Wirtschaft + Unternehmen

Transportlogistik droht der Kollaps

Angesichts der durch die Finanz- und Wirtschaftskrise notwendigen Sparmaßnahmen und der deshalb zu erwartenden Einschnitte auch in den Budgets für den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur droht ein Kollaps vieler Transportsysteme. Das zeigt eine aktuelle Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) und des Supply Chain Management Institute (SMI) der European Business School (EBS) zur Zukunft der Logistik. Für die Studienreihe Transportation & Logistics 2030 wurden im Auftrag von PwC 104 Branchenexperten aus 29 Ländern aller Kontinente nach einer Echtzeit-Delphi-Methode zu den wahrscheinlichsten Entwicklungen im Bereich Transportinfrastruktur bis zum Jahr 2030 befragt. Im Bereich Verkehrsinfrastruktur herrscht bei allen Verkehrsträgern in Deutschland ein massiver Investitionsstau. Zwar hat die Bundesregierung im Rahmen der Konjunkturprogramme und einer Aufstockung der Mittel für Verkehrsinfrastruktur für 2009 und 2010 zwölf Milliarden Euro eingeplant, nach 2011 werden diese voraussichtlich aber wieder auf ein unzureichendes Niveau von weniger als zehn Milliarden Euro zurückfallen. "Die Erhaltungsinvestitionen werden massiv unterschätzt. Ohne die dringend nötigen Investitionen in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ist das Wirtschaftswachstum in Deutschland mittelfristig gefährdet", warnt die Studie. Alternative Finanzierungswege werden angesichts leerer Staatskassen an Bedeutung gewinnen. Vereinzelt tragen auch heute schon Maut-Zonen in Innenstädten, wie zum Beispiel in London oder Stockholm, und landesweite Systeme wie die LKW-Maut in Deutschland zur Finanzierung der Transportinfrastruktur und zur Steuerung der Verkehrsflüsse bei. Bis 2030, so die Einschätzung der befragten Experten, werden Maut-Systeme deutlich ausgebaut und die Transportinfrastruktur stärker über die tatsächliche Nutzung finanziert. Dabei werden auch Privatinvestoren immer häufiger in Projekte eingebunden. Besonders in den Industrienationen werden Public Private Partnerships (PPP), bei denen sich Privatinvestoren an den Kosten für z. B. die Sanierung eines Autobahnabschnitts beteiligen, anschließend aber auch an den Einnahmen aus der Maut beteiligt sind, massiv zunehmen. Eine weitere denkbare Finanzierungsvariante sind auch Modelle wie der "Bay Area Rapid Transit" in San Francisco, der sich zu 50 Prozent aus Mauteinnahmen und zu 50 Prozent aus Abgaben der Geschäfte finanziert, die von der besseren Infrastruktur profitieren. Die Studie "Transportation & Logistics 2030. Volume 2: Transport infrastructure - Engine or hand brake for global supply chains?" kann kostenlos bestellt werden: http://www.pwc.de/de/transport. Foto: MAN bw

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