Wirtschaft + Unternehmen

Die weibliche ­Unternehmenssicht

Noch immer sind Frauen in technischen Berufen unterrepräsentiert. Vor allem jedoch trifft diese Tatsache auf Führungspositionen zu. handling sprach mit Susanne Schroff, Geschäftsführerin der schweizerischen Rotronic AG, über

handling: Wo sehen Sie besondere Herausforderungen für sich als Frau bei der Durchsetzung Ihrer unternehmerischen Ziele?

Schroff: Um unternehmerische Ziele durchzusetzen macht es wenig Unterschied, ob jemand Mann oder Frau ist. Eine besondere Herausforderung als Frau im Bezug auf die Unternehmensziele sehe ich nicht.

handling: Inwieweit empfinden Sie Ihren Führungsstil als spezifisch weiblich und wodurch unterscheidet er sich von einem männlichen?

Schroff: Typisch weibliche Eigenschaften wie Intuition und Einfühlungsvermögen kommen uns gerade in Führungspositionen zu gute. Auch die immer wichtiger werdende soziale Kompetenz ist bei uns Frauen meist höher als bei unseren männlichen Kollegen. Frauen führen meines Erachtens „subtiler“. Männer stehen in einem ständigen Wettbewerb, wobei sie uns Frauen oftmals nicht für ihre Konkurrenten halten. Das kann uns zu gute kommen. Wir Frauen müssen aber ebenfalls lernen, im Vordergrund zu stehen und unsere Ideen durchzusetzen. Einige Frauen in Führungspositionen machen allerdings den Fehler, dass sie sich zu sehr ihren männlichen Kollegen angleichen.

handling: Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Führen von Frauen und von Männern gemacht?

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Schroff: Es macht keinen Unterschied, ob ich mit Frauen oder mit Männern zusammenarbeite. Der Gradmesser zur Beurteilung von sowohl Frauen als auch Männern ist in erster Linie die Leistung.

handling: Mit welchen Charakteren arbeiten Sie gern zusammen und warum?

Schroff: Ich arbeite gern mit Menschen zusammen, die Freude daran haben, im Team etwas zu erreichen. Dabei – wie bereits erwähnt – spielt es für mich keine Rolle, ob es sich um Frauen oder Männer handelt. Ich möchte an dieser Stelle aber mit dem Mythos aufräumen, dass Frauen ungern mit Frauen zusammenarbeiten. Ich habe immer gerne mit Frauen gearbeitet – vorausgesetzt natürlich, die Leistung stimmt.

handling: Halten Sie eine Quotenregelung, wie Sie in den USA bezüglich weiblicher Führungspositionen im Management üblich ist, für sinnvoll? Würde sich Qualität nicht einfach durchsetzen?

Schroff: Tatsächlich ist es immer noch so, dass Männer gegenüber Frauen bei vielen Stellen bevorzugt werden. Auf diesem Gebiet – auch hinsichtlich der unterschiedlichen Löhne – ist noch viel Arbeit zu leisten. Die in den USA übliche Quotenregelung halte ich aber nicht für sinnvoll. Bekommen Frauen mit Hilfe derer eine Stelle, sieht es immer so aus, als hätten sie diese nur mit Unterstützung bekommen. Wir Frauen müssen einfach lernen, uns besser durchzusetzen und für unsere Ziele zu kämpfen. Das Gespräch führte Alexander Völkert.

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