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Artikel und Hintergründe zum Thema

Coronavirus / Covid 19

Andreas Mühlbauer,

Zukunftssichere Lieferketten sichern

Im Verlauf der Corona-Pandemie sind die starke Abhängigkeit von Zulieferern aus China und andere Schwachstellen bestehender Lieferketten deutlich zu Tage getreten. Der Supply-Chain-Spezialist BluJay Solutions gibt Tipps, wie sich diese abfedern lassen.

Lieferketten müssen elastischer werden, um auch kurzfristige Beeinträchtigungen abfedern zu können. © Getty Images

Störungen der Lieferkette gab es vor Covid-19 und es wird sie danach geben. Dabei können Logistiker die Ursachen in den seltensten Fällen selbst beeinflussen. Handelskonflikte wie der zwischen den USA und China, Naturkatastrophen oder eine Überlastung der technischen Infrastruktur können tiefgreifende wirtschaftliche Verwerfungen auslösen – und das bei oft sehr kurzen Vorwarnzeiten. Kein Unternehmen kann sich gleichzeitig gegen all diese Eventualitäten wappnen. Was Logistik-Verantwortliche aber sehr wohl in der Hand haben, ist der Aufbau von Lieferketten, die derartigen Störungen besser standhalten. 

Die Corona-Krise hat offengelegt, wie stark Unternehmen in aller Welt von Zulieferern aus China abhängig sind – bis hin zur Stilllegung der Produktion, weil zugekaufte Teile fehlen. Wie sich diese Abhängigkeit künftig reduzieren lässt, ist in der jetzigen Situation noch nicht sicher zu beantworten, aber erste Lösungsszenarien zeichnen sich ab.

Apple ließ infolge des Zollstreits zwischen den USA und China bereits im Herbst vergangenen Jahres prüfen, wie sich 15 bis 30 Prozent der Produktionskapazitäten von China in andere Länder Südostasiens verlagern ließen. Auch für andere Unternehmen kann es sich auszahlen, nicht mehr allein auf die „Werkbank China“ zu setzen, sondern alternative Zulieferer in Staaten wie Vietnam, Indonesien oder auch Indien in die Lieferkette einzubeziehen. 

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Dazu kommt als zweite wichtige Maßnahme die Etablierung einer „elastischen“ Logistik: Moderne Lieferketten erfordern ein Höchstmaß an Flexibilität, um großflächige Störungen ebenso zu bewältigen wie Schwankungen der Verbrauchernachfrage. Als hinderlich erweisen sich hierbei veraltete Transportmanagement-Lösungen, deren Datenbestand oft als isoliertes Silo vorliegt und die keine Echtzeit-Transparenz der Transportvorgänge ermöglicht. 

Ein entscheidender Schritt zum Erreichen einer elastischen Lieferkette ist der Beitritt zu einem Netzwerk, in dem umfassende Konnektivität und der gegenseitige Datenaustausch zum gemeinsamen Nutzen aller Mitglieder beitragen. Die Stärke solcher Netzwerke, in denen produzierende Unternehmen, LSPs und andere Transportdienstleister miteinander verbunden sind, liegt in seiner Fähigkeit, Vorgänge innerhalb der Lieferkette transparent zu machen. Bei Störungen erkennen Logistikverantwortliche diese unverzüglich und können ohne Zeitverlust gegensteuern. Gleichzeitig ermöglicht es das System Spediteuren, die über freie Frachtkapazitäten verfügen, diese im Netzwerk als On-Demand-Verbindungen anzubieten.

„Globale Transportmanagement-Plattformen skalieren mit wechselnden Anforderungen. Gerade in hochdynamischen Situationen wie im Moment helfen sie, Störungen in der eigenen Lieferkette abzufedern“, erläutert Siegfried Mänzel, Geschäftsführer bei BluJay Solutions. „Mehr denn je benötigen Unternehmen jetzt eine in ihre Systeme eingebaute Agilität, um Geschäftsabläufe zu skalieren, Änderungen in der Lagerhaltung zu berücksichtigen und sich an neue Kaufmuster der Verbraucher anzupassen.“ 

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