SPS 2025

Melanie Steinbeck,

Endress+Hauser über Digitalisierung, Effizienz und Dekarbonisierung in der Industrie

Die diesjährige SPS dreht sich erneut um die Frage, wie Effizienz, Digitalisierung und Dekarbonisierung in der industriellen Praxis zusammenwirken können. Für Unternehmen wie Endress+Hauser ist diese Verbindung bereits fester Bestandteil der technologischen Strategie. Markus Ketterer, Head of Department Sales Marketing Communication bei Endress+Hauser Deutschland, erläutert, welche Entwicklungen das Unternehmen prägen, welche Herausforderungen die Branche bewegen und warum die SPS auch 2025 ein besonderer Treffpunkt für den fachlichen Austausch bleibt.

Markus Ketterer, Head of Department Sales Marketing Communication bei Endress+Hauser Deutschland. © Endress+Hauser

Welche Technologien stehen bei Ihnen im Mittelpunkt?

Schaut man auf unsere technologische Ausrichtung, dann dreht sich vieles um Lösungen, die Komplexität reduzieren und Transparenz schaffen. Dazu zählen digitale Plattformen wie unser IIoT-Ökosystem Netilion, das aus Daten fundierte Entscheidungen ermöglicht, sowie unsere Heartbeat Technology, die den Zustand der Geräte permanent überwacht und zuverlässig dokumentiert, ganz ohne Eingriff in den laufenden Betrieb. Diese Technologien machen Digitalisierung im Alltag greifbar und bilden die Basis für effiziente und stabile Prozesse.

Gleichzeitig zeigen wir auch Lösungen für mehr Nachhaltigkeit: Messtechnik für Carbon Capture, Utilization and Storage, Anwendungen rund um Wasserstoff und unsere Power+Energy-Lösungen, die Energieverbräuche in Anlagen sichtbar und damit reduzierbar machen. Kurz gesagt: Wir bringen Digitalisierung und Dekarbonisierung zusammen mit Technologien, die die Prozesse im Betrieb sofort spürbar optimieren.

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Welcher Branchentrend hat für Ihr Unternehmen derzeit die größte Relevanz?

Kaum ein Thema prägt unsere Branche derzeit so stark wie Nachhaltigkeit, besonders im Hinblick auf die Dekarbonisierung. Die Branche sucht nach Lösungen, die Effizienzsteigerungen und Klimaschutz nicht getrennt betrachten, sondern beides gleichzeitig ermöglichen. Dieser Anspruch verändert ganze Wertschöpfungsketten und prägt maßgeblich, wie wir unsere Technologien weiterentwickeln.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für Ihre Branche in den nächsten zwei bis drei Jahren?
Eine zentrale Herausforderung wird sein, den industriellen Standort Deutschland trotz hoher Kosten und globalem Wettbewerbsdruck stark zu halten. Viele unserer Kunden stehen unter enormem ökonomischem Druck, gleichzeitig bleibt Deutschland für die Branche ein Kernmarkt mit hoher technologischer Kompetenz, international führenden Unternehmen und großem Innovationspotenzial. Die Aufgabe wird darin bestehen, diesen Pioniergeist zu bewahren und gleichzeitig die Transformation zu meistern: also modernisieren, investieren und neue Technologien in bestehende Anlagenstrukturen integrieren.

Was müsste sich aus Ihrer Sicht politisch oder gesellschaftlich ändern, damit die Branche wieder stärker wachsen kann?

Aus unserer Sicht braucht es vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, damit Unternehmen wieder mutiger investieren können. Viele unserer Kunden spüren die Unsicherheiten, sei es bei Energiepreisen, regulatorischen Vorgaben oder langfristigen industriepolitischen Entscheidungen. Planungssicherheit ist hier der entscheidende Faktor. Gleichzeitig wäre es wichtig, den industriellen Wandel gesellschaftlich positiv zu begleiten. Deutschland hat enormes Know-how und starke Kompetenzzentren – diesen Innovationsgeist zu fördern, statt ihn durch Bürokratie auszubremsen, wäre ein wichtiger Schritt.

Und ganz persönlich: Was ist für Sie das Highlight an der SPS 2025?

Das Highlight in diesem Jahr ist das IIoT Community Event am ersten Messetag ab 16 Uhr an unserem Messestand in Halle 7A. Die Community der IoT Use Case Plattform lädt dort zum offenen Austausch ein. Praktiker, Technologieexperten und Anwender kommen zusammen, um konkrete Use Cases zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für die digitale Prozessautomatisierung zu setzen. Dieses Format führt die entscheidenden Akteure an einem Ort zusammen und schafft Raum für echte Vernetzung.

Herzlichen Dank für das Interview.

Die Fragen stellte Melanie Steinbeck

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