EMO 2025 Preview
Grundlage für die Modernisierung der Industrie
Bereits im Vorfeld der EMO 2025 trafen sich internationale technische Fachjournalisten aus 28 Ländern am 10. und 11. Juli mit ausgewählten EMO-Ausstellern in Frankfurt am Main. In kurzen Pitches präsentierten die Aussteller ihre Highlights, die Fachbesucher der Weltleitmesse der Produktionstechnologie vom 22. bis 26. September in Hannover erwarten dürfen.
Unter dem Motto Innovate Manufacturing. steht die EMO für Innovation, Internationalität, Inspiration und die Zukunft der Metallbearbeitung. „Als Plattform für den Dialog zwischen allen internationalen Akteuren der Branche – Herstellern wie Anwendern, - ist sie weltweit einzigartig, denn nirgends treffen die Gäste auf so viel internationale Expertise wie auf einer EMO“, ist Dr. Markus Heering, Geschäftsführer beim EMO-Veranstalter VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), überzeugt. Aktuell haben sich rund 1.500 Aussteller aus 40 Ländern zur EMO 2025 angemeldet. Vor zwei Jahre zog die Messe rund 92.000 Fachbesucher aus fast 140 Ländern an.
Wie keine andere Messe präsentiert die EMO seit 50 Jahren die Wertschöpfungskette der Metallbearbeitung in ihrer gesamten Breite: von Werkzeugmaschinen, Produktionssystemen und additiven Verfahren über Präzisionswerkzeuge und Automatisierung bis hin zu Messtechnik, Qualitätssicherung, Software und Zubehör. Die Zielgruppen sind die globalen Impulsgeber der Industrie: Maschinenbau, Automobil- und Luftfahrtindustrie, Metallbe- und -verarbeitende Industrie, Medizintechnik, Energieversorgung, aber auch Elektronikindustrie und viele mehr. „Das Angebot der EMO-Aussteller ist Grundlage für die Rundum-Modernisierung der Industrie. Nach drei Jahren Rezession und einem großen Investitionsstau, zumindest hierzulande, bietet sie mit neuen Entwicklungen und neuen Lösungen jede Menge Impulse für Investitionen in die Fertigung, damit unsere Kunden gut gerüstet durchstarten können.
Einen Vorgeschmack sehen wir auf der EMO-Preview hier in Frankfurt“, sagt Heering. Nicht nur technisch geben die EMO-Aussteller den Takt vor. Die Messe will auch Orientierung für die Nachfrageentwicklung bieten. Beim EMO Economic Forum Made for Tomorrow - Discover what drives the future of manufacturing. am 23. September 2025 in Hannover diskutieren Experten aus den Top-Kundenbranchen der Metallbearbeitung, wie sie die weitere Entwicklung einschätzen.
EMO fokussiert globale Megatrends
Die Industrie befindet sich weltweit inmitten eines umfassenden Transformationsprozesses. Überall zeigen sich ähnliche Herausforderungen: Der Wettbewerb verschärft sich. Investoren warten ab. Die Kosten steigen. Der Bedarf an nachhaltigen Produkten nimmt zu. Gleichzeitig erschwert die Alterung der Gesellschaft und damit steigender Fachkräftemangel vielerorts den Fortschritt, während die Integration neuer Technologien wie additive Fertigung und künstliche Intelligenz kontinuierliche Weiterbildung erfordert. Die EMO 2025 nimmt diese Herausforderungen auf und rückt drei Themen in den Fokus: Automatisierung, Nachhaltigkeit sowie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
Automatisierung für mehr Effizienz in der Metallbearbeitung
Vor dem Hintergrund hoher Qualitätsanforderungen und des Fachkräftemangels ist Automatisierung für die Industrie von zentraler Bedeutung. Automatisierungslösungen erhöhen Effizienz und Qualität im Fertigungsprozess. Sie sind einer der Haupttreiber für Investitionen und werden in den unterschiedlichsten Ausprägungen von vielen EMO-Ausstellern angeboten. Automatisierung ersetzt manuelle Tätigkeiten und gewährleistet mehr Transparenz im gesamten Fertigungsprozess. Sie sollte einfach zu bedienen, flexibel an den individuellen Bedarf der Anwender anzupassen sein und in die Produktion von der Serie bis zur wirtschaftlichen Einzelstückfertigung eingebunden werden können. Automatisierung reicht von den einfachen Lösungen wie Palettenwechslern und Handlingsystemen bis hin zu Robotereinsatz und autonomen Fabriken mit selbstfahrenden Systemen. Darüber hinaus bedeutet Automatisierung auch die Unterstützung des Maschinenbedieners, z.B. durch Assistenzsysteme. Ein wachsender Trend ist die Einbindung von Nebenprozessen wie Reinigen, Beschriften oder Messen.
