Maschinenbau | Anwenderbericht
Kabellos in der Bürstenfertigung
Etwa drei Autostunden vom Keba-Hauptsitz in Linz entfernt betreibt das Unternehmen Wöhler Bohemia einen Produktionsstandort, der sich auf die Entwicklung und Herstellung von Maschinen zur Optimierung der Bürstenfertigung spezialisiert hat. Auf der Suche nach einem Handbediengerät für diese Anlagen stieß das Team auf die Safe-Wireless-HMI-Panels von Keba. Für die Entwickler erfüllten diese zwei zentrale Anforderungen: ergonomische Bedienbarkeit und kabellosen Betrieb.
Die Region um Pelhřimov, in der sich der Hauptsitz von Wöhler Bohemia befindet, gilt seit Langem als Zentrum der Bürstenherstellung. Produziert werden dort unterschiedlichste Varianten – von Zahnbürsten über Pinsel bis zu Schornsteinfegerbesen. Die 1994 gegründete Wöhler Bohemia s.r.o. gehört zur deutschen Wöhler-Gruppe, die 1932 gegründet wurde. Der Name Wöhler steht seit Jahrzehnten für Produkte in den Bereichen Mess- und Prüftechnik, technische Bürsten sowie Spezialmaschinen zur Herstellung von Farbrollern und Pinseln.
Der Standort in Pelhřimov war ursprünglich darauf ausgerichtet, Dienstleistungen und Lösungen für die Muttergesellschaft zu entwickeln. Inzwischen erweitert das Unternehmen sowohl sein Produktportfolio als auch die Zahl der Märkte, in denen es aktiv ist.
Die HMI-Geräte bezog Wöhler lange Zeit indirekt von Keba über einen anderen Anbieter, der sie unter eigenem Logo vertrieb. Diese Lieferbeziehung endete jedoch. Jaroslav Markvart, CEO von Wöhler Bohemia, sagt: „Wir mussten uns nach Alternativen umsehen, da unser bisheriger Anbieter die Keba-Produkte nicht mehr lieferte.“ Auf der Fachmesse automatica 2020 kam das Unternehmen schließlich direkt mit Keba in Kontakt. Daraus entwickelte sich eine unmittelbare Zusammenarbeit. „Das war für uns von Vorteil. Wir haben das gesamte Produktportfolio kennengelernt und während dieser Gespräche auch das Safe-Wireless-Konzept von Keba entdeckt. Das war uns zuvor nicht bekannt.“
Bewegungsfreiheit bei der Inbetriebnahme
Ein aktuelles Entwicklungsprojekt in Pelhřimov ist eine Maschine mit Delta-Roboter. Bei der Inbetriebnahme neuer Produkte müssen Bediener sich in der Roboterzelle bewegen können, während sie das System über ein HMI-Gerät konfigurieren und programmieren. Gleichzeitig behalten sie die Bereiche im Blick, an denen Anpassungen nötig sind. „Ein Kabel wäre eine echte Belastung für den Bediener, da es die Flexibilität einschränken und die Bewegungsfreiheit behindern würde“, erklärt Markvart.
Aus Sicht des Unternehmens bietet ein kabelloses Bediengerät hier praktische Vorteile. Markvart sagt: „Die Vorteile des Safe Wireless-Konzepts liegen auf der Hand. Wir werden es als Option, quasi als Zubehör, für jede Maschine anbieten. Wir bieten ausschließlich HMIs von Keba an, keine Produkte anderer Marken. Das Safe Wireless-Panel hat gute Chancen, sich als neuer Standard durchzusetzen.“
Markvart beschreibt auch die Inbetriebnahme der Geräte: „Kein anderer Anbieter kann eine Lösung liefern, die so einfach zu installieren und zu bedienen ist und zudem über ein sicheres Wireless-Konzept verfügt. Als wir das erste HMI erhielten, mussten wir lediglich den Strom anschließen, die IP-Adresse einrichten und die Visualisierung auf dem HMI konfigurieren – schon war es betriebsbereit. Das nennen wir einfach zu bedienen.“
Die KeTop-Panels lassen sich zudem an Corporate Design und funktionale Anforderungen anpassen. Für Wöhler spielt dieser Aspekt bislang eine untergeordnete Rolle, da das Unternehmen überwiegend Einzelmaschinen oder kleine Stückzahlen fertigt. „Damit dies attraktiv wird, braucht man andere Stückzahlen. Das könnte zu unserer zukünftigen Strategie passen, wenn wir unsere Produktpalette weiterentwickeln“, sagt Markvart.
Wettbewerb und vorsichtige Märkte
Parallel dazu arbeitet Wöhler an einer Erweiterung seines Geschäfts. „Die aktuellen Markttrends zwingen uns dazu“, erklärt Markvart. Ein Faktor ist der Wettbewerb durch chinesische Anbieter. „Der Preisunterschied beträgt etwa 30 %, ich bin mir jedoch sicher, dass der Qualitätsunterschied darunter liegt. Hier haben wir also eine Lücke, auf die wir mit neuen Produkten und Innovationen reagieren müssen.“
Ein Vorteil des Unternehmens liegt in der kundenspezifischen Auslegung seiner Maschinen. In vielen Fällen handelt es sich um Einzelanfertigungen.
Gleichzeitig beobachtet Wöhler eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft in einigen Kundensegmenten. „Die Maschinen und Lösungen von Wöhler sind für große Volumina und hohe Durchsätze ausgelegt und auf die Bedürfnisse der Zulieferer der Bauindustrie zugeschnitten. Hier werden Projekte auf Eis gelegt oder verschoben, was die Planung sehr erschwert“, sagt Markvart. „Deshalb erweitern wir unser Portfolio um kleinere Maschinen mit weniger komplexen Konstruktionen und Technologien und erschließen gleichzeitig neue Märkte.“
Damit verschieben sich auch die Anforderungen an die Entwicklung. Kunden definieren die Qualitätsanforderungen an Bürsten sowie die gewünschten Maschinenzykluszeiten selbst. „Es ist unsere Aufgabe, dies auf möglichst intelligente Weise zu lösen“, so Markvart.
Zusätzlich prüft das Unternehmen, Automatisierungs- und Montagelösungen auch für andere Branchen anzubieten. Grundlage dafür sind Erfahrungen im Maschinenbau und in der Prozessoptimierung. Auch Robotik spielt in den Entwicklungsprojekten eine zunehmende Rolle.
Zusammenarbeit als Faktor
Als mittelständisches Unternehmen setzt Wöhler nach eigenen Angaben auf kurze Kommunikationswege mit Partnern. Markvart beschreibt die Zusammenarbeit so: „Die Kommunikation mit Keba ist schnell, und die Mitarbeiter sind sehr hilfsbereit. Sie unterstützen uns beim Wachstum unseres Unternehmens, indem sie gemeinsam mit uns Lösungen finden. Ich bin mir daher sicher, dass die Zukunft von Wöhler mit Keba verbunden sein wird.“










