Arbeitssicherheit

Erst prüfen, dann kaufen!

So lautet die Devise in Sachen Sicherheitsschränke. Wer derzeit die Anschaffung eines Sicherheitsschrankes plant, sollte sich spätestens jetzt die Zulassungsdokumente nach der neuen EN 14470-1 vorlegen lassen. Denn während in Europa für viele Industriezweige bereits einheitliche Standards gelten, waren die Regelungen für die Lagerung von Gefahrstoffen in Sicherheitsschränken in den einzelnen Ländern immer noch unterschiedlich geregelt. Ab April diesen Jahres aber heißt das einheitliche Regelwerk: EN 14470-1.

Bis dato gab es nur bei uns sowie in den Niederlanden und in Österreich Normen und Richtlinien für Sicherheitsschränke, in denen brennbare Flüssigkeiten gelagert werden können. In allen anderen europäischen Ländern gab es bislang weder Schrank-Normen noch Verordnungen und Richtlinien, die einen Sicherheitsschrank und dessen Einsatzgebiet definieren. Absolutes Novum in Europa: Zum ersten Mal überhaupt werden mit der neuen Norm neben Mitarbeitern auch Feuerwehrleute und Rettungskräfte als ausdrückliches Schutzziel definiert!

Wichtig auch: Hierzulande mussten Sicherheitsschränke bislang den Prüfkriterien nach DIN 12925-1 und Trbf 20 standhalten. Dies setzte eine Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Minuten zur uneingeschränkten Nutzung voraus. Die neue Norm EN 14470-1 lässt nun eine Unterteilung in Typ 90, 60, 30 und 15 Minuten zu. Die einzelnen europäischen Länder werden ihre eigene FWF/Typ-Klasse auswählen und definieren. In Deutschland bestätigt die neue EN 14470-1 den geltenden Sicherheitsstandard.

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Mit der EN-Norm steigen zudem die Anforderungen an Prüfung und Zertifizierung der Sicherheitsschränke. Jedes Schrankmodell muss nun einem einheitlichen Brandkammertest unterzogen werden. Eine weitere Neuerung: Bisher war es bei einigen Herstellern gängige Praxis, nur das Hauptmodell einer Schrankserie den aufwändigen und teuren Brandkammertests zu unterziehen. Es reichte aus, die Sicherheit für abweichende Schrankmodelle ohne Brandkammertest mit einer gutachterlichen Stellungnahme bestätigen zu lassen. Das ist nun nicht mehr möglich. Alle Schrankmodelle und jede Schrankgröße müssen einen eigenen Brandkammertest durchlaufen. Diese Prüfungen dürfen zudem nur in zugelassenen Materialprüfanstalten ausgeführt werden.

Bei Hersteller Asecos Deutschland zeigt man sich sehr froh, dass es endlich einheitliche und verbindliche Regelungen für den europäischen Sicherheitsmarkt gibt. Dazu Günther Rossdeutscher, Geschäftsführer des Unternehmens: “Für unsere Schränke ändert die EN 14470-1 nichts. Wir haben unser Schrankprogramm bereits in der Vergangenheit nicht nur nach der alten DIN 12925-1, sondern zusätzlich nach den neuen verschärften Anforderungen testen lassen. Für jedes einzelne Modell unserer Sicherheitsschränke können wir daher schon zu diesem Zeitpunkt das Zertifikat eines Brandkammertests nach EN 14470-1 vorweisen.“ms

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