Werkzeug-Lifecycle-Management
Shopfloor-Digitalisierung aus Sicht der Werkzeuge
Beim Blick auf den Shopfloor des Lohnfertigers Armbruster findet sich so ziemlich alles, was das Herz eines Produktioners höher schlagen lässt. Insgesamt 25 Maschinen, darunter Drei- und Fünf-Achs-Bearbeitungszentren mit Roboteranlagen, Dreh-Fräszentren mit Haupt- und Gegenspindeln, Draht- und Senkerodiermaschinen sowie umfangreiche Messtechnik für die Qualitätssicherung verrichten zuverlässig ihren Dienst.
Armbruster hat sich für die Werkzeugverwaltungssoftware Tooldirector VM von Coscom Computer entschieden. „Ziel ist eine verbesserte Organisation unseres wachsenden Werkzeugbestands. Uns war schnell klar geworden, welches Potenzial in dieser Managementaufgabenstellung steckt, denn damit lässt sich effizient eine komplexe Prozesskette abbilden – vom Werkzeug hin zur Maschine und zurück in den Werkzeugschrank“, sagt Geschäftsführer Tobias Armbruster. Die bestehende Fertigungs- und IT-Infrastruktur, in die der Tooldirector VM eingebettet wurde, umfasst das ERP-System Majesty von UB-Software, X-MSK von XEN Software für die Übertragung von NC-Programmen an Mazak-Maschinen, das CAD/CAM-System Mastercam, über das die CNC-Programme erstellt werden, das Werkzeugausgabesystem GTMS von Gühring sowie Zoller-Werkzeugvoreinstellgeräte. „Coscom hat sich den Herausforderungen der Prozessanbindung gestellt und unsere Anforderungen vollständig umgesetzt“, resümiert Tobias Armbruster.
Die Coscom-Lösung ist mit ihrer TCI-Technologie (Tool Data Cooperation Interface) eine universelle Toolmanagement-Datenbank-Plattform für prozessfähige Werkzeugdaten, die einen lückenlosen CAD/CAM-, Voreinstell- und Messprozess ermöglichen. Armbruster verwendet für die NC-Programmierung Mastercam und für das Ausmessen der Werkzeuge Zoller-Messgeräte. Über TCI werden die unterschiedlichen Versionen und Komponenten der Komplettwerkzeuge erzeugt und die entsprechenden Informationen, etwa Hüllgeometrie und Schneidebereiche, übergeben.
Arbeitsplätze der Zukunft: vom manuellen zum digitalen Prozess
Über eine Datenbankabfrage lässt sich feststellen, wie häufig ein Werkzeug verwendet wurde und welche Werkzeuge zum Einsatz kamen, die sich schnell abnutzen, sodass es sinnvoll ist, ein höherwertiges Werkzeug zu verwenden, um die Standzeit zu erhöhen. „Es können einfach besser Entscheidungen getroffen werden“, sagt Hubert Griesbaum, Leiter der Zerspanungstechnologie bei Armbruster. Durch die Anlage von Komplettwerkzeugen reduziert sich die Vielfalt der zusammengebauten Werkzeugvarianten erheblich, was auch die Rüstzeiten durch die Verwendung der richtigen Werkzeuge reduziert.
Aus dem Lastenheft wurde das Pflichtenheft gemeinsam mit den Consultants von Coscom abgeleitet. Zunächst ging es um das Procedere, wie die Werkzeugstammdaten zu übernehmen und die Bestellinformationen zu hinterlegen sind. Im zweiten Schritt ging es um die Erstellung der Komplettwerkzeuge. Dann kam die Realisierung der Mastercam-Schnittstelle und schließlich die Einbindung der Messgeräte sowie der Werkzeugschränke hinzu. In der Kürze der Zeit wurden rund 4.600 Komplettwerkzeuge digital mit allen Technologiedaten erstellt. „Die Einteilung in die einzelnen Prozessschritte im Sinne eines Werkzeug-Lifecycle-Managements hat uns einen großen Nutzen gebracht“, sagt Hubert Griesbaum, und Coscom-Vertriebsleiter Sascha Utech fügt hinzu: „Aufgrund der umfassenden Konfigurationsmöglichkeiten kann sich das Coscom-Portfolio den unterschiedlichen Arbeitsweisen unserer Kunden sehr gut anpassen.“ Laut Armbruster ist die TCI-Technologie von Coscom eine wunderbare Technologie, um weitere Systeme Schritt für Schritt in die Prozesskette einzubinden. Insgesamt ist der ToolDirector VM bei Armbruster an 15 Arbeitsplätzen installiert. Sogar die kaufmännische Abteilung hat einen Arbeitsplatz, beispielsweise um nachzuprüfen, ob die im ToolDirector VM hinterlegten Rabatte mit denen übereinstimmen, die in den Rechnungen über die Werkzeuglieferungen ausgewiesen wurden.
Knopfdruck-Lösung für Wiederholteile
Über eine CSV-Anbindung werden die Stammdaten aus dem ERP-System zum ToolDirector VM übertragen, und zwar ein Mal am Tag. Insgesamt werden Daten aus einem Pool von 22.500 Artikeln abgeglichen, die der Gruppe „Fertigung“ im ERP-System bei Armbruster angehören. Mehr als 1.350 NC-Programme, teilweise mit mehreren Arbeitsgängen, wurden seit der Einführung der neuen Toolmanagement-Prozess-Lösung programmiert. Sie alle haben eine Werkzeugrüstliste, die zum Rüsten und Abrüsten der Bearbeitungszentren genutzt wurde. Bei Armbruster sind zwischen 60 und 70 % der Aufträge Wiederholaufträge – für diese wiederkehrenden Umsatzträger ist das Coscom-Infrastruktursystem eine Knopfdruck-Lösung.
AMB, Eingang Ost, Stand EO120














