German Startup Awards 2026
Gewinner, Kategorien & Highlights der Preisverleihung
Es sind die Geschichten hinter den Unternehmen, die der Startup-Verband mit den German Startup Awards ins Rampenlicht rücken will. Bei der siebten Ausgabe der Preisverleihung im Berliner Palais am Funkturm standen weniger Finanzierungsrunden und Unternehmensbewertungen im Mittelpunkt als die Menschen, die neue Märkte erschließen, Technologien entwickeln oder gesellschaftliche Herausforderungen unternehmerisch angehen. Rund 700 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und der Startup-Szene kamen zur Gala zusammen.
Eröffnet wurde der Abend von Bundeskanzler Friedrich Merz. In seiner Rede warb er für mehr Tempo bei der Modernisierung des Standorts Deutschland und stellte die Bedeutung von Gründerinnen und Gründern für wirtschaftliche Erneuerung heraus. „Ohne sie geht es nicht“, sagte Merz. Deutschland müsse „schneller, einfacher und digitaler“ werden. Wer als Unternehmerin oder Unternehmer täglich Risiken eingehe, verdiene mehr Aufmerksamkeit und bessere Rahmenbedingungen.
Genau um diese Menschen geht es auch Verena Pausder. Die Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbandes sieht in den Preisträgerinnen und Preisträgern Vorbilder für ein Land, das oft über seine Defizite spricht, aber seltener über seine Chancen. „Mit den German Startup Awards ehren wir heute Persönlichkeiten, die unser Land voranbringen: mit klaren Visionen und der Bereitschaft, ins Risiko zu gehen. Genau diesen Spirit und diesen Mut brauchen wir gerade jetzt. Deutschland kann Startup, Deutschland kann Innovation – wir müssen es nur machen, und dafür braucht es Vorbilder wie unsere heutigen Gewinnerinnen und Gewinnern. Dass ich Teil dieses Abends sein darf, ist für mich eine große Ehre und erinnert mich daran, wie viel Energie und Talent in unserem Ökosystem steckt“, sagte sie.
Newcomer des Jahres: KI, Klima und neue Interfaces
Dass Unternehmertum heute sehr unterschiedliche Formen annimmt, zeigt die Kategorie Newcomer des Jahres. Sie zeichnet Gründerinnen und Gründer aus, die in kurzer Zeit besondere Erfolge erzielt haben.
Als Newcomerin des Jahres wurde Ruth Bosse (München) ausgezeichnet. Mit ihrem Unternehmen Ark Climate entwickelt sie Werkzeuge, die Städte bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen unterstützen.
Den Titel Newcomer des Jahres erhielt Christian Nistel (Osnabrück), Gründer von Droidrun. Das Startup arbeitet an einer Technologie, die App-Interaktionen ohne physische Smartphones ermöglicht und damit neue Formen der Mensch-Maschine-Schnittstelle adressiert.
Gründerin und Gründer des Jahres: Neue Märkte, globale Skalierung
In der Kategorie Gründerin des Jahres wurde Julie Lepique (Berlin) ausgezeichnet. Mit Femtasy hat sie eine Plattform aufgebaut, die als First Moverin eine neue Content-Kategorie im Bereich Audio-Erotik etabliert hat.
Gründer des Jahres ist Dr. Jarek Kutylowski (Köln), CEO von DeepL. Das Unternehmen gehört zu den international sichtbarsten KI-Startups Europas und hat sich mit seiner Übersetzungstechnologie als global skalierbares Softwareprodukt etabliert.
Investor des Jahres: Kapital mit strategischem Blick
Neben Gründerinnen und Gründern würdigt der Startup-Verband auch jene, die Wachstum ermöglichen: Investorinnen und Investoren mit langfristigem Fokus.
Als Investorin des Jahres wurde Judith Dada (Berlin) ausgezeichnet, General Partner beim Visionaries Club. Sie zählt zu den prägenden Investorinnen der europäischen Technologieszene und fokussiert sich insbesondere auf KI-Startups in frühen Phasen.
Investor des Jahres wurde Simon Schmincke (Berlin), General Partner bei Creandum. Sein Schwerpunkt liegt auf Seed- und Series-A-Investments in Technologieunternehmen mit internationalem Wachstumspotenzial, insbesondere in den Bereichen Fintech, KI und Software.
Impact Entrepreneur des Jahres: Wirkung jenseits des Marktes
Die Kategorie Impact wird durch ein Community-Voting entschieden, an dem in diesem Jahr knapp 6.000 Personen teilnahmen. Im Fokus stehen Startups, die gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.
Ausgezeichnet wurde Prof. Dr. Pia Wülfing (Hamburg), Gründerin und CEO von PINK! Gegen Brustkrebs. Mit der digitalen Gesundheitsanwendung PINK! Coach unterstützt sie Brustkrebspatientinnen bei der Bewältigung ihrer Erkrankung.
Impact Entrepreneur des Jahres ist Ali Abderrahmane (Berlin), Gründer von JUHI. Das Startup bringt junge Menschen mit älteren, unterstützungsbedürftigen Personen zusammen und organisiert Hilfe im Alltag.
Sonderpreis: Brückenbauerin zwischen Wissenschaft und Startup-Szene
Der gemeinsam mit PwC Deutschland vergebene Sonderpreis ging in diesem Jahr an Prof. Dr. Ann-Kristin Achleitner. Die Professorin der TUM School of Management zählt seit vielen Jahren zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Startup- und Venture-Capital-Szene.
Gewürdigt wurde insbesondere ihr Beitrag zur Verbindung von Wissenschaft, Kapitalmarkt und unternehmerischer Praxis. Darüber hinaus ist sie als Investorin tätig und in Aufsichtsräten mehrerer börsennotierter Unternehmen aktiv.
Auswahlverfahren und Hintergrund
Die German Startup Awards werden seit 2020 vergeben. Für die diesjährige Ausgabe wurden knapp 500 Personen nominiert. Die Auswahl erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren durch eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Startup- und Scaleup-Szene sowie der etablierten Wirtschaft.
Die Preisverleihung versteht sich damit nicht nur als Ehrung individueller Leistungen, sondern auch als Spiegel aktueller Entwicklungen im deutschen Startup-Ökosystem – von Künstlicher Intelligenz über digitale Gesundheit bis hin zu Klima- und Impact-Innovationen.










