Zerspanen
Die Wettbewerbsfähigkeit stärken
lässt sich durch verschiedene Strategien. Ganz obenan stehen qualifizierte Mitarbeiter, die – vom Facharbeiter bis zum Geschäftsführer – wissen sollten, was heute dank Maschinentechnik, Software und Automatisierung machbar ist. Das Denken in Systemen und Prozessketten ist bei Herstellern und Abnehmern eine Voraussetzung dafür, zu überzeugenden Ergebnissen zu kommen und der geschäftlichen Partnerschaft eine zuverlässige Basis zu geben. Dabei spielt Glaubwürdigkeit eine entscheidende Rolle. Ein Anbieter von Anlagen der Funkenerosion muss in der Lage sein, seinen Abnehmern aufzuzeigen, wie das HSC-Fräsen und das Senkerodieren wirtschaftlich sinnvoll kombinierbar sind. Auch sollte der Anbieter den Interessenten in Zahlen darlegen können, welche Bedeutung die Automatisierung für die Maschinenverfügbarkeit und damit für die Herstellkosten je Teil hat. Es ist ein großer Unterschied, ob die Maschinen 2.000 oder 7.000 Stunden im Jahr arbeiten. Ein Unternehmen des Werkzeug- und Formenbaus wird überleben, wenn es seinen Kunden Spitzenleistungen ermöglicht, wofür es ja auch herausragende Beispiele gibt: Komplexe Folgeverbundwerkzeuge der Stanzereitechnik mit „fliegender“ Laserbeschriftung, Spritzgießwerkzeuge für das Umspritzen von Stanzstreifen (Kunststoffverbundteile), Formen für Dünnwandteile oder Mehrkomponenten-Spritzgießteile.
In den vergangenen Jahren sind Erodiermaschinen so leistungsstark geworden, dass sie gegenüber älteren Anlagen doppelt so schnell oder gar mehrfach schneller arbeiten. Damit sind heute neue Fertigungsprozesse möglich: Beispielsweise nehme man eine dicke Stahlplatte genau definierter Härte, versehe sie mit Startbohrungen für das Schneiderodieren und lasse den Draht in einer oder mehreren Ebenen programmgemäß wirken. Das Ergebnis ist verblüffend: Es entstehen komplexe Teile, die mit keinem Spiralbohrer, keinem Fräser, keinem Härtevorgang, keiner Schleifscheibe Berührung hatten und dennoch so aussehen, als wäre dies alles geschehen. Bei einer immer wiederkehrenden Fertigungsaufgabe für Montageautomaten (Nachfertigen austauschbarer Verschleißteile) brachte dies nach Herstelleraussagen einen Kosteneinsparungseffekt von 80 Prozent. Vorausgegangen waren ein Gedankenaustausch zwischen Agie und einem Anwender, die Investition in die Schneiderodiermaschine Agiecut Progress, die Ideensuche und eine neue Lösung für die Handhabung der Teile. hs









