Fördertechnik
Eine aufwändiger Prozess
ist das Einlagern von Blechen sowie deren Zuführung zu einzelnen Produktionsanlagen. Diesen Gedanken vor Augen, hat Hersteller Kemper zur Optimierung des Handlings in der metallverarbeitenden Industrie ein neues Regalbediensystem konzipiert. Zusammen mit der vom Fraunhofer Institut entwickelten Steuerungssoftware ermöglicht es eine wesentlich höhere Auslastung von Regal- und Lagersystemen sowie eine deutlich schnellere Beschickung von Maschinen. Erstmals wurde das Intellistore getaufte Produkt auf der letzten Euroblech in Hannover präsentiert.
Bei konventionellen Lösungen erfolge die Bevorratung der zu bearbeitenden Blechtafeln bislang in Hochregallagern mit Schubladentechnik. Nachteil dieses Verfahrens: Die kompletten Schubladen müssen aus dem Regal herausgenommen werden, wenn einzelne Blechtafeln entnommen werden sollen. Zudem kann bei den bisherigen Systemen die einzelne Schublade erst dann wieder bestückt werden, wenn die letzte Blechtafel entnommen wurde. Das bislang in der metallverarbeitenden Industrie eingesetzte Verfahren ist deswegen recht ineffizient und mithin nicht mehr zeitgemäß. Denn selbst wenn nur ein einzelnes Blech benötigt wird, muss jedes Mal eine bis zu vier Tonnen schwere Schublade entnommen werden. Das neue Regalbediensystem arbeitet hingegen ohne Schubladen. Vielmehr erfolgt das Handling der Blechtafeln sowohl beim Bestücken als auch beim „Entstücken“ im Einzelzugriff.
Herzstück der Kemper-Neuheit ist ein eigens entwickelter Vakuumgreifer. Dieser saugt die einzelne Tafel von oben an und transportiert sie zum gewünschten Produktions- oder Lagerstandort. Neben der Ein- und Auslagerung kann damit insbesondere die Beschickung der Maschinen optimiert werden. Dank eines Puffer-Ablageplatzes am Regalbediengerät können zudem mehrere Tafeln aufgenommen und gleichzeitig zu unterschiedlichen Zielen transportiert werden. Mit anderen Worten: Es wird eine effizientere Nutzung der Lagerkapazitäten durch höhere Füllgrade und eine flexiblere Fachnutzung ermöglicht.
Das komplette Regal- und Versorgungssystem besteht neben dem Regalbediengerät und einem skalierbaren Hochregal aus speziellen Übergabeplätzen. Hier kann das Regalbediengerät die angelieferten Platten aufnehmen oder wieder ablegen. Darüber hinaus sorgt ein Handlinggerät für den Transport der Bleche zu den einzelnen Maschinen oder Schneidtischen. Dank des Verzichts auf die Schubladentechnik können die Regale zudem weniger massiv gebaut werden, da weniger Zugkräfte auf die einzelnen Bauteile einwirken.
Die Lager- und Bestandsverwaltung erfolgt über das eigens entwickeltes Warenwirtschaftssystem Kiss. Es erfasst sämtliche Daten zum Lagerbestand sowie zu den einzelnen Tafeln und leitet diese Informationen über eine vordefinierte Schnittstelle in die IT-Systeme und Datenbanken der Verwaltung weiter. ms








