Steigende Komplexität beherrschbar machen

Melanie Steinbeck,

Interview mit Adrian Matenia von ABB zur SPS 2025

Die SPS 2025 rückt näher – und mit ihr die Frage, welche Weichen die Automatisierungsbranche für die kommenden Jahre stellt. Die Anforderungen an die industrielle Energieverteilung steigen kontinuierlich: Vernetzte Systeme, digitale Tools und strenge Sicherheits- und Nachhaltigkeitsstandards prägen die Branche.

Adrian Matenia, Produktmarketing Direktor Smart Power bei ABB Elektrifizierung © ABB

Adrian Matenia, Produktmarketing Direktor Smart Power bei ABB Elektrifizierung, erklärt im Interview mit Industrial Production, wie Unternehmen diesen Herausforderungen begegnen. Er erläutert, welche Technologien heute besonders im Fokus stehen, warum Konnektivität und Datentransparenz entscheidend für Effizienz und Betriebssicherheit sind und wie Cybersecurity sowie ökologische Verantwortung zunehmend regulatorische Relevanz gewinnen. Außerdem gibt er Einblicke, welche Trends die Branche aktuell bewegen und was ihn persönlich an der SPS 2025 begeistert.

Industrial Production: Welche Technologien stehen bei Ihnen im Mittelpunkt?

Adrian Matenia: Ein Fokus liegt auf intelligenten Schutz- und Schaltgeräten wie dem neuen "ABB SACE Emax 3", der Cybersicherheit nach IEC 62443-4-2 gewährleistet. Ergänzt wird dies durch digitale Tools für die Inbetriebnahme, cloudbasierte Energiemanagementlösungen und Lösungen im Bereich Betriebsdatenerfassung und Konnektivität.

Hardware, Software und Datenanalyse gehen Hand in Hand: Wir zeigen Lösungen, die Energieflüsse transparent machen, die Betriebssicherheit erhöhen und Cybersecurity sowie regulatorische Anforderungen von Anfang an mitzudenken.

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Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für Ihre Branche in den nächsten zwei bis drei Jahren?

Die größte Herausforderung ist, die steigende Komplexität beherrschbar zu machen. Vernetzte Systeme, Cloudlösungen und KI bieten enorme Chancen, erfordern jedoch Investitionen und Know-how. Gleichzeitig müssen Unternehmen ihre Prozesse an neue Sicherheits- und Nachhaltigkeitsstandards anpassen – ohne die Verfügbarkeit zu gefährden. Das gelingt mit Lösungen, die alle Ebenen der Energieverteilung miteinander verbinden und Daten sicher nutzbar machen.

Welcher Branchentrend hat für Ihr Unternehmen derzeit die größte Relevanz?

Die zunehmende Konnektivität elektrischer Systeme ist ein entscheidender Hebel für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Sie schafft die Grundlage für durchgängige Datentransparenz, die Prozesse effizienter macht und Energieflüsse aktiv optimiert. Vernetzte Systeme sind der Schlüssel, um Betriebskosten zu senken, die Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen und gleichzeitig die Klimaziele zu erreichen.

Gleichzeitig rücken Cybersecurity und Nachhaltigkeit stärker in den Fokus – nicht nur als Imagefaktor, sondern als regulatorische Pflicht. Durch Vorgaben wie die EU-Maschinenverordnung und den Cyber Resilience Act werden sie verbindlich. Unternehmen müssen Safety und Security neu denken und zugleich auch den ökologischen Fußabdruck ihrer Produkte transparent machen. Mit EcoSolutions™ - einem Programm, das Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus messbar macht – schaffen wir heute die Basis für kommende Anforderungen wie den digitalen Produktpass.

Und ganz persönlich: Was ist für Sie das Highlight an der SPS 2025?

Für mich ist das Highlight der direkte Dialog mit Fachleuten und Kunden. Die SPS zeigt, wie stark die Branche in Bewegung ist und wie sich Theorie in Praxis verwandelt: von nachhaltigen Produkten über intelligente Energieverteilung bis hin zu Cybersecurity. Die Messe ist für uns eine Gelegenheit, konkrete Herausforderungen unserer Kunden zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln – Lösungen, die die Industrie zukunftssicher machen und die Effizienz steigern.

Herzlichen Dank für das Interview.

Die Fragen stellte Melanie Steinbeck.

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