Nachhaltigkeit für mehr Klimaschutz
Viele Länder haben sich Maßnahmen für mehr Klimaschutz und Investitionen in die grüne Transformation ihrer Industrie auf die Fahnen geschrieben. In den Unternehmen wird sie getrieben durch den Gesetzgeber, der zahlreiche Berichtspflichten fordert, und den Kunden, der seinen CO²-Fußabdruck berechnen will.
Im Fokus der Nachhaltigkeit in der Produktion stehen ein reduzierter Energie- und Materialverbrauch sowie die Einführung einer Kreislaufwirtschaft. Investitionen in neue Maschinen sparen rund 25 Prozent der Energie, so die Erfahrung. Damit wird der CO2-Fußabdruck verkleinert. Viele Einzelmaßnahmen führen hier zum Ziel. Moderne Elektromotoren und innovative Antriebstechnik sparen im Vergleich zur Vorgängergeneration erheblich an Strom. Weitere Stellschrauben sind verbesserte Regelungstechnik, optimierte Auslegung von Druckluft- und Hydraulikanwendungen oder reibungsminimierte Lager- und Führungstechnik. Auch hier spielen die Neben- und Folgeprozesse eine große Rolle, z.B. die Temperierung von Reinigungsbädern bei der Teilereinigung oder die Kühlung einer Maschine.
Die Sustainability Area in Halle 15 auf der EMO 2025 ist der ideale Treffpunkt, um modernste Lösungen für die nachhaltige Produktion von morgen zu erleben. Hier informieren Aussteller über Trends zur Energieeffizienz, die Integration regenerativer Energien, Kreislaufwirtschaft und Lebenszykluskonzepte. Sie fördern nicht nur den Klimaschutz, sondern senken auch die Produktionskosten in Zeiten knapper Energie und Rohstoffe. „Der VDW hat sich gemeinsam mit anderen zudem frühzeitig mit den Grundlagen für die Berechnung des CO2-Fußabdrucks beschäftigt. Daraus ist ein Einheitsblatt entstanden, das bei den Kunden extrem gut nachgefragt ist. Auch das präsentieren wir natürlich in der Sustainablity Area“, sagt Markus Heering.
Künstliche Intelligenz und Digitalisierung für höhere Produktivität
Digitalisierung und Vernetzung sind schon lange Themen in der Produktion. Jetzt kommt die künstliche Intelligenz hinzu. Aber immer noch gibt es Stellschrauben, um mit Daten höhere Produktivität zu erreichen und neue Geschäftsmodelle aufzusetzen. Halbleiter gestatten Anwendern, ihre Produktionsprozesse intelligenter zu gestalten, indem sie Technologien wie das Internet der Dinge (IoT) und künstliche Intelligenz (KI) nutzbar machen. Sie schaffen Transparenz über die Effizienz der Fertigungsabläufe, ermöglichen die Echtzeitüberwachung und -steuerung von Maschinen und Prozessen sowie eine vorausschauende Wartung. Grundvoraussetzung dafür ist die Nutzung offener, standardisierter Datenschnittstellen. Maschinenhersteller in vielen Ländern der Welt kennen mittlerweile die globale Initiative umati (universal machine technology interface) oder haben sich ihr bereits angeschlossen. umati wird auf der EMO 2025 wieder in Halle 6 zeigen, welchen Nutzen die standardisierte Vernetzung von Maschinen bietet, und dies ist für Anwender aus aller Welt von großem Interesse. Deshalb kooperiert umati auch mit allen gängigen internationalen Initiativen wie beispielsweise NC Link aus China und mt connect aus den USA.
