KfW-ifo-Mittelstandsbarometer

Verbesserung der aktuellen Geschäftslage

Die Mittelständler berichteten im Februar von einer massiven Verbesserung ihrer aktuellen Geschäfte: Der Lageindikator stieg um 5,3 Zähler - mehr als das Doppelte des Üblichen - auf 28,6 Saldenpunkte, ein 23-Monatshoch. Beim Geschäftsklima fiel der Anstieg dagegen bescheidener aus (+1,2 Zähler auf 21,8 Saldenpunkte), da die Erwartungen an die künftigen Geschäfte gleichzeitig auf ein Viermonatstief sinken (-3,0 Zähler auf 14,7 Saldenpunkte). Ernsthaft besorgt sind die Experten von der KfW deswegen nicht, denn....

  • Der Rückgang der Erwartungen bedeutet noch kein Ende des positiven Trends. Der Indikatorstand vom Oktober vergangenen Jahres - das Niveau vor den drei jüngsten, teils sehr kräftigen Erwartungsaufhellungen - wird noch immer klar um 5,0 Zähler übertroffen.
  • Die Erwartungseintrübung folgt auf eine Serie von zuletzt acht Monatsanstiegen in Folge (um kumuliert +14,5 Zähler), bei denen die Verbesserung der Lageurteile nur begrenzt Schritt halten konnte (+5,4 Zähler). So gesehen war eine Konsolidierung irgendwann überfällig, auch um Realität und Erwartungen wieder besser in Einklang zu bringen.

Gute Gründe für vorsichtigeren Optimismus

Zudem, so heißt es in dem Bericht der KfW weiter, gebe es gute ökonomische Gründe, dass die Erwartungen nicht in den Himmel wachsen. So hätten die globalen Konjunkturindikatoren insbesondere aus China, aber auch aus den USA zuletzt eher enttäuscht, und die Turbulenzen an den Finanzmärkten der Schwellenländer könnten im ungünstigsten Fall die globale Erholung beschädigen, sollte es zu weiteren massiven Kapitalabzügen kommen. Aktuell trete der Konflikt in der Ukraine als weiterer Risikofaktor hinzu. Die größte konjunkturelle Gefahr gehe jedoch weiterhin von einem noch immer möglichen Rückschlag in der Eurozone aus. Bezeichnend sei, dass das Geschäftsklima in dem stark auf die internationalen Märkte ausgerichteten industriellen Mittelstand auf der Stelle trete (+0,2 Zähler auf 19,1 Saldenpunkte), während das Einzelhandelsklima im Februar auf ein 22-Monatshoch springt (+6,6 Zähler auf 22,9 Saldenpunkte). Letzteres spreche für eine kräftige Binnennachfrage und bestärke die Marktforscher in der Einschätzung, dass die überraschende Konsumschwäche im Schlussquartal vergangenen Jahres rasch überwunden werde.

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Großunternehmen sehen Risiken bislang gelassen

Auch die Großunternehmen gaben im Februar deutlich besser laufende aktuelle Geschäfte zu Protokoll (+4,1 Zähler auf 21,7 Saldenpunkte). Mögliche Risiken sahen sie dagegen gelassener als der Mittelstand. Sie waren sogar leicht optimistischer als im Vormonat (+0,4 Zähler auf 18,9 Saldenpunkte), nachdem ihr Erwartungsindikator bereits im Januar kräftig gestiegen ist. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass das Niveau der Lageurteile weiterhin niedriger ist als im Mittelstand, sodass die Großfirmen noch mehr Luft nach oben haben - besonders wenn sich die Weltkonjunktur, wie allgemein erwartet, zumindest moderat erholt. Insgesamt zieht das Geschäftsklima der großen Firmen (+2,3 Zähler auf 20,6 Saldenpunkte) dank der stabilen Erwartungen stärker an als im Mittelstand.

Dynamisches erstes Halbjahr 2014, moderateres Wachstum danach

Die Firmen bauen nach zwei mauen Jahren fest auf eine Erholung, so die Experten, die ihre Konjunkturprognose vom Stimmungsbild in den Firmen bestätigt sehen: Das erste Halbjahr 2014 werde demnach konjunkturell stark; ab dem Sommer flachen die Quartalswachstumsraten aber wieder etwas ab. Das reiche für ein Realwachstum von 2,0 % in diesem Jahr; 2015 seien dann kalenderbereinigt noch 1,6 % drin. kf

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