbau der Pistolenschrauber in einen sogenannten „Articulated Arm” sanken die körperlichen Anstrengungen deutlich. Denn diese Momentenstütze fängt die Reaktionsmomente des Schraubers bei der Montage der Räder vollständig ab. Die Stützen und Werkzeuge sind auf zwei schienengängige Werkstattwagen montiert, die zusätzlich über je einen Kranarm zum Heben der schweren Radreifen haben. Die Radmanipulator-Systeme schonen die Bauteile beim Schrauben und haben die Mitarbeiter vom schweren Heben erlöst. rm

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