Wirtschaft + Unternehmen
Fly-Away to Ostrava
Die Bergbau-Stadt galt während des Sozialismus als das ¿Stahlherz der Republik¿. Die Wende 1989 löste eine tiefgreifende Veränderung der Lebens- und Arbeitsbedingungen aus. Viele Industrieunternehmen und alle Steinkohlegruben wurden geschlossen.
In der Zwischenzeit hat sich Ostrava wieder erholt und ist heute Wirtschafts-, Bildungs- und Kulturzentrum der Region. Sie zeigt sich als lebendige Stadt mit guten Verkehrsanbindungen, die gerne Gastgeber ist für Messen, kulturelle Highlights und Sportveranstaltungen. Mit dem Bankwesen und dem Dienstleistungssektor entwickelten sich neue Wirtschaftszweige. Auch die Industrie ist wiedererstarkt; man findet heute vor allem Unternehmen aus den Bereichen Elektrotechnik, Maschinen- und Stahlbau sowie aus der holzverarbeitenden Industrie. Trotzdem sind an der hohen Arbeitslosenquote (mehr als fünfzehn Prozent) immer noch die Folgen der industriellen Umstrukturierung vor fünfzehn Jahren zu spüren. Dabei hat Ostrava viel Potential, so dass viele ausländische Investoren gerade wegen des guten Angebots an hoch qualifizierten Arbeitskräften in die Stadt kommen. Die vielfältige Hochschullandschaft regt zur erfolgreichen Zusammenarbeit an. Ein Business and Innovation Centre sowie ein Science and Technology Park sollen für noch mehr Wachstum der Industrie sorgen.
Im Rahmen der Investorenmesse ¿Reallocation¿ bieten die Messeorganisatoren eine Unternehmerreise nach Ostrava an. Die Teilnehmer können sich während dieses Fly-Away-Days bei Gesprächen mit lokalen Vertretern der Stadt und Wirtschaft vor Ort ein Bild von den Möglichkeiten einer Investition in dieser Region machen. Es sollen auch bereits angesiedelte deutsche Unternehmen besucht werden. Eine Kooperationsbörse wird erste Kontakte zwischen Firmen herstellen.
Damit die Stadt wieder voll erblüht, unterstützt die Europäische Union Investoren in diesem Höchstfördergebiet mit 50 Prozent. Neue Arbeitsplätze werden mit bis zu 7000 Euro pro Stelle subventioniert. Ähnlich wie im ganzen Land gilt auch für Ostrava eine Übernahme der Schulungskosten für Mitarbeiter bis zu 35 Prozent. Alternativ dazu kann den Unternehmen die Körperschaftssteuer zwischen vier und zehn Jahre erlassen werden. Monika E. Melk








