Ein Kilo Braunkohle für ein Mittagessen
Tagebau in der Lausitz
Aus einem Kilogramm Braunkohle lässt sich ca. eine Kilowattstunde Strom erzeugen. Das ist so viel Energie, um ein Mittagessen für vier Personen auf dem Elektroherd zu kochen, eine Maschine Wäsche zu waschen oder etwa sieben Stunden lang fern zu schauen.
Jede zehnte in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde Strom kommt aus der Lausitzer Braunkohle. Seit mehr als einem Jahrhundert wird sie in den Tagebauen der Region gefördert. Etwa 33.500 Arbeitsplätze hängen hier direkt oder indirekt von der Braunkohlenindustrie ab.
Die Lausitzer Braunkohle ist - laut Vattenfall - der einzige Energieträger, der kontinuierlich und noch über viele Jahrzehnte ausreichend verfügbar ist. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lagern etwa 1,3 Milliarden Tonnen in bergrechtlich und landesplanerisch genehmigten Abbaufeldern von Vattenfall. "2012 hat das Unternehmen in der Lausitz insgesamt 62,4 Millionen Tonnen gefördert und in den nahe liegenden Wärmekraftwerken sicher und effizient in Energie umgewandelt.
Mit einem Paket aus technischen und organisatorischen Maßnahmen reduziert das Unternehmen die Staub- und Lärmbelastung im Umfeld von Tagebauen auf ein Mindestmaß. Im Gegensatz zu einem Kraftwerk ist ein Tagebau keine feste Einrichtung. Er "wandert" im Jahr um etwa 300 Meter in Abbaurichtung weiter. Insofern haben es die Fachleute mit sich ständig verändernden Bedingungen zu tun, zum Beispiel was die Windrichtung oder die Nähe zu umgebenden Ortschaften angeht. Durch die Naturschutzgesetzgebung ist Vattenfall nicht nur verpflichtet, die Eingriffe in die Natur auf das unvermeidbare Maß zu beschränken, sondern auch die Folgen dieser Eingriffe schnell, wirksam und nachhaltig auszugleichen.
Der Energieversorger betreibt im Lausitzer Braunkohlenrevier fünf Tagebaue. Sie beliefern vor allem die Kraftwerke Schwarze Pumpe, Boxberg und Jänschwalde. Nach Milliardeninvestitionen in den Neubau und in die Ausstattung mit moderner Umwelttechnik verfügt das Unternehmen heute über einen der modernsten Braunkohlenkraftwerksparks der Welt.
In den Tagebauen der Lausitz werden für eine Tonne Braunkohle im Durchschnitt sieben Kubikmeter Abraum bewegt. Die Freilage des Kohleflözes erfolgt größtenteils mit Abraumförderbrücken vom Typ F 60, die Abtragshöhen von mindestens 60 Metern erreichen. Mit rund 27.000 Tonnen Dienstmasse und einer Länge von knapp 600 Metern gehören sie zu den größten beweglichen Technikanlagen der Welt.
So wichtig die Braunkohle historisch und strukturell für Deutschland ist - ihre Schattenseiten sind hinlänglich bekannt: Die Verstromung von Braunkohle ist in Brandenburg für etwa 63 Prozent der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich und führt zu erheblichen Eingriffen in die Landschaft. Hinzu kommen mögliche Umsiedlungen der Bewohner. Richtschnur der Bergbauplanung ist es, die Inanspruchnahme der Landschaft auf das unbedingt erforderliche Maß zu begrenzen und für deren Renaturierung zu sorgen. Sind dennoch Umsiedlungen von Orten oder Ortsteilen erforderlich, so schafft Vattenfall selbstverständlich neue Ansiedlungsorte. Trotzdem genug Gründe, weniger fern zusehen. Evelin Eitelmann









