Nachhaltigkeit

Andreas Mühlbauer,

3D-Druck mit recyceltem Pulver

Materialise kündigt die Einführung von Bluesint PA12 an, einem Kunststoff, der den Druck eines Bauteils mit bis zu 100 Pro- zent wiedergewonnenem Pulver ermöglicht. Dadurch lassen sich Abfälle beim Lasersintern nahezu vollständig vermeiden und negative Auswirkungen auf die Umwelt reduzieren.

Bluesint PA12 erlaubt die Wiederverwendung des Restpulvers vom Lasersintern. © Materialise

Beim Lasersintern bleibt bis zu 50 Prozent des Pulvers ungenutzt. Die anfallenden Pulverreste lassen sich nur sehr begrenzt wiederverwerten und werden überwiegend entsorgt. Außerdem führte der 3D-Druck mit ausschließlich gebrauchtem Pulver bisher zu problematischen Oberflächen, sodass die so gefertigten Bauteile für die meisten Anwendungen ungeeignet sind. Durch Bluesint PA12 erhöht sich die Ressourceneffizienz beim Lasersintern deutlich. Das Pulver, das normalerweise als Abfall entsorgt wird, lässt sich für neue Bauteile verwenden. Für 2021 plant das Unternehmen den Einsatz mehrerer Lasersinter-Maschinen, die mit Bluesint PA12 bestückt werden.

Das Problem beim Lasersintern ist, dass der 3D-Druck mit ausschließlich gebrauchten Pulvern eine Oberfläche verur- sacht, die auch als „Orangenhaut“ bezeichnet wird. Verursacht wird der Effekt durch Schrumpfung, die auftritt, wenn das Pulver zwischen zwei aufeinanderfolgenden Sinterprozessen abkühlt. Zurzeit wird daher zurückgewonnenes mit frischem Pulver gemischt, was jedoch keine nachhaltige Lösung darstellt. Durch den Einsatz eines 3D-Druckers mit mehreren Lasern konnte Materialise einen Laserstrahl zum Sintern des Pulvers verwenden und einen anderen dazu, das Pulver über einer bestimmten Temperaturschwelle zu halten. Dies verhindert das Abkühlen des Pulvers beim Übergang von einer zur nächsten Schicht und damit auch den Schrumpfungsprozess. Als Ergebnis erhält man ein Objekt, dessen mechanische und visuelle Eigenschaften vergleichbar mit herkömmlich 3D-gedruckten Bauteilen sind.

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