Antriebstechnik
Neues Dichtungskonzept
Zentrale Antriebsfunktionen moderner Werkzeugmaschinen werden mit Kugelgewindetrieben realisiert, die hohe Geschwindigkeiten mit sehr hoher Präzision und großer dynamischer Belastbarkeit kombinieren. NSK hat seine vorhandenen Lösungen optimiert und ein neues Dichtungskonzept entwickelt. Ziel war es, Leistung und Funktion der bislang eingesetzten Labyrinthdichtungen in zwei entscheidenden Punkten zu übertreffen. Erstens sollte die Neuentwicklung eine verbesserte Dichtwirkung aufweisen, zweitens sollte diese verbesserte Funktion mit geringer Reibung einhergehen.
Beim Kugelgewindetrieb muss die Dichtung einerseits nach innen abdichten, um den Austritt von Schmierstoff zu unterbinden. Andererseits muss sie verhindern, dass Partikel von außen in die Kontaktfläche von Kugeln, Spindel und Mutter geraten. Für jede dieser beiden Aufgaben wurde eine separate Dichtung entwickelt: Ein äußerer Abstreifer, der die Spindel von Partikeln befreit, und eine zweite, die das Schmierfett zurückhält. Mit einer rechnergestützten Optimierung der Dichtlippenform konnte die Reibung deutlich reduziert werden. Aufgrund der Wirkrichtung der beiden Dichtungen wählte man – abgeleitet von der Anordnung bei Schrägkugellagern – die Bezeichnung X1-Dichtung.
Vorgenommen hatte man sich eine zehnfach höhere Abstreifwirkung. Gemessen wurden nur noch drei Prozent Schmutzeintrag im Vergleich zur Labyrinthdichtung. Zugleich tritt nur noch ein Drittel der sonst üblichen Schmierfettmenge aus. Außerdem zeigten die Tests, dass diese Dichtung die aus der Vorspannung entstehende Reibung nur um ein Prozent erhöht. Damit trägt das neue Dichtungskonzept auch zu den Leichtlaufeigenschaften und der Energieeffizienz eines Präzisionsantriebs bei. Die Dichtung wird als Option für die NSK-Kugelgewindetriebe der neuesten Generation für Werkzeugmaschinen angeboten. st







