Zerspanen
Mehr Einsatz
erfahren kohlefaserverstärkte Kunststoffe (CFK). Und weil sie immer häufiger vorkommen, müssen sich auch ihre Produktionsprozesse anpassen. Das wird unter anderem an der Presstechnik deutlich. Der Verarbeitungsprozess stellt besondere Anforderungen. Hohe Regelgenauigkeiten beim Paralelllauf des Stößels und hohe Anforderungen an das Durchbiegungsverhalten unter Last sind Voraussetzungen für die Bauteilqualität. Der Schuler Konzern trägt mit seiner neuesten Generation auf die Verarbeitung von CFK zugeschnittenen hydraulischen Pressen dem Rechnung. Im Verbund mit den Automatisierungslösungen des Unternehmens erfüllt das RTM-Verfahren die in der Serienfertigung geforderten Kriterien.
Als einen effizienten Produktionsprozess für CFK-Bauteile sieht das Göppinger Unternehmen das sogenannte Resin Transfer Moulding (RTM). Der Name beschreibt das wesentliche technische Merkmal des Prozesses – das Einspritzen von Kunstharz in die Form während des Pressvorgangs. Der entscheidende Vorteil des Verfahrens ist, dass sich damit auch große Bauteile mit besonders komplexer Form herstellen lassen – eine Grundvoraussetzung für die besonders im Automobilbau geforderte Designfreiheit. Bei den RTM-Pressen aus Göppingen wird das bereits vorgeformte Bauteil aus CFK-Matten in das untere Pressenwerkzeug eingelegt. Nach dem Start des Produktionszyklus führt die Presse das obere Werkzeug nach unten. Das Bauteil befindet sich fortan in einem hermetisch abgeschlossenen Raum, der sich passgenau der Vorform anpasst und es somit auch nicht weiter verformt. Anschließend wird ein flüssiges Harzsystem in das entstandene Vakuum zwischen den Pressenwerkzeugen eingespritzt. Von diesem Moment an garantiert die Presskraft der Anlage, dass das Bauteil trotz des entstehenden hohen Drucks hermetisch abgeschlossen bleibt und sich die Werkzeughälften nicht wieder öffnen – und das mehrere Minuten lang: In dieser Zeitspanne härtet das Harz während eines 100-Grad-warmen Heiz-Prozesses aus. Danach kann das fast schon fertige Bauteil entnommen werden. Es weist aufgrund der präzisen Werkzeugform nur sehr geringe Maß-Toleranzen auf, außerdem ist das Finish im geschlossenen Werkzeug natürlich beidseitig. Nach dem Pressen-Zyklus sind nur noch wenige weitere Arbeitsschritte bis zur abschließenden Lackierung eines Bauteils nötig. ee








