Antriebstechnik

Hält was aus

Motor für harsche Umgebungsbedingungen
Der Motor EC 22 HD setzt neue Maßstäbe. (Foto: Maxon)
Antriebe von Maxon verrichten ihren Dienst unter äußerst schwierigen Bedingungen – beispielsweise seit Jahren auf dem Mars. Aber nicht nur im Weltall oder in großen Höhen funktionieren die Gleichstrommotoren einwandfrei, verlässlich und hocheffizient – auch tief unter der Erdoberfläche.

Mit dem EC 22 HD (Heavy Duty) lanciert der Hersteller aus Sachseln in der Schweiz als weltweit erster Anbieter einen Standardmotor für extrem raue Einsatzbedingungen. Er ist für die außerordentlich hohen Anforderungen in der Tiefbohrtechnik entwickelt. Der elektronisch kommutierte EC 22 HD widersteht auch härtesten Bedingungen, unter denen herkömmliche Motoren ihre Funktion aufgeben.

Die Tiefbohrtechnik – in der Öl- und Gas-Exploration „Downhole Drilling“ genannt – ermöglicht die Förderung von Öl und Gas aus Tiefen von über 2.500 Metern. Gekoppelt mit der Richtbohrtechnik (die dynamische Lageausrichtung einer Erdbohrung) ermöglicht sie die Erschließung von bislang unerreichbaren Vorkommen mit Bohrtiefen von zurzeit rund 5.000 und Bohrlängen bis zu 11.000 Meter. Die Entwicklung von Elektronik und entsprechenden Antrieben lassen heute viele Funktionen im gesamten Bohrablauf besser kontrollieren und steuern. So kann beispielsweise die Lage des Bohrkopfes während des Bohrprozesses dynamisch gemessen und ausgerichtet werden. Anderes Beispiel: In diversen Tiefbohr-Werkzeugen werden hydraulische Ventile oder Klappen über elektromechanische Antriebe angesteuert. Die in dieser Tiefe herrschenden Temperaturen und Druckverhältnisse, verbunden mit den starken Vibrationen, die während den Bohrarbeiten auftreten, machen den Einsatz von Elektroantrieben zu einer großen Aufgabe.

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Für hohe Temperaturen und Drücke

Die verschiedenen Varianten des EC 22 HD sind daher für den Betrieb in Luft oder für den Unter-Öl-Betrieb (in Hydrauliköl geflutet) ausgelegt. Die Typenleistung ist abhängig vom umgebenden Medium und beträgt 80 Watt in Luft und, aufgrund der höheren Wärmeabfuhr, 240 Watt in Öl. Sie sind für Umgebungstemperaturen von über 200 Grad Celsius und atmosphärische Drücke bis zu 1.700 bar ausgelegt. Weitere Anforderungen an die Motoren mit 22 Millimeter Querschnitt sind Resistenz gegen starke Vibrationen sowie gegen Schläge und Stöße bis zu 100 g. Ein Vergleich: Ein Formel-1-Fahrzeug wird mit etwa zwei g, Kampfflugzeuge mit bis 13 g belastet.

Die Motoren haben einen hohen Wirkungsgrad – in Luft bis 88 Prozent, in Öl mehr als 70 Prozent – und bieten daher gute Voraussetzungen für akkubetriebene Applikationen. Mit ihren rastmomentfreien Laufeigenschaften haben sie hervorragende Regeleigenschaften und sind für hochpräzise Positionierungsaufgaben geeignet – auch bei niedrigen Drehzahlen.

Der Motor eröffnet neue Möglichkeiten bei vielen Anwendungen mit hohen Anforderungen. Prädestiniert ist er beispielsweise für den Einsatz in der Raumfahrttechnik und in Kraftwerken sowie im Fahrzeug- und Flugzeugbau, im Untertageeinsatz oder in hochdynamischen Bewegungen. pb

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