Antriebsquelle für Fabrikfahrzeuge
Welche Batterie für welche Stapler?
Die effiziente Nutzung von elektrischen Lager- und Fabrikfahrzeugen hängt von den Batterien und Ladegeräten ab. Dabei gibt es mehrere Faktoren, die die Wahl der Batterie beeinflussen.
Fahrzeuge wie Gabelstapler, Palettenhubwagen oder Personentransportfahrzeuge werden immer häufiger elektrisch angetrieben. Damit ist die effiziente Nutzung ihres Potentials von den verwendeten Antriebsbatterien und Ladegeräten abhängig. Daher müssen die Betreiber beim Kauf oder der Modernisierung von Fahrzeugbatterien wichtige Faktoren berücksichtigen. Auch die Hersteller solcher Fahrzeuge sollten diese Faktoren beachten, um sicherzustellen, dass ihr Produktangebot die besten verfügbaren Batterielösungen beinhaltet, die den hohen Anforderungen ihrer Kunden gerecht werden. Zu den wesentlichen Faktoren zählen unter anderem die Entscheidung zwischen Blei-Säure- und Lithium-Ionen-Technologien und deren verschiedenen Varianten sowie die Gesamtkosten.
Blei-Säure-Batterie-Technologien
Eine innovative neue Blei-Säure-Batterie mit einer als Reinblei-Technik (Thin Plate Pure Lead, TPPL) bezeichneten Technologie, bietet OEMs und Endkunden eine praktische und kostengünstige Alternative sowohl zu herkömmlichen Blei-Säure- als auch zu Li-Ionen-Batterien. Die TPPL-Technik überwindet viele der Nachteile von Blei-Säure-Batterien und ermöglicht es den Anwendern, die nötige Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit zu erreichen, die im heutigen wettbewerbsbetonten Marktumfeld unerlässlich sind.
Es gibt vier Grundtypen der Blei-Säure-Batterien: Blei-Säure-Nassbatterien (Blei-Antimon), ventilgeregelte Bleisäure-(VRLA)-Gelbatterien (Blei-Kalzium), VRLA-Vlies-(AGM)-Batterien (Blei-Kalzium) und Reinblei-Batterien (TPPL) (Reinblei – VRLA – AGM).

Hochleistungs-Antriebsbatterien
Schneller Strom für den Stapler
Enersys hat sein Angebot an Hochleistungs-zwei-Volt-Antriebsbatterien aus der Nexsys-Baureihe um sechs höhere Zellen erweitert. Diese eignen sich für Anwendungen, in denen hohe Leistung und große Kapazitäten benötigt werden. So deckt das neue Sortiment eine breitere Palette an Elektrofahrzeugen ab.
Blei-Säure-Nassbatterien bieten eine gute Zykluslebensdauer, weisen aber aufgrund ihrer Konstruktion gewisse Nachteile auf. So erweist sich der Ladevorgang als nicht optimal, da diese Batterien typischerweise Ladezeiten von acht bis zwölf Stunden erfordern und eine Überladung von etwa zehn bis 20 Prozent, um eine ausreichende Säuremischung zu erzeugen und Schichtbildung zu minimieren. Außerdem muss regelmäßig Wasser nachgefüllt werden. Eine Schnellladung ist zwar grundsätzlich möglich, erfordert jedoch spezielle Ladegeräte, die für Batterie- und Ladealgorithmen ausgestattet sind.
Kommerziell erhältliche VRLA-Batterien, sowohl Gel- als auch AGM-Batterien, bieten hier eine Verbesserung. Sie haben jedoch eine begrenzte Ladefähigkeit und benötigen daher eine längere Ladezeit von acht bis zehn Stunden. Bei aktuellen Gelbatterien ist eine Schnellladung mit Hochstrom-Ladeprogrammen schwierig.
Vorteile der TPPL-Technik
Die Reinblei-Batterie ist eine Weiterentwicklung gegenüber anderen Blei-Säure-Batterien, die auf zwei Kernkonzepten basiert: Dünnen Platten und reines Blei.
Dünne Platten: Die positiven und negativen Elektroden einer TPPL-Batterie sind nur einen Millimeter dünn, im Vergleich zu neun Millimeter in herkömmlichen Blei-Säure-Batterien. Dadurch können wesentlich mehr Elektroden auf gleichem Raum untergebracht werden, was die Kapazität erhöht und die Leistungsdichte steigert. Der Platzbedarf bei gleicher Kapazität verglichen mit einer AGM-Batterie kann um rund 30 Prozent reduziert werden.
Reinblei: AGM-VRLA-Batterien nutzen eine Blei-Kalzium-Legierung für die positiven und negativen Platten. Bei TPPL-Batterien wird hochreines Blei in Verbindung mit hochreiner Schwefelsäure verwendet. Das chemische Verhalten der Batterien ist dadurch wesentlich stabiler, wodurch sich Vorteile hinsichtlich Ladeeigenschaften und Lebensdauer ergeben. Außerdem sind die Platten aufgrund der Kornstruktur des Reinbleis weit weniger anfällig gegenüber Korrosion.
Wie die früheren VRLA-Produkte sind auch die TPPL-Batterien gekapselte Typen mit minimaler Ausgasung, bei denen kein Wasser nachgefüllt werden muss. Ihre Konstruktionsweise führt zu einer sehr niedrigen Innenimpedanz der Batterien und ermöglicht sowohl eine hohe Entladerate als auch eine schnelle, effiziente Ladungsaufnahme. Dadurch wird eine Teilladung, auch bekannt als Zwischenladung, möglich. Bediener haben somit die Gelegenheit beim Schichtwechsel oder der Mittagspause, die entladenen Batterien in kurzer Zeit mit hohen Strömen wieder aufzuladen. Am Wochenende kann die Batterie dann einer Vollladung mit anschließender Ausgleichsladung unterzogen werden, um den maximalen Ladezustand wiederherzustellen.
Die Batterien können im Bereich von 0,4 K5 bis 0,7 K5, dem zwei- bis vierfachen der normalen Laderaten von AGM- und Gelbatterien, geladen werden. Schnelle Ladealgorithmen für zyklische Anwendungen stehen zum schnellen und sicheren Laden zur Verfügung. Eine Teilladung ist ohne negativen Memory-Effekt möglich. Martin Walsh/as









