Europas Quantenstrategie
Infineon treibt Quanten-Pilotlinien voran
Infineon beteiligt sich an drei europäischen Quanten-Pilotlinien. Ziel ist es, Forschung schneller in industrielle Fertigung zu überführen. Insgesamt sechs Projekte sollen die Entwicklung von Quantenchips in Europa in den kommenden sieben Jahren beschleunigen.
Infineon Technologies beteiligt sich an drei europäischen Pilotlinienprojekten für Quantenchips: ‚SUPREME‘, ‚CHAMP-ION‘ und ‚SPINS‘. Die Programme sollen die Lücke zwischen Forschung im Labor und industrieller Serienfertigung schließen und richten sich an Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen. Insgesamt wurden sechs Projekte mit unterschiedlichen technologischen Ansätzen ausgewählt.
Quantencomputer gelten als Schlüsseltechnologie, da sie bestimmte komplexe Probleme schneller lösen können als klassische Rechner. Einsatzfelder reichen von der Entwicklung neuer Medikamente und Materialien bis zur Optimierung von Lieferketten und Stromnetzen. Studien prognostizieren ein Marktvolumen von bis zu 97 Milliarden US-Dollar bis 2035. Voraussetzung für eine breite Nutzung ist jedoch die zuverlässige und skalierbare Herstellung zentraler Komponenten wie Quantenprozessoren.
„Das Ziel ist klar: Quantencomputer sollen in Europa entwickelt und gefertigt werden. Die Quanten-Pilotlinien schaffen genau die dafür notwendige enge und wirkungsvolle Zusammenarbeit entlang der gesamten Quanten-Wertschöpfungskette. Gemeinsam mit exzellenten Partnern stärken wir Europas Quantenökosystem und überführen wissenschaftliche Exzellenz in skalierbare industrielle Lösungen. So gelingt der Schritt der Quantentechnologie vom Labor in die reale Anwendung“, sagt Sabine Herlitschka, Head of Strategic Funding Management bei Infineon Technologies.
Infineon bringt seine Erfahrung in Entwicklung und Fertigung in drei unterschiedliche technologische Ansätze ein. Dazu zählen Ionenfallen, supraleitende Systeme sowie halbleiterbasierte Spin-Technologien. Die Arbeiten erfolgen in spezialisierten Laboren, die eng mit der Halbleiterproduktion verbunden sind, um eine spätere Skalierung zu ermöglichen.
Die Projekte
Im Projekt ‚CHAMP-ION‘, koordiniert von Silicon Austria Labs, arbeiten 21 Partner aus sechs Ländern an einer Fertigungslinie für Ionenfallen-Quantenchips. Ziel ist eine durchgängige Wertschöpfungskette von Design über Mikrostrukturierung bis hin zu Test und Validierung. Die Systeme sollen Elektronik und photonische Komponenten auf einem Chip integrieren.
Das Projekt ‚SUPREME‘ wird von der finnischen Forschungsorganisation VTT geleitet und umfasst 23 Partner aus acht Ländern. Im Fokus steht die Industrialisierung supraleitender Quantentechnologien. Geplant ist unter anderem ein 3D-integriertes Modul mit 200 Qubits, das Stabilität, Ausbeute und Reproduzierbarkeit verbessern soll.
‚SPINS‘ wird vom belgischen Forschungszentrum imec koordiniert. 25 Partner aus neun Ländern entwickeln Quantenchips auf Basis von Silizium und Silizium-Germanium. Durch den Einsatz von CMOS-Fertigungstechnologien soll die Skalierbarkeit erhöht werden. Zudem werden standardisierte Quantum Design Kits bereitgestellt, um parallele Prozessdurchläufe auf einer Halbleiterscheibe zu ermöglichen.
Die Pilotlinien werden von der Europäischen Union kofinanziert und zusätzlich von teilnehmenden Ländern im Rahmen der Initiative „Chips for Europe“ sowie des Chips Joint Undertaking unterstützt.









