Meinung
Mangelwirtschaft und Arbeitskräfteabbau
Topfstricker, Gleisstopfer, Weichensteller oder Schrankenwärter haben etwas gemeinsam: Sie gehören zur Spezies der (nahezu) ausgestorbenen Berufe. Die Fortschritte in der Technologie bringen es mit sich, dass die eine oder andere Profession an Bedeutung verliert oder verschwindet. An manche können wir uns kaum noch erinnern.
In Erinnerung vom diesjährigen Weltwirtschaftsforum Davos bleiben nicht Fortschritte in der einen oder anderen globalen Krise. Eine Zahl blieb haften: Sieben Millionen Arbeitsplätze brechen bis 2020 aufgrund von Robotik, 3D-Druck, künstlicher Intelligenz und anderer frischer Schlüsseltechnologien weg. Dem stehen nