Meinung
Und tschüs...
...um eine geläufige Grußformel des Multitalents und Briefeschreibers Harry Rowohlt aufzunehmen: Wenn Sie diese Zeilen lesen, halte ich bereits einen Rentnerausweis in den Händen. Zeit also für eine Bilanz nach fast vierzig Jahren Fachjournalismus und Begleiter des Maschinenbaus? Dafür fehlt hier der Platz. Da müssen wenige Zeilen genügen. Was ist also zuvorderst geblieben?
Nun, ich hatte das Vergnügen, viele beeindruckende Persönlichkeiten kennenzulernen. Unternehmer, Charismatiker, Techniker: Menschen, die einer Idee, einem Gespür auch dann unverdrossen nachhingen, wenn die Unternehmensführung oder der Markt zu dieser Zeit anderes forderte. Es sind sicherlich die Menschen, die stärker in der Erinnerung bleiben als die technischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte. Letztendlich sind Menschen wichtiger.
Nichtsdestotrotz: Der Takt der Technik hat in einem schwer beschreibbaren Tempo zugelegt. Blickt man auf die Mitte der 1970er-Jahre zurück, reibt man sich angesichts der Gemächlichkeit der Republik und der Wirtschaft ungläubig die Augen. Aus den frühen Massenkonsummärkten mit Standardprodukten sind volatile Märkte geworden. Die Stückzahl 1 rückt in der Produktion näher und damit steigt die Zahl der Varianten unkalkulierbar.
Gleichzeitig ist der Produktlebenszyklus immer kürzer geworden. Das setzt wandlungsfähige Produktionen voraus. Und damit wird die Digitalisierung der Fabrik auf Dauer unabdingbar, auch wenn sich diese Überzeugung nur langsam durchsetzt.
Der Blick zurück zeigt in vielen Maschinen die Königswelle als das bestimmende Element. Der Weg zur digitalen Steuerung von heute war ein weiter. Sicher. Aber einer in kleinen Schritten, evolutionär eben, wie Technikgeneseforscher feststellen. Der Fortschritt ist eine Schnecke, sagt treffend das Volk. Hier ist der Anwender das ausschlaggebende Moment, weil er sich vom Innovationstempo schnell überfordert fühlt. Die zögerliche Umsetzung der Entwicklung war schon immer ein Hemmschuh des Fortschritts. Aber, ist das schlecht? Das gibt doch auch die Gelegenheit, mit etwas mehr Gelassenheit Menschen und Mitarbeiter mitzunehmen. Das scheint mir wichtig für die Zukunft – und ist in der Vergangenheit oftmals etwas kurz gekommen.
Ich grüße Sie ein letztes Mal von dieser Stelle.
Herzlichst
Ihr
Bernd Waßmann
PS: Verlag und Redaktion senden von dieser Stelle traditionell und gerne die besten Wünsche für die bevorstehenden Feiertage und das Jahr 2017, so auch in diesem Jahr. Also: Machen Sie’s gut.









