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3D-Druck-Innovationen

Annina Schopen,

Das sind die Finalisten der Formnext Awards 2025

Die Formnext Awards prämieren auch 2025 in sechs verschiedenen Kategorien Unternehmen, Geschäftsideen und Technologien. Die Finalisten präsentieren ihre Exponate im Vorfeld der Messe online und im Rahmen einer Sonderschau auf der Formnext. Bei der Abstimmung kann sich ab sofort das Publikum beteiligen.

Die Trophäen der sechs Award-Kategorien werden am 20. November auf der Formnext an die Gewinner übergeben. © Mesago Messe Frankfurt / Marc Jacquemin

Die Finalisten der sechs Award-Kategorien zeigen den Weg der Additiven Fertigung in die Zukunft. Die Innovationen beschäftigen sich nicht nur mit aktuellen Herausforderungen wie gesteigerter Nachhaltigkeit und effizienterer Produktion, sondern bieten auch ganz konkrete Anwendungen und spezialisierte Fertigungslösungen – zum Beispiel für die Robotik oder den Dentalbereich.

Die Besucher:innen der Formnext können sämtliche Finalisten auf der Formnext Awards Sonderschau (Halle 11.0, Stand D82) erleben. Die Verkündung der Sieger und die Preisverleihung findet am 20.11. auf der Industry Stage (Halle 11.0, D72) statt. Zusätzlich sind die Finalisten ab sofort auf der Formnext-Website zu entdecken. Bis zum 20.11.2025 ist die Abstimmung für alle Kategorien möglich, wobei das Voting des Publikums als zusätzliche Jurorenstimme zählt.

AMbassador Award

Der AMbassador Award prämiert herausragende Einzelpersonen oder Organisationen, die durch innovative Trainings- und Ausbildungsansätze oder ihre persönliche Fürsprache einen einzigartigen Einfluss auf die Branche und die Anwender haben. Im Finale steht Naiara Zubizarreta, die Direktorin von Addimat, dem spanischen Verband für Additive Fertigung, der in diesem Jahr sein 10. Jubiläum feiert. Seit 2015 leitet sie die Strategie und das Wachstum des spanischen AM-Ökosystems und hat eine starke Gemeinschaft aufgebaut, die heute mehr als 100 Mitglieder umfasst.

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Auch Irena Heuzeroth, Ingenieurin und Senior Trainerin Bildung Spritzgießen | Additive Fertigung hat es mit ihrem Engagement im Bereich Ausbildung in Finale geschafft. Die IHK Würzburg-Schweinfurt und das Das Kunststoff-Zentrum (SKZ) bieten gemeinsam den Praxisstudiengang zum „Geprüften Industrietechniker Fachrichtung Additive Fertigung“ an. Das Weiterbildungsprogramm beleuchtet die gesamte Prozesskette des 3D-Drucks – von den eingesetzten Materialien und deren Verarbeitung über Konstruktion und Verfahren bis hin zu Themen wie Energie, Hydraulik und Arbeitssicherheit.

Neue Wege im Bereich AM-Ausbildung möchte auch Gustavo Melo von der RWTH Aachen möglich machen: Er hat eine technologiegestützte und datengesteuerte Methodik entwickelt.

Design Award

Mit außergewöhnlichen AM-Designs und AM-Produkten haben die folgenden Finalisten in der Kategorie Design Award überzeugt: Die Limb Kind Foundation hat zusammen mit Hewlett-Packard und globalen Partnern ein 3D-Druckprojekt in Kenia gestartet. Dabei wurden im Ausland maßgeschneiderte Prothesen-Schaftteile für Kinder hergestellt und nach Kenia transportiert, wo sie kostenlos von Orthopädietechnikern montiert und den Kindern angepasst werden.

IKM Flux, EOS, Valland und ToffeeX haben in einer Kooperation einen Flux-Verdampfer entwickelt, der den Energiegehalt von LNG-Gas deutlich genauer misst als herkömmliche Geräte. Mit dem Verdampfer, bei dem unter anderem thermo-fluidische Topologieoptimierung zum Einsatz kam, lassen sich geringe aber mitunter sehr teure Messungenauigkeiten bei LNG-Lieferungen beseitigen.

Die Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd hat die Handtherapie-Gadgets „Grabbit“ entwickelt, die helfen sollen, die Hände zu trainieren – zum Beispiel bei Krankheiten, Verletzungen oder altersbedingter Schwäche. TPU-Lattice-Strukturen und PA12 werden dabei mit Eschenholz kombiniert.

(R)Evolution Award

Produkte, Technologien oder Dienstleistungen, die einen besonderen Mehrwert für den Anwender bieten, werden mit dem (R)Evolution Award ausgezeichnet. Bei den diesjährigen Finalisten stehen Innovationen aus der industriellen Fertigung sowie dem Dentalbereich im Fokus. Das portugiesische Unternehmen Erofio hat im Rahmen seines Inov.iQ-Projekts ein Formwerkzeug für eine 100-Tonnen-Spritzgussmaschine vollständig aus Metall 3D-gedruckt. Das Formwerkzeug, das in Zusammenarbeit mit dem Hersteller von Spritzgussmaschinen Engel entstand, ist für ultradünne Teile mit Wandstärken von nur 1 mm konzipiert. Dabei konnte durch die Leichtbauweise das Werkzeuggewicht um 75 Prozent und der Energieverbrauch um 30 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig stieg die Produktivität durch kürzere Zykluszeiten.

