Schmolz+Bickenbach

Robustes Ergebnis im schwierigen Umfeld

Schmolz+Bickenbach konnte im ersten Halbjahr 2013 zwar ein robustes, aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht mehr ganz so gutes operatives Ergebnis erzielen. Das bereinigte EBITDA betrug 96 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2013 bzw. 48.8 Mio. Euro im zweiten Quartal 2013. In dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte das bereinigte EBITDA in einem deutlich besseren Marktumfeld noch 131,8 Mio. (H1 2012) bzw. EUR 58.7 Mio. (Q2 2012) betragen.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind bei dem Hersteller von Spezialstahl im ersten Halbjahr 2013 der Absatz um 6.3% auf 1063 Kilotonnen (H1 2012: 1134 Kilotonnen) und der Umsatz um 11.9% auf 1740,5 Mio. Euro (H1 2012: 1974,9 Mio.) zurückgegangen. Der im Vergleich zum Absatz stärkere Umsatzrückgang erklärt sich im Wesentlichen durch die niedrigeren Rohmaterialpreise, die über Schrott- und Legierungszuschläge an die Kunden weiterbelastet werden, und dem weiterhin niedrigen Preisniveau. Allerdings konnten im ersten Halbjahr 2013 in allen Monaten über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum liegende Auftragseingänge verzeichnet werden, die sich bereits im zweiten Quartal 2013 positiv in einer leichten Absatzsteigerung von 1,3% auf 533 Kilotonnen (Q2 2012: 526 Kt) gegenüber dem Vorjahresquartal ausgewirkt haben.

Die Bruttomarge sank im ersten Halbjahr 2013 absolut um 71.8 Mio. Euro auf 552.9 Mio. Euro (H1 2012: 624.7 Mio. Euro), was einem Rückgang von 11.5% entspricht. Prozentual erreichte sie im ersten Halbjahr 2013 mit 31,8% (H1 2012: 31,6%) dennoch wieder das Niveau des ersten Halbjahres 2012, nachdem sie in der zweiten Hälfte des Vorjahres auf 28,4% gesunken war. Dabei ist die Bruttomarge im ersten Halbjahr 2013 durch Abwertungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von EUR 12,8 Mio. (H1 2012: EUR 5,0 Mio.) beeinträchtigt, die aufgrund gesunkener Schrott- und Nickelpreise erforderlich wurden.

Das Konzernergebnis (EAT) des ersten Halbjahres 2013 ist durch hohe Finanzaufwendungen einschließlich Einmalkosten belastet und liegt mit EUR -18,9 Mio. um EUR 34,7 Mio. unter dem Vorjahreswert (H1 2012: EUR 15,8 Mio.).

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Maßnahmenprogramme zeigen erste Wirkung

Vor dem Hintergrund nach unten angepasster Absatzerwartungen wurden im zweiten Halbjahr 2012 insbesondere bei den deutschen Konzerngesellschaften Massnahmenprogramme zur deutlichen Reduzierung der Personalkosten und anderer Kosten eingeleitet, welche ihre volle Wirksamkeit aber erst nach 2013 entfalten werden. Dennoch konnte der Personalaufwand im ersten Halbjahr 2013 gegenüber dem Vergleichszeitraum um EUR 23,3 Mio. bzw. 7,2% auf EUR 298,6 Mio. (H1 2012: EUR 321,9 Mio.) gesenkt werden, was sich zum Teil aber auch aus dem niedrigeren Beschäftigungsgrad im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 ergibt. Die eingeleiteten Massnahmenprogramme spiegeln sich auch in der geringeren Mitarbeiterzahl wider. Diese ist gegenüber dem Stand zum 30. Juni 2012 um 409 Mitarbeiter bzw. zum 31. Dezember 2012 um 240 Mitarbeiter zurückgegangen. Darüber hinaus wurde der Bestand an Leiharbeitern in den letzten zwölf Monaten deutlich reduziert.

Ausblick

In der zweiten Jahreshälfte rechnet das Unternehmen mit einer im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2012 besseren Ergebnisentwicklung. Man sei zufriedenstellend ins dritte Quartal 2013 gestartet und erwartet, dass die Absatzmenge und der Auftragsbestand in der zweiten Jahreshälfte stabil bleiben. Aufgrund der deutlich gesunkenen Rohmaterialpreise und der noch nicht absehbaren Preisentwicklung in der zweiten Jahreshälfte ist eine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2013 schwierig. Unverändert niedrige Rohmaterialpreise im weiteren Verlauf des Jahres unterstellt, geht Schmolz+Bickenbach von einem Umsatz aus, der leicht unter dem Vorjahresniveau liegt. kf

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