Wirtschaft + Unternehmen

Ko-RFID: Smarte Kollaboration

Interessante Zukunftsthemen wurden am gestrigen Donnerstag in den altehrwürdigen Sälen der Humboldt-Universität (HU) in Berlin diskutiert: Zur Abschlusstagung des Projektes Ko-RFID - Kollaboration und RFID - bilanzierten Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft das bisher gemeinsam Erreichte. Das Projekt am Institut für Wirtschaftsinformation der HU Berlin, zum Teil gefördert durch das Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der Initiative next generation media (ngm), startete 2006 und befasste sich mit technischen und ökonomischen Aspekten unternehmensübergreifender RFID-Lösungen. Dabei gab es zwischen der Berliner HU, der Technischen Universität Berlin (TU) und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg eine intensive Zusammenarbeit - sogar mit Promotionen zum Thema. Das Projekt galt als ¿Scharnier" zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und überführte Forschungsergebnisse in die Praxis. Die Praxispartner Daimler, Gerry Weber und Wellmann gaben auf der Abschlusstagung einen Überblick über realisierte Anwendungen. Die Keynote zur Veranstaltung sprach Professor Dr. Wolfgang Wahlster, Inhaber des Lehrstuhls für Künstliche Intelligenz an der Universität des Saarlandes sowie Vorsitzender der Geschäftsführung und technisch-wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz: ¿Vom semantischen Produktgedächtnis zum digitalen Warenfluss". Mit einem ¿digitalen Gedächtnis" ausgestattet trägt ein künftiges Produkt nicht nur sämtliche Informationen seiner eigenen Produkthistorie, die unmittelbar ausgelesen werden können, sondern es wird selbst aktiv: Es beobachtet sowohl sich selbst als auch die Zustände seiner Umgebung. Es kennt alle statischen und dynamischen Informationen und tauscht sich mit anderen Produkten ¿intelligent" aus. Das macht Selbstdiagnosen, Zustandsabfragen und Inspektionsrobotik möglich. Mit diesem ¿Internet der Dinge" sind nicht nur die Systeme selbst smart, sondern miteinander interagierend verknüpft. Das bringt Vorteile auf diversen Gebieten - zum Beispiel Rückverfolgbarkeit, Qualitätsnachweise, Überwachung und Life Cycle Management im Maschinenbau, einfache und umweltfreundliche Heimvernetzung in der Consumer Electronic sowie durchgängige Überwachung und Betreuung im Bereich der Telemedizin. Und eine Revolution des Alltags und wirtschaftlicher Abläufe: Auf der Forscher-Agenda stehen ¿sprechende Medikamente" und ¿funkende Kleider". Die RFID-Technologie ist im Begriff, unternehmensinterne und zunehmend auch unternehmensübergreifende Informationsverarbeitung fundamental zu verändern. pb

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