Digitalisierung
Die App-Store-Revolution
Die Open Industry 4.0 Alliance (OI4) will die Spielregeln der industriellen Digitalisierung neu definieren, indem sie eine App-Store-Revolution ausruft. Geschäftsführer Ekrem Yigitdoel erläutert im Interview, was hinter diesem hehren Ziel steckt.
Sie wollen mit der OI4 eine App-Store-Revolution einleiten. Wie soll diese Revolution aussehen?
Mit den Mitgliedsfirmen der OI4 haben wir die Grundlage gelegt, dass sich sowohl industrielle App Stores als auch die App-Entwicklungen selbst mit einem vorgedachten und damit interoperablen Ansatz gestalten lassen. Beide Bausteine verfolgen das Ziel, dem Anwender Wiederholeffekte zu bieten und damit die Skalierung sicherzustellen.
Warum sieht sich die OI4 als einen wesentlichen Akteur dieser Revolution?
Die Arbeitsgruppe Application Management ist vermutlich die weltweit größte Allianz an App-Store-Betreibern. Dies birgt ein unglaubliches Potenzial an Gestaltungsmöglichkeiten. Mittlerweile wird die Arbeitsgruppe von Samuel Greising (Flecs) und Werner Paulin (Lenze) geleitet und vor allem durch die Firma Hilscher. Damit ist nochmal eine ganz andere Dynamik in die App-Store-Revolution gekommen.
Welche Schritte sind noch notwendig und was setzt die OI4 zurzeit schon um?
Ein Meilenstein ist die Einführung eines dreistufigen Prozesses für die Veröffentlichung von Apps, entwickelt in Zusammenarbeit von Siemens, Lenze, Hilscher und Flecs. Weiterhin zeigt die Initiative Engagement im Bereich Open Source, indem sie ein Manifest-Schema für App-Beschreibungen vorantreibt. Zurzeit arbeitet die Arbeitsgruppe an der Definition von Kriterien für OI4-konforme App Stores sowie der Beschreibung einer entsprechenden API zur Anbindung dieser Stores. Bis zur SPS 2024 ist das Ziel, mindestens eine Deployment-Plattform mit mindestens einem App Store zu verbinden.
Die OI4 widmet sich ja schon länger der App-Store-Thematik. Die Taktzahl – so wirkt es – ist allerdings nicht sehr hoch?
In einer vorwettbewerblichen Community wie der OI4 unterscheidet sich die Taktzahl von einer wettbewerblichen Organisation. Die Geschwindigkeit ist abhängig von der freiwilligen Mitarbeit und der Anzahl der unterstützenden Firmen und Experten. Aber: Speziell was die App-Store-Thematik betrifft, ist der Output auf einem zufriedenstellenden Level. Was wir noch intensivieren müssen, ist die Kommunikation nach außen. Neben den tollen Fortschritten der App-Store-Thematik steht die OI4 aber zugegebenermaßen vor Herausforderungen, was den Output in anderen Bereichen betrifft. Deshalb haben wir eine strategische Neuausrichtung verkündet.
Was beinhaltet die Neuausrichtung?
Die Ausrichtung hat sich in der Form geändert, dass auch Kunden und Partner der Open Industry 4.0 Alliance als Teil der Community mit eingebunden werden können. Neben der Mitgliedschaft gibt es nun auch die Möglichkeit, Fördermitglied oder Projektpartner. So wollen wir alle im Eco-System beteiligten Personen und Institutionen aktiv integrieren.
Hannover Messe: Halle 15, Stand E40









