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Artikel und Hintergründe zum Thema

Weiterentwicklung der Robotik-KI

Alexandra Hose,

Sereact sichert sich 110 Millionen Dollar

Sereact sichert sich in einer Serie-B-Runde 110 Millionen US-Dollar. Das Kapital fließt in die Weiterentwicklung der KI-Plattform Cortex 2 – einer Lösung, bei der Roboter aktiv Kommissioniervorgänge in Lager und Produktion übernehmen. 

Ralf Gulde (li.), CEO und Mitbegründer, mit Marc Tuscher, Mitbegründer und CTO von Sereact © Sereact

Sereact hat eine Serie-B-Finanzierungsrunde über 110 Millionen US-Dollar unter Führung von Headline abgeschlossen. Weitere Investoren sind Bullhound Capital, Daphni und Felix Capital; auch bestehende Geldgeber wie Air Street Capital, Creandum und Point Nine beteiligten sich erneut. Im Fokus stehen zwei strategische Ziele: die Skalierung der KI-Plattform Cortex 2 sowie die Expansion in die USA. Noch in diesem Sommer plant das Unternehmen die Eröffnung eines Standorts in Boston inklusive Aufbau lokaler Teams für Vertrieb, Anwendung und Technik.

Cortex 2 wird als Weiterentwicklung der bestehenden Robotik-KI positioniert. Während bisherige Systeme visuell erfassen und direkt handeln, soll Cortex 2 zunächst mögliche Aktionen simulieren und auf Basis eines Weltmodells die erfolgversprechendste auswählen. Grundlage ist ein mit realen Produktionsdaten trainiertes Modell mit mehr als einer Milliarde Greifvorgängen. Damit erweitert Sereact den Einsatzbereich seiner KI über die klassische Kommissionierung hinaus auf komplexere Aufgaben mit physischem Kontakt, etwa Montageprozesse oder präzise Handhabung empfindlicher Bauteile.

„Wir haben früh erkannt, dass echte Robotik-KI nicht im Labor entwickelt werden kann“, sagte Ralf Gulde, CEO und Mitbegründer des Unternehmens. „Man entwickelt sie mit einem Daten-Flywheel, das durch reale Einsätze gespeist wird, indem man die KI in die Produktion bringt, mit den Fehlern lebt und das Modell aus dem lernen lässt, was tatsächlich vor Ort passiert. Die Zahlen zeigen, dass es funktioniert hat. Zweihundert Systeme. Eine Milliarde Kommissionierungen. Ein Eingriff pro 53.000. Niemand sonst kommt auch nur annähernd heran.“

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Ein System, das auf jedem Roboter läuft

„Wir geben Robotern eine Form von Vorstellungskraft, nämlich die Fähigkeit, vorauszusehen, wie die Welt reagieren wird, bevor er sich bewegt“, sagte Marc Tuscher, Mitbegründer und CTO. „Wir bauen keine Roboter. Wir verkaufen keine Dienstleistungen. Wir liefern nur eines: das Modell, das auf jedem Roboter läuft. Egal, ob es sich um einen einarmigen, zweiarmigen, humanoiden oder stationären Roboter handelt: Überall kommt dasselbe Gehirn zum Einsatz. Die Hardware wird zur Massenware. Das Modell nicht.“

Sereact sieht seine Stärke vor allem im Training mit realen Betriebsdaten. Mehr als 200 Systeme sind europaweit im Einsatz und haben über eine Milliarde Kommissioniervorgänge durchgeführt. Etwa jeder 53.000. Vorgang erfordert menschliche Unterstützung.

Zu den Kunden zählen unter anderem Active Ants, Österreichische Post, BMW, bol., Daimler Truck, DHL, Mercedes-Benz, Monta, MS Direct, PepsiCo und die Rohlik Group. Auch die Investoren sehen großes Potenzial: „Die Chancen im Bereich der physischen KI gehören zu den größten, die wir seit einer Generation gesehen haben, und wir glauben, dass sie die globalen Lieferketten und die Fertigung neu gestalten werden“, sagte Trevor Neff, Growth Partner bei Headline. 

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