Enttarnte Plagiate

Annina Schopen,

"Plagiarius" 2022 für dreiste Fälschungen

Die Trophäe des Schmähpreises ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase. Er wurde 2022 acht Mal vergeben. © Aktion Plagiarius

Produkt- und Markenpiraterie sind eine ernsthafte Bedrohungfür Wirtschaft und Verbraucher. Daher wird von der Aktion Plagiarius jährlich der Negativpreis Plagiarius verliehen, der den Diebstahl geistigen Eigentums in den öffentlichen Fokus rücken soll. 2022 dabei: Druckmessgeräte, Kugellager, Radzierblenden, Bestecksets, Kleidung und eine Futterbar.

Produkt- und Markenpiraterie ist ein lukratives Milliardengeschäft. Durch die Pandemie wird das Problem zusätzlich befeuert. Laut Europol werden gefälschte Produkte zunehmend über E-Commerce-Plattformen, soziale Medien und Instant-Messaging-Dienste beworben und vertrieben. Alarmierend: Die Skrupellosigkeit, mit der Fälscher immer häufiger extrem minderwertige Fälschungen anbieten, die Gesundheit oder Leben der Nutzer gefährden, heißt es in der Mitteilung der Aktion Plagiarius. Die Täterstruktur reiche vom ideenlosen Mitbewerber über professionell organisierte Fälscherbanden bis zur organisierten Kriminalität. Die Schäden, die Fälschungen bei Käufern und innovativen Herstellern verursachten, seien massiv. Es sei essentiell, kreative Ideen und Know-how zu fördern und zu schützen.

Plagiarius: Gegen dreisten Ideenklau - Für Innovation und fairen Wettbewerb

Die Aktion Plagiarius hat am 25. April 2022 zum 46. Mal ihren Negativpreis Plagiarius an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen vergeben. Ausgestrahlt wurde die virtuelle Preisverleihung und Pressekonferenz aus dem Patent- und Markenzentrum Baden-Württemberg in Stuttgart. Termin und Ort seien bewusst gewählt, um die Aufmerksamkeit auf den jährlich am 26. April stattfindenden „Welttag des geistigen Eigentums“ zu lenken. In ihrer Rede betonte die diesjährige Laudatorin, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg, die herausragende Bedeutung von geistigem Eigentum für die Sicherung von Arbeitsplätzen, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit.

Ziel der Aktion Plagiarius ist laut eigenen Angaben, die fragwürdigen – und teils kriminellen – Geschäftsmethoden von Produkt- und Markenpiraten ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, und Industrie, Politik und Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren. Bevor die jährlich wechselnde Jury die Preisträger wählt, werden die vermeintlichen Plagiatoren über ihre Nominierung informiert und erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme. Der Jury gehe es nicht darum, legale Wettbewerbsprodukte zu brandmarken, sondern einen kritischen Blick auf plumpe 1:1 Nachahmungen zu richten, die dem Originalprodukt bewusst zum Verwechseln ähnlich sehen und die keinerlei kreative oder konstruktive Eigenleistung aufweisen.

Die Trophäe des Schmähpreises ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase. Letztere symbolisiert die immensen Profite, die ideenlose Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten von Kreativen und innovativen Unternehmen erwirtschaften. Plagiate sind kein Kavaliersdelikt.

Plagiarius-Preisträger 2022 im Museum Plagiarius in Solingen

Das Museum Plagiarius zeigt abb dem 29. April in seiner Ausstellung mehr als 350 Plagiarius-Preisträger der unterschiedlichsten Branchen - jeweils Original und Plagiat im direkten Vergleich. http://www.museum-plagiarius.de

Die Preisträger 2022 des Negativpreises Plagiarius finden Sie hier in der Bildergalerie.

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