Interview mit Tanja Waglöhner
„Unser Vorteil ist die regionale Nähe der Messe“
Eine neue Messe für die Automatisierungsbranche – kann das funktionieren? Im Interview mit SCOPE-Redakteur Johannes Gillar verrät Tanja Waglöhner, Gesellschafterin bei Untitled Exhibitions, den Ansatz der all about automation Messen und wieso das Konzept so erfolgreich ist.
SCOPE: Sie haben mit den “all about automation”-Messen ein neues Messeformat entwickelt. Braucht die Automatisierungswelt tatsächlich eine weitere Messe?
Tanja Waglöhner: Nein, sie braucht nicht irgendeine weitere Messe. Wer Unterstützung braucht ist der Außendienstmitarbeiter in seiner jeweiligen Region. Und zwar mit einer neuen Plattform, um dort in einem anderen Umfeld seine Kunden und auch Neukontakte anzusprechen. Wir vergleichen uns gar nicht mit den großen Messeformaten, die ein ganzes Bündel an Zielen haben. Die all about automation ist eine reine, vertriebsunterstützende Plattform. Und dies setzen wir in einem Messekonzept um, weil eine Messe tatsächlich das beste Instrument ist, um neben den bestehenden Kundenkontakten auch Neukontakte zu generieren. Das ist der Ausgangspunkt unseres Konzeptes und daraus folgen alle anderen Dinge wie maximale Standgröße, gleicher Systemstandbau etc. Wir haben eine Plattform geschaffen, an der der Aussteller schnell, unkompliziert und zu überschaubaren Kosten teilnehmen kann und die den Außendienst in der Region unterstützt.
SCOPE: Wie angesprochen, setzen ihre Veranstaltungen konsequent auf den regionalen Aspekt. Welche Vorteile hat das für Aussteller und Besucher?
Waglöhner: Der Vorteil liegt klar in der regionalen Nähe. Besucher haben zusätzlich zu den bestehenden Plattformen eine weitere Möglichkeit im Jahr mit wenig Aufwand und kurzen Anfahrtswegen neue Unternehmen zu entdecken und mit bereits bekannten Gesprächspartnern individuelle Automatisierungsaufgaben ausführlich zu besprechen. Das alles in weniger als einem Arbeitstag, ohne Großmessetrubel und ohne hohe Kosten für Anreise, Übernachtung etc.
SCOPE: Welche Gründe gab es für die Wahl der Messestandorte Friedrichshafen, Dortmund und Leipzig?
Waglöhner: Bei der Auswahl spielen drei Faktoren eine Rolle. Erstens muss der Messestandort inmitten eines attraktiven Einzugsgebiets für die Hersteller von Automatisierungskomponenten und -systemen liegen. Der zweite Aspekt: eine gute Distanz zu den großen Messeplätzen Hannover und Nürnberg. Und als drittes muss natürlich der jeweilige Messeplatz in einem Zeitfenster verfügbar sein, das in den bestehenden Messekalender passt.
SCOPE: Untitled Exhibitions ist mit dem neuen Messekonzept letztes Jahr an den Start gegangen. Wie beurteilen Sie den Erfolg der Veranstaltungen?
Waglöhner: Der Grad unserer Zufriedenheit misst sich am Grad der Zufriedenheit der Aussteller. Und da ist für mich das Schönste, dass die Messe in Friedrichshafen, die im Juni zum zweiten Mal stattfindet, eine hohe Wiederbuchungsrate hat. Von den 81 Unternehmen, die 2014 da waren, ist der Großteil wieder mit dabei und neue kamen hinzu. Dieses Jahr werden es knapp über 100 Aussteller sein. Für eine regionale Veranstaltung ist das ein gesundes Wachstum. Die ‚all about automation‘ in Dortmund war mit 95 Ausstellern am Start und auch hier hatten wir bei den Ausstellerbefragungen eine positive Resonanz, so dass wir davon ausgehen, dass wir in der Rhein-Ruhr-Region im nächsten Jahr ebenfalls ein Stück größer sein werden. Und Leipzig entwickelt sich. Einige unserer Aussteller sind dort bereits mit festem Kundenstamm etabliert, andere bauen dort gerade ihren Vertrieb auf und testen über eine Beteiligung an der all about automation Leipzig das Besucherpotenzial der Region.











