Antriebstechnik
Verschleißfester und preiswerter als Stahl
Dass Journalisten wie wir Kaffee in den Adern haben oder den Kaffee aufbrühen, als wolle man eigentlich Tinte erzeugen, ist nicht richtig – jedenfalls nicht ganz. Richtig hingegen ist, dass der Kaffeeverbrauch unter den Schreiberlingen deutlich über dem Durchschnitt liegen dürfte. Irgendwann macht man sich da natürlich Gedanken darüber, wie der Kaffee immer den gleichen Feinheitsgrad in der automatischen Kaffee- und Espressomaschine bekommt. Üblicherweise gehen dazu mit vernehmlichen Geräusch verzahnte Stahlscheiben zu Werke, die aus Bohnen feines Mehl produzieren.
Es drängt sich die Frage auf, ob es für diese verschleißanfällige „Schlüsselposition“ in der Maschine nicht eine bessere Lösung gibt. Wie nun klar wird, dass ich mit meiner Idee mal wieder einen Tick zu spät komme: Es haben sich bereits andere Leute Gedanken gemacht und die Alternative aus einer Hochleistungskeramik hergestellt. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Die neuen Mahlscheiben sind nicht nur verschleißärmer, aufgrund einer verbesserten Geometrie ist auch die Funktion erbessert. Und das besonderes Bonbon: Diese Maschinenelemente werden auch noch preisgünstiger.
Die neu konzipierten Zahngeometrien dieser Mahlscheiben bewirken eine hohe Mahlleistung bei gleichmäßiger und schonender Mahlung. Genauso wichtig wie die gleichbleibend hohe Schärfe der Mahlscheiben ist aber deren extreme Härte. Die Verschleißfestigkeit und die daraus entstehenden hohen Standzeiten bringen eine wichtige Kostensenkung.
Mit dem Keramik-Spritzgießverfahren lassen sich komplexe, hochzähe und entsprechend belastbare Bauteile in hohen Stückzahlen und einem Formgebungsschritt fertigen. Eine aufwändige Nachbearbeitung der Teile entfällt komplett, was die Herstellung kostengünstiger werden lässt.
Den Gestaltungsmöglichkeiten sind weite Grenzen gesteckt, was neue Entwicklungen kosteneffektiver realisierbar macht als das in der mechanischen Fertigung möglich ist. Zudem ist der eingesetzte Werkstoff immunokompatibel, also antiallergisch, geschmacks- und geruchsneutral. Die eingesetzten Keramikmischungen werden auch in der Medizintechnik verwendet.
Das ist nur ein Beispiel dafür, wie technische Keramik andere Werkstoffe ersetzen kann. Was also für die Hersteller von Espresso-Automaten zutrifft, gilt selbstverständlich auch für andere Industriezweige. Selbst der Ersatz metallischer durch keramische Niete ist möglich und bringt eine Fülle von Vorteilen (siehe SCOPE 6/04).dr









