Fachmesse für Umwelttechnik in Leipzig
Terratec zeigt Lösungen in Zeiten des Klimawandels
Die Auswirkungen des Klimawandels sind mittlerweile auch in Deutschland vielerorts spürbar. Insbesondere Starkregenereignisse und Hochwasser stellen inzwischen ein häufiges Phänomen dar. Die Fachmesse TerraTec, die vom 27. bis 29. Januar 2015 in Leipzig statt findet, stellt daher Technik und Dienstleistungen für diese Anwendungsbereiche stärker in den Fokus.
Eines der drei Leitthemen der TerraTec 2015 lautet deshalb „Regionale Anpassung an den Klimawandel“. Der Schwerpunkt liegt auf Prognosen, Modellierungen, Risikovorsorge und praktischen Lösungen für extreme Wetterereignisse. Unternehmen und Institutionen stellen ihre technischen Lösungen und Dienstleistungen für die Bereiche Hochwasserschutz/-vorsorge sowie Naturkatastrophen und Klimaanpassung vor. Der Ausstellungsbereich Klimawandel wird durch interessante Fachveranstaltungen und Diskussionsrunden zum regionalen Klimawandel, zu Klimafolgen und Anpassungsoptionen ergänzt.
Als Aussteller und im Fachprogramm beteiligen sich unter anderem das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und die Stadt Leipzig (Amt für Umweltschutz). Am Stand des Helmholtz-Institutes für Umweltforschung UFZ ist auch das Mitteldeutsche Klimabüro vertreten. Höhepunkte im Fachprogramm sind beispielsweise der Vortragsblock „Regionale Anpassung an den Klimawandel“ und das halbtägige Seminar „Gebäudeertüchtigung im Klimawandel“ des Instituts für Baukonstruktion der Technischen Universität Dresden.
Vielfältiges Angebot rund um den Schutz vor extremen Wettereignissen
Das SMUL präsentiert auf seinem Stand eine Ausstellung über Hochwasserschutz am Beispiel der Talsperre Bautzen. Mit umfangreichen Informationen zu Planung, Bau und Überwachung sowie zu Aspekten wie Naturschutz liefert die Ausstellung detaillierte Hintergründe zur Vorgehensweise und Realisierung von Hochwasserschutzprojekten. Darüber hinaus veranstaltet das Ministerium am 28. Januar 2015 ein Fachgespräch zum Thema „Schutz vor Bodenerosion und wild abfließendem Wasser in ackerbaulich geprägten Einzugsgebieten“. Wild abfließendes Wasser und Bodenerosion führen in Sachsen zu erheblichen Schäden in der Landwirtschaft sowie im Verkehrs- und Siedlungsbereich. Die Zunahme von Starkregenereignissen in den letzten beiden Jahrzehnten hat die Situation verschärft. In dem Fachgespräch werden die Ursachen für das Entstehen von wild abfließendem Wasser und Bodenerosion sowie wirksame und praktikable Gegenmaßnahmen, Hilfsmittel und Umsetzungsinstrumente zur Problemlösung vorgestellt und diskutiert. Dazu zählen beispielsweise ackerbauliche und landschaftsgestaltende Maßnahmen, die Flurbereinigung und Kombinationen verschiedener Ansätze. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Landwirte und ihre berufsständischen Vertreter sowie die Kommunen und Landkreise als die wichtigsten Akteure bei der Abstimmung und Umsetzung wirksamer Gegenmaßnahmen vor Ort.
Am Stand des Amtes für Umweltschutz der Stadt Leipzig wird ein Profilmesswagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) stehen, wie er in Leipzig bei der Erforschung des Stadtklimas zum Einsatz kommt. Dabei erfassen die Fachleute die Ausprägung lokalklimatischer Besonderheiten wie die Struktur und Intensität der städtischen Wärmeinsel. Mit Hilfe der Auswertung des Profilmesswagens und kontinuierlicher Datenerhebungen in einem meteorologischen Sondermessnetz über die Laufzeit von einem Jahr können notwendige Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Schutz von wetterbedingten Extremsituationen abgeleitet werden. Am ersten und am letzten Messetag steht Besuchern ein Mitarbeiter des DWD zur Verfügung, der praktische Einblicke in die Funktionsweise des Messwagens gibt.
Herausforderungen und Lösungswege in Zeiten des Klimawandels
Ein Vortragsblock am 27. Januar 2015 im Innovationsforum Umwelt und Energie zeigt in mehreren Vorträgen Aufgabenstellungen und Lösungswege auf, mit denen sich die Herausforderungen des Klimawandels meistern lassen.
Den Auftakt bildet der Vortrag „Klimawandel in (Mittel-)Deutschland – Herausforderungen und Anpassung“ von Dr. Andreas Marx vom Mitteldeutschen Klimabüro am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Im Anschluss widmet sich Clemens Haße vom Umweltbundesamt - Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass) der „Anpassung an die Folgen des Klimawandels von der nationalen Strategie zur lokalen Praxis“. Danach folgt ein Beitrag von Alfred Olfert vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR). Unter dem Titel „Risiken und Chancen des Klimawandels – Anpassungsoptionen mit Beispielen aus der Region Dresden“ zeigt er anhand konkreter Fälle, wie aktuelle Probleme bewältigt werden können.
Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig legt in ihrem Beitrag mit anschließender Diskussion den Fokus auf „Auswirkungen des Klimawandels auf die Stadtentwässerung“. Schwerpunkte sind die Möglichkeiten der Ermittlung von Gefährdungsschwerpunkten wie Starkregen und urbanen Sturzfluten, die Auswirkungen sich ändernder Niederschläge auf den hydraulischen Nachweis und die Entlastungsaktivität von Kanalnetzen sowie die Analyse von Starkregenereignissen im urbanen Raum.
Abgeschlossen wird die Veranstaltung mit einem Vortragsblock der Akademie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt mit dem Titel „Arbeiten, Wohnen und Leben im Klimawandel – Energieeffizient und nachhaltig bauen für Wohnhäuser, Gewerbe und Industrie“. Stefan Vetter von der Sächsischen Energieagentur (SAENA) spricht über „Zukunftsfähige Gebäudekonzepte im Wohn- und Gewerberaum“ und René Klotzsch von Energiekonzepte und Immobilien Klotzsch (EIK) über „Praktische Beispiele für Potenziale zur Energieeinsparung – Grenzen und Rentabilität“.
Planerseminar rückt Anforderungen an Gebäude in den Fokus
Das Institut für Baukonstruktion der Technischen Universität Dresden veranstaltet das Halbtagesseminar „Gebäudeertüchtigung im Klimawandel“, das sich vor allem an Architekten, Ingenieure, Behördenvertreter, Unternehmen aus der Bauwirtschaft sowie Denkmalpfleger aus Planungsbüros richtet. In einem Einführungsvortrag schildert Professor Bernhard Weller die vier wichtigsten gebäuderelevanten Einwirkungsgrößen des Klimawandels: Sommerhitze, Überflutung, Starkregen und Hagel. Anschließend widmen sich vier Einzelvorträge diesen Punkten im Detail. Im Fokus stehen die in den letzten Jahrzehnten beobachteten Veränderungen der Einwirkungsgrößen, Klimaprojektionen, aktuelle Regelwerke und detaillierte baukonstruktive Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. In einem Abschlussvortrag erläutert Professor Weller baukonstruktive und baurechtliche Fragestellungen der Gebäudeintegration von Photovoltaik. Die dezentrale Erzeugung regenerativer Energien an Gebäuden spielt im Rahmen des Klimaschutzes eine wesentliche Rolle und wird durch die Richtlinie 2010/31/EU, die bis 2020 für Neubauten den Niedrigstenergiegebäude-Standard fordert, weiter an Bedeutung gewinnen. Seminarteilnehmer erhalten begleitend zur Veranstaltung die Publikation „Gebäudeertüchtigung im Detail für den Klimawandel“.
Mit diesem reichhaltigen Angebot zur Anpassung an den Klimawandel ist die TerraTec die optimale Informationsplattform für Besucher aus Industrie, Kommunen und Behörden, Forschung sowie Ingenieur- und Planungsbüros. Als weitere Leitthemen spielen Abfall/Recycling/Wertstoffe und Wasserversorgung/Abwasserentsorgung eine zentrale Rolle auf der Umweltfachmesse. Der enge Verbund mit der enertec – Internationale Fachmesse für Energieerzeugung, Energieverteilung und -speicherung spiegelt die komplexen Zusammenhänge zwischen den Bereichen Umwelt und Energie wider. Das hohe fachliche Niveau der Besucher gilt als ein Qualitätsmerkmal des Verbundes.
Über TerraTec und enertec
TerraTec und enertec bilden vom 27. bis 29. Januar 2015 auf dem Leipziger Messegelände einen einzigartigen Messeverbund für die Energie- und Umweltbranche. Die TerraTec ist 2015 die einzige internationale Fachmesse in Deutschland für alle Aspekte der Umwelttechnik und -dienstleistungen. Schwerpunkte der TerraTec sind zukunftsfähige Lösungen für die Wasser-, Rohstoff- und Kreislaufwirtschaft und relevante Aspekte für Anpassungen an den Klimawandel. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Wirtschaftlichkeit sowie Ressourcen- und Energieeffizienz. Die enertec stellt die neuesten Technologien sowie innovative Dienstleistungen für eine effiziente und zukunftsfähige Energieinfrastruktur dar. Schwerpunkt 2015 mit Blick auf Ressourcen- und Energieeffizienz ist die dezentrale Energieerzeugung – auch im Zusammenspiel mit modernen zentralen Lösungen. Mit der internationalen Ausrichtung von TerraTec und enertec auf Mittel-, Ost-, Südosteuropa sowie die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten ist der Messeverbund Drehscheibe für den Erfahrungsaustausch und Geschäfte zwischen West- und Osteuropa. kf