Darüber hinaus fördern Digitalisierung und Vernetzung die Individualisierung von Produkten und die Anpassung an sich schnell ändernde Marktanforderungen. Mit Methoden wie Mass Customization können Unternehmen maßgeschneiderte Produkte in kleiner Stückzahl herstellen, ohne die Effizienz der Serienproduktion zu verlieren. Wichtig ist die Integration von Datenanalysen und Big Data in die Produktionsprozesse. Durch die Auswertung großer Datenmengen können Produktionsabläufe optimiert, Fehler frühzeitig erkannt und Ressourcen effizienter eingesetzt werden. Das steigert die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Markt erheblich. Auf der EMO 2025 bietet der AI Hub@EMO 2025 in Halle 6 Investoren aus Industrie und Administration praktischen Anschauungsunterricht zu den Potenzialen der Künstlichen Intelligenz in der Produktion. Expertinnen und Experten aus der Forschung stehen zur Verfügung, um zu informieren und in Detailfragen einzusteigen. „Die EMO-Aussteller sind eingeladen, ihre Best Practices zu kommunizieren und sich mit dem AI Hub@EMO2025 zu vernetzen, damit der Besucher ein rundes Bild von der Zukunft der Produktion mit künstlicher Intelligenz bekommt“, sagt Heering. Das sei die Chance für Unternehmen, sich dazu im Markt zu positionieren. Ergänzt wird der AI Hub durch die so genannen P.O.P. Talks, die täglich um 14:00 Uhr auf dem zentralen EMO-Vortragsforum in Halle 12 stattfinden werden. In unterschiedlichen Formaten, im Vortrag, im Interview oder in Paneldiskussionen werden die verschiedenen Aspekte von KI in der Produktion beleuchtet und mitunter auch kontrovers diskutiert. Das sind u.a. Einsatzmöglichkeiten, Datensicherheit, Automatisierung, politische Rahmenbedingungen für die Digitalisierung u.v.m.
Advanced Manufacturing - die Zukunft der Metallbearbeitung weltweit
Die drei Fokusthemen hängen eng zusammen und beschreiben die Produktion der Zukunft. Advanced Manufacturing heißt Automatisierung, 24 Stunden, sieben Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr, z.B. mit dem Einsatz von Robotern. Ziel ist es, Kosten zu senken, Qualität zu steigern und Personalengpässe zu kompensieren. Digitalisierung wiederum ist ein Enabler für die Automatisierung. Die Einbindung von Künstlicher Intelligenz in alle Unternehmensbereiche wie Personal, Marketing, Softwareentwicklung und schließlich auch die Produktion, ist der nächste Schritt. Sie sorgt dafür, Maschinen effizienter zu betreiben und auf der Basis der gewonnenen Daten Produktionsprozesse nachhaltiger zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen Energie- und Materialeffizienz sowie die Kreislaufwirtschaft. Damit wiederum werden Kosten gesenkt und Ressourcen geschont.
Highlights im EMO-Rahmenprogramm
Fortschritte in allen drei Feldern bringen die Industrieproduktion weiter voran. Sie können Investitionen stimulieren und die Nachfrage nach Produktionstechnik ankurbeln. „Um gemeinsam mit Ausstellern und Besuchern auf dem neusten Stand zu sein, sind wir als EMO-Veranstalter bemüht, die entscheidenden Stellschrauben dafür auf der Messe abzubilden“, sagt Heering. Das äußert sich unter anderem in der Additive Manufacturing Area in Halle 12, bei dem die neusten Anwendungen im Bereich der additiven Fertigung beleuchtet werden. Mit Blick auf die Zukunft und junge Talente, spielt die Nachwuchsstiftung Maschinenbau mit der Sonderschau Bildung in Hall 7 eine entscheidende Rolle, um den Fachkräftenachwuchs für die Herausforderungen von morgen zu stärken. Die qualifizierte Ausbildung ist die Basis für den Erfolg der Branche. Durch gezielte Fördermaßnahmen trägt sie dazu bei, dass der Maschinenbau auch langfristig innovativ und wettbewerbsfähig bleibt. Die Sonderschau Bildung zeigt mit vielen frischen Formaten, wie die Ausbildung auf die aktuellen Anforderungen in der Technologie, Digitalisierung und künstlichen Intelligenz in den Unternehmen bestmöglich ausgerichtet werden kann. Weiterhin zahlt die Startup Area in Halle 6, auf der innovative Jungunternehmen ihre wegweisenden Lösungen präsentieren, darauf ein.
Das EMO-Motto Innovate Manufacturing ist deshalb mehr als ein Leitspruch. Es ist ein Aufruf an Anbieter und Anwender, die Möglichkeiten neuer Technologien mutig auszuschöpfen. Das EMO-Angebot wird ihnen dafür sehr viel Inspiration und neue Ideen liefern. Beides sind die Triebfedern ihres wirtschaftlichen Erfolgs.









