Wirtschaft + Unternehmen

Dämpfer für Heraeus: Umsatz und Ergebnis rückläufig

Dr. Frank Heinricht, Vorsitzender der Geschäftsführung Heraeus Holding.

Der Hanauer Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus hat das Geschäftsjahr 2012 insgesamt zufriedenstellend abgeschlossen. Spuren in der Bilanz hinterließen jedoch sowohl der weltweite Einbruch der Photovoltaikindustrie, von dem mehrere Geschäftsbereiche betroffen waren, als auch interne Restrukturierungskosten.

Die Höchstwerte des Geschäftsjahrs 2011 wurden nicht mehr erreicht. In Summe erzielte Heraeus einen Produktumsatz von 4,2 Mrd. Euro (-13 Prozent gegenüber 2011). Bereinigt um Edelmetalleffekte beträgt der Rückgang 5 Prozent. Dabei behauptete sich das Unternehmen auf seinen Teilmärkten, die zum Teil anhaltend von einer hohen Unsicherheit geprägt waren. Heraeus erzielte im Jahr 2012 ein operatives Ergebnis (EBIT) von 365 Mio. Euro, das entspricht einem Rückgang von 25 Prozent gegenüber 2011. Die gesunkene Nachfrage nach Platin, Gold und Silber führte im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz weiterhin hoher Edelmetallpreise zu einem Rückgang im Edelmetallhandelsumsatz auf 16 Mrd. Euro.

"Die Entwicklung der Photovoltaikindustrie im vergangenen Jahr hat Spuren in unserem Geschäft hinterlassen. Nach dem Ausnahmejahr 2011 galt es jedoch, im Geschäftsjahr 2012 eine Absicherung der Ergebnisse auf hohem Niveau zu erreichen. Das ist uns dank unserer breiten Aufstellung gelungen, mit der wir den globalen ökonomischen Herausforderungen aus einer Position der Stärke begegnet sind", erklärte Dr. Frank Heinricht, Vorsitzender der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH, auf der Bilanzpressekonferenz am 7. Mai in Frankfurt am Main.

Die Geschäftsbereiche im Einzelnen

Die verringerte Nachfrage für Produkte der Photovoltaikindustrie führte beim Geschäftsbereich Edelmetalle (Heraeus Precious Metals) zu einem Rückgang des Produktumsatzes von 25 Prozent. Andere, sich positiv entwickelnde Aktivitäten, von denen beispielhaft das Recyclinggeschäft zu nennen ist, konnten den Umsatzrückgang im Geschäftsbereich nicht kompensieren.

Der Geschäftsbereich Materialien und Technologien (Heraeus Materials Technology) verzeichnete ebenfalls einen Umsatzrückgang von 6 Prozent. Das ist im Wesentlichen auf eine allgemein gesunkene Nachfrage aus dem zyklischen Geschäft mit Produkten der Automobil- und Festplattenindustrie zurückzuführen. Positive Impulse gingen von dem Geschäft mit Bonddrähten aus.

Trotz deutlicher Abkühlung des Stahlmarkts im vergangenen Jahr stabilisierte der Geschäftsbereich Sensoren (Heraeus Electro-Nite) seine Aktivitäten und verzeichnete gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzwachstum von 2 Prozent, welches u.a. durch die Nachfrage im asiatischen Raum und die Akquisition der Midwest Instrument Company, USA, gestützt wurde.

Der Produktumsatz des Geschäftsbereichs Dentalprodukte (Heraeus Dental) stagnierte auf dem Niveau des Vorjahres. Der Geschäftsbereich hat sich mit den zwei neu gegründeten Divisionen "Dentale Materialien" und "Digitale Prothetik" auf die Anforderungen des Marktes ausgerichtet.

Der Geschäftsbereich Biomaterialien und Medizinprodukte (Heraeus Medical) setzte seinen Erfolgskurs fort und realisierte mit einer Umsatzsteigerung von 8 Prozent zum fünften Mal in Folge einen Rekordwert. Beigetragen haben hierzu die weiterhin positive Entwicklung in den Kernmärkten und die Erschließung neuer Märkte in Asien und Afrika für Knochenzement sowie der Markt für Biomaterialien in der Orthopädie.

Der Geschäftsbereich Quarzglas (Heraeus Quarzglas) musste aufgrund des zyklischen Abschwungs im Halbleitermarkt und der gesunkenen Nachfrage aus der Photovoltaikindustrie einen Umsatzrückgang von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Die anhaltend starke Nachfrage nach Glasfasern für die Telekommunikation in China und den USA führte zu einer teilweisen Kompensation.

Ebenfalls rückläufig entwickelte sich der Umsatz des Geschäftsbereichs Speziallichtquellen (Heraeus Noblelight), der sich gegenüber 2011 um 10 Prozent reduzierte. Hier ist ebenfalls die negative wirtschaftliche Entwicklung der Photovoltaikindustrie als einer der wesentlichen Gründe zu nennen. Positiv entwickelte sich dagegen das Geschäft der Lichtbogen- und Blitzlampen für Laser- und Nichtlaserindustrie.

Ausblick

Die unsichere ökonomische Gesamtsituation, mit der der Heraeus Konzern im Jahr 2012 umgehen musste, wird sich aller Voraussicht nach auch im Geschäftsjahr 2013 fortsetzen. Das unterstreichen die Ergebnisse des ersten Quartals. Dem gegenüber stehen erste Prognosen für eine konjunkturelle Erholung auf Teilmärkten und in Regionen, in denen Heraeus tätig ist. "Wir bleiben daher für das laufende Geschäftsjahr vorsichtig optimistisch", so Jan Rinnert, der ab 01. Juni 2013 den Vorsitz der Heraeus Holding Geschäftsführung von Heinricht übernimmt. kf

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