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Artikel und Hintergründe zum Thema

Fördertechnik

Requisiten-Schieber

Kulissen und Kostüme kommen „just in time“
Aus den Kulissen auf die Bühne: Mit einer Zughilfe erleichtern sich die Bühnenarbeiter das Kulissenschieben in Stuttgart. (Fotos: Baka)
Action hinter der Bühne: Die vier Staatstheater in Stuttgart bedienen sich aus einem zentralen Requisiten-Lager. Ein Geh-Zug-Schlepper hilft dabei.

Auf dem Gelände einer früheren Zuckerfabrik in Stuttgart entstand vor vier Jahren ein zentrales Lagergebäude, das viele tausend Utensilien der vier württembergischen Staatstheater beherbergt: Auf einer Fläche von 16.000 Quadratmeter werden Kulissen, Möbel, sperrige Requisiten und Kostüme aufbewahrt und nach Bedarf „just in time“ an das jeweilige Bühnenhaus geschickt. Das verkürzt die Transportwege und ermöglicht ein besseres Erfassen, Organisieren und Ordnen des Theaterfundus. Kern des Zentrallagers ist die Verschieberegalanlage, in der auf 560 Kulissenwagen insgesamt rund 1.700 Tonnen eingelagert werden können. So ein Wagen ist üblicherweise acht Meter lang, 2,75 Meter hoch, hat eine Tonne Grundgewicht und kann mit bis zu drei Tonnen beladen werden. Die Wagen werden katalogisiert und nach „chaotischem“ Prinzip in vier Etagen übereinander gestapelt. Ein Stapler mit Mitfahrkabine befördert die Wagen elf Meter hoch bis unter das Hallendach. Während der Spielsaison wird an mindestens drei Tagen pro Woche rund um die Uhr ein- und ausgelagert. Zwei eigene Sattelzugmaschinen mit vier 14 Meter langen Auflegern und zwei Lkws pendeln dann zwischen Logistikzentrum und Theaterhäusern.

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Zwischen fünf und 15 Kulissenwagen sind pro Vorstellung zu transportieren. Da bei einem Gewicht von drei bis vier Tonnen mindestens vier kräftige Personen mit anpacken müssten, um so einen Wagen von der Stelle zu bewegen, gehört zum Logistikkonzept auch eine batteriebetriebene Zug- und Schubhilfe. Damit kann eine Person den Wagen durch die Halle und über die Rampe in den Lkw manövrieren. Vergleichbar mit einem überdimensionalen Hubwagen unterfährt der Elektro-Geh-Zug-Schlepper mit seiner 2,5 Meter langen Gabel den Kulissenwagen, hebt ihn an leicht und stellt über eine Hydraulik eine formschlüssige Verbindung her. Ein kraftvoller Drehstrommotor schiebt beziehungsweise zieht den Wagen in die gewünschte Richtung. Die Geschwindigkeit ist über einen Flügelschalter dosierbar. Die Deichsel hat einen Sicherheits-Prallschalter, der bei Berührung mit der Bedienperson die Maschine sofort zum Stillstand bringt und die Fahrtrichtung umkehrt. Baka, schwäbischer Flurförderzeug-Spezialist, hat diesen Schlepper eigens für diesen Einsatz entwickelt; er ist seit fünf Jahren Requisiten-Schieber in Stuttgart. Inzwischen setzen auch andere Theaterbetriebe auf diese Technik: Bei der Berliner Staatsoper sind gleich vier dieser Geräte im Einsatz. bw

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