Zerspanen

Für schlappe 1.250 Euro

soll ein Werkzeug-Voreinstellgerät zu bekommen sein? Unmöglich, sagen die Experten, natürlich fest mit Hightech-Lösungen vorprogrammiert. Aber es geht tatsächlich mit dem genannten Minietat, sofern eine Genauigkeit von ±5 Hundertstel Millimeter genügt und man sämtliche Technikverliebtheit abschüttelt. Den Beweis hat Haimer mit einem Voreinstellgerät angetreten, dessen Basis ein ganz normaler Feld/Wald/Wiesen-Messschieber ist, wie ihn jeder Azubi zunächst in die Finger bekommt.

Die Idee ist beim Schrumpfen zerspanender Werkzeuge geboren. Bei solchen Anwendungen wäre ein raffiniertes Kompletteinstellgerät einfach zu teuer, weil viel zu genau. Bei der gezeigten Low-Tech-Lösung ist allerdings ein bisschen Gehirnschmalz gefordert: Wie lang ist das Futter? Wie lang soll das Werkzeug nach dem Einspannen sein? Die Differenz daraus ist am Messschieber einzustellen. Anschließend wird das Werkzeug eingelegt und per Anschlagklemme festgespannt. Diese bestimmt, wie tief der Werkzeugschaft in das Schrumpffutter eingeführt werden muss, um die gewünschte Gesamtlänge zu erzielen.

Es gibt bei dieser Vorgehensweise sogar noch einen erfreulichen Nebeneffekt: Der Anwender sieht nämlich sofort, ob die Einspanntiefe für die geplante Bearbeitung auch wirklich ausreicht. Bei den meisten aufwändigen Werkzeug-Voreinstellgeräten wird dagegen zwar die Gesamtlänge ganz genau eingestellt, aber es ist nicht zu sehen, wie sicher denn die Werkzeugspannung ist.

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Mit dem Werkzeug und der montierten Klemme wird das Schrumpffutter dann im Schrumpfgerät erwärmt und das Werkzeug in die Schrumpfbohrung eingesteckt. Die Anschlagklemme begrenzt das Eintauchen auf den eingestellten Wert. Mit Hilfe einer Lehre lässt sich der Nullpunkt des preiswerten Voreinstellgerätes justieren, so dass die erwähnte Genauigkeit auch wirklich erreicht wird. Nun, Gedankenanstoß gegeben....?rm

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