Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW)

Inka Krischke,

Werkzeugmaschinenindustrie erwartet Aufschwung erst 2026

Die Erholung der Werkzeugmaschinenindustrie verschiebe sich ein weiteres Mal, prognostiziert Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des VDW. So rechne der Verein erst für 2026 damit, wieder auf einen stabilen Wachstumspfad zurückkehren zu können.

Dr. Markus Heering, Geschäftsführer VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) © VDW

Im zweiten Quartal 2025 verharrte der Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie auf Vorjahresniveau. Dabei gaben die Bestellungen aus dem Inland um 14 Prozent nach, die Orders aus dem Ausland stiegen um 7 Prozent. Von Januar bis Juni 2025 sank der Auftragseingang um 5 Prozent. Die Inlandsnachfrage fiel um 22 Prozent, die Auslandsorders notierten 4 Prozent über Vorjahr.

„Impulse kommen im ersten Halbjahr vor allem aus Europa, während die Nachfrage hierzulande bisher nicht anspringen will“, kommentiert der VDW-Geschäftsführer Dr. Heering die Zahlen. Die anhaltende Unsicherheit durch die US-Zollpolitik und die vielen Krisen lasse Investoren abwarten. Der aktuell ausgehandelte Zollsatz von 15 Prozent, solange er denn gilt, erhöht die Kosten und beeinträchtigt die deutschen Exporte in den größten Markt USA erheblich. „Obwohl die US-Industrie unsere Maschinen dringend benötigt, weil es im Land keine vergleichbaren Angebote gibt, werden insbesondere kleine und mittlere US-Unternehmen die höheren Preise nicht zahlen können“, stellt Heering fest.

Anzeige

Mittelfristig hellen sich die Perspektiven in Deutschland jedoch auf. Die beschlossenen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur sowie das kürzlich verabschiedete Investitionspaket könnten die Bereitschaft zu Neuanschaffungen spürbar beleben. Das ifo-Geschäftsklima jedenfalls signalisiert eine bessere Stimmung im deutschen Verarbeitenden Gewerbe. Der internationale Einkaufsmanagerindex PMI zeigt ebenfalls eine Bodenbildung in der deutschen Industrie an. Die ersehnte Trendwende ist das jedoch noch nicht. „Die Erholung der Werkzeugmaschinenindustrie verschiebt sich ein weiteres Mal“, prognostiziert Heering. „Wir rechnen erst 2026 damit, wieder auf einen stabilen Wachstumspfad zurückkehren zu können.“ Vor allem soll die Inlandsnachfrage für Rückenwind sorgen, während das Auslandsgeschäft voraussichtlich schwächer ausfallen wird als bislang erwartet. „Die USA schaden sich mit ihrer Zollpolitik selbst am meisten und fallen als Konjunkturmotor aus“, sagt Heering.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres lag der Werkzeugmaschinenumsatz bei minus 9 Prozent. Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie gehört zu den fünf größten Fachzweigen im Maschinenbau. Sie liefert Produktionstechnologie für die Metallbearbeitung in alle Industriezweige. 2024 produzierte die Branche mit durchschnittlich rund 65.300 Beschäftigten (Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern) Maschinen und Dienstleistungen im Wert von rund 14,7 Mrd. Euro.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Industriestandort

VDMA: Innovationsstandort in Gefahr

Der Maschinenbau will die Produktion in Deutschland und Europa erhalten. Es brauche jedoch dringend bessere Standortbedingungen, um zu verhindern, dass Forschung, Produktion und damit auch Innovation abwandern, hieß es auf der Jahrespressekonferenz...

mehr...
Anzeige
Anzeige

VDMA

Weiterhin Warten auf die Trendwende

Zum Jahresschluss haben Aufträge für Großanlagen für eine positive Überraschung in den Orderbüchern des Maschinen- und Anlagenbaus gesorgt. Das Gesamtergebnis war jedoch enttäuschend – insgesamt blieben die Aufträge 2024 um real 8 % unter ihrem...

mehr...
Anzeige

Antriebstechnik

Triton Partners übernimmt Flender

Die globale Investmentgesellschaft Carlyle hat eine Vereinbarung über den Verkauf von Flender, Anbieter mechanischer Antriebstechnik, an den von Triton beratenen Triton Fund 6 unterzeichnet. Die Bedingungen der Transaktion wurden nicht bekannt...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren