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Artikel und Hintergründe zum Thema

Industrie und Klima

Melanie Steinbeck,

Warum elf Bundesländer den Einsatz von emissionsarmem Stahl in der Autoindustrie fordern

Elf Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten haben sich – angestoßen von Saarland und Niedersachsen – in einem gemeinsamen Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gewandt. Ihr Anliegen: Der Einsatz von emissionsarmem Stahl in der Automobilproduktion soll gestärkt, beide Sektoren sollen regulatorisch enger miteinander verknüpft werden. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl begrüßt die Initiative – und sieht darin ein wichtiges industriepolitisches Signal.

Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl © Wirtschaftsvereinigung Stahl

Die Forderung: Klimaschutz und Industriepolitik zusammendenken

Die Landesregierungen setzen auf einen klaren Kurs: Heimischer, emissionsarmer Stahl soll eine größere Rolle in der europäischen Autoindustrie spielen. Für die Branche könnte das bedeuten, dass CO₂-Einsparungen entlang der Lieferkette künftig stärker in die Bewertung der Flottenemissionen einfließen.

Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, formuliert es so:

„Die Initiative der Regierungschef:innen der Stahlallianz-Länder ist ein starkes Signal an die Europäische Kommission. Clean Steel Made in Germany & EU ist zentral für einen nachhaltigen Industriestandort Deutschland und Europa. Um diesen Standort zu sichern, ihn resilient und zugleich klimaneutral zu machen, braucht es marktbasierte Anreize entlang der gesamten europäischen Wertschöpfungskette – beginnend mit der Grundstoffindustrie!

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Der Vorschlag: Anrechnung von CO₂-Einsparungen auf Flottenbilanz

„Eine Anrechnung von CO₂-Einsparungen durch zertifizierten emissionsarmen Stahl auf die Flottenbilanz der Automobilhersteller ist dafür ein wirkungsvoller Hebel", so Kerstin Maria Rippel. „Dadurch werden Wettbewerbsfähigkeit, industrielle Wertschöpfung und Klimaschutz gleichermaßen gestärkt. Die Stahlindustrie am Standort ist bereit, ihren Beitrag zu leisten. Jetzt braucht es ein regulatorisches Umfeld, das diese Investitionen unterstützt und die Strategien von heimischer Stahl- und Automobilindustrie konsequent miteinander verknüpft.“

Das Ziel: Bis 2045 soll Produktion in Deutschland klimaneutral werden

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl vertritt eine Branche, die sich ambitionierte Ziele gesetzt hat: Bis 2045 soll die Produktion in Deutschland klimaneutral werden. Gelingt das, könnten rund ein Drittel der industriellen Treibhausgasemissionen eingespart werden. Mit 37,2 Millionen Tonnen Produktion im Jahr 2024 bleibt Deutschland europäischer Spitzenreiter.

Dass Stahl und Automobilindustrie enger zusammengedacht werden sollen, liegt nicht nur klimatisch, sondern auch industriepolitisch nahe. Die energieintensive Transformation der Grundstoffindustrie erfordert klare regulatorische Vorgaben und Abnehmer, die klimafreundliche Materialien nachfragen und anrechenbar machen.

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