Laempe Mössner Sinto hat ein 3D-Drucksystem für die Großserienproduktion von Sandkernen entwickelt und bei der BMW Group erfolgreich in Betrieb genommen. Das System produziert mehr als 1.100 Kerne pro Tag und zählt damit zu den schnellsten Binder-Jetting-Druckern weltweit.

Mit der CoriTec Mythos präsentiert Imes-icore das weltweit erste vollautomatisierte Hybrid-Herstellungssystem, das additive Beschichtung (PEM) und präzises Fräsen/Schleifen in einem 5-Achs-Prozess vereint. Diese Technologie ermöglicht mehrfarbige, multimateriale Zahnrestaurationen mit höchster Oberflächenqualität, Passgenauigkeit und Ästhetik – von Kronen über Brücken bis zu Implantatstrukturen.

Rookie Award

Der Rookie Award prämiert junge Einzelpersonen mit aussichtsreichen Geschäftsideen, die ihre Firma noch nicht oder vor weniger als einem Jahr gegründet haben. Die drei Finalisten bieten innovative Lösungen für den Bereich Medizin und Dental sowie eine technische Optimierung von 3D-Druckern: Das digitale Produktionssystem von Fidentis nutzt Multi-Material-PBF-LB/M, Robotik und Automatisierung, um hochwertige, aus mehreren Materialien bestehende Kobalt-Chrom- und Goldprothesen für den Dentalbereich in großem Maßstab herzustellen.

Um zum Beispiel die Behandlung von Atemnot zu verbessern, nutzt 3DMyMask bei der Herstellung maßgeschneiderter Silikonmasken 3D-Gesichtsscan und AM. Hinter dem Projekt stehen Neonatologen, Wirtschaftsingenieure und Unternehmer, die in IAM3DHUB-Ökosystem eingebettet sind.

Tesseract hat leicht zugängliche Linearmotoren entwickelt, die für FDM-Drucker optimiert sind. Die selbstkorrigierenden Motoren bewegen sich ohne mechanische Übertragung direkt über eine Magnetschiene und ermöglichen so schnellere und präzisere Bewegungen.

Start-up Award supported by Fluxo Technologies

Mit seiner volumetrischen Additiven Fertigung (VAM) verspricht Perfi Technologies den herkömmlichen 3D-Druck zu übertreffen, indem jeder Punkt eines Objekts gleichzeitig statt schichtweise „gedruckt“ wird. Das soll die Produktionszeit von Stunden auf Sekunden reduzieren, Stützstrukturen überflüssig machen und die Nachbearbeitung minimieren.

Ebenso eine neue AM-Technologie hat das junge ungarische Unternehmen Allonic entwickelt: Das 3D Tissue Braiding ist eine neue, textilbasierte additive Fertigungstechnologie und will komplexe Robotik einfach genug für die Massenproduktion machen. Daneben versprechen die Softwaretools der Schweizer Nureo AG, das 3D-Design von Teilen vollständig zu automatisieren.

Das thailändische Start-up OsseoLabs will mit seiner KI-gestützter Operationsplanung und den 3D-gedruckten, patientenspezifischen Implantaten orthopädische sowie kiefer- und gesichtschirurgische Operationen verbessern. Die porösen Gerüste OsseoMatrix und Plattform OsseoVision verbessern laut OsseoLabs die Präzision und reduzieren die Operationszeit um 50 Prozent sowie die Planungszeit um 90 Prozent. Es wurden bereits über 200 klinische Fälle abgeschlossen.

Auf den Gesundheitsbereich hat sich auch Biomotion Technologies FlexCo aus Wien fokussiert und eine Plattform entwickelt, die das Bioprinting von 3D-Gewebemodelle automatisiert und standardisiert. Das Ziel ist es, das Screening von Medikamenten zuverlässiger zu machen.

Sustainability Award supported by Renishaw

Ins Finale des Sustainability Awards, der AM-Anwendungen und Produkte anhand ihres Produktlebenszyklus auszeichnet, stehen Smart Materials 3D Printing, Continuum Powders sowie EOS. Smart Materials 3D entwickelt innovative, biologisch abbaubare 3D-Druckmaterialien aus regionalen agroindustriellen Reststoffen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft in der Additiven Fertigung.

Continuum Powders wandelt mit seiner Greyhound Melt-to-Powder (M2P)-Plattform und dem OptiVantage-Qualitätsrahmen hochwertige Abfälle in anwendungsbereite Metallpulver um.

EOS präsentiert sich mit seinem Filtersystem für das Lasersintern von Metallen, welches mit dem Abluftstrom abtransportiertes und noch brauchbares Pulver abtrennt, sowie reaktive Nebenprodukte der metallbasierten AM wie Kondensat, Ruß und ultrafeinen Partikeln direkt im Prozess neutralisiert. Diese gelten als gefährlicher Sondermüll und verursachen hohe Entsorgungskosten, während die Rückgewinnung des weiterverwendbaren Pulvers Kosten und CO₂-Emissionen spart. Das neue Umluftfiltersystem, das EOS auf der Formnext 2025 vorstellt, wandelt hochreaktive Kondensate in stabile Metalloxide um, die dann sicher entsorgt werden können. Diese Filtration und die integrierte Oxidationstechnologie schonen laut EOS nicht nur die Umwelt sondern sind auch wirtschaftlich nachhaltig.

Weitere Infos, Online-Voting und Vorstellung der Finalisten unter formnext.com/awards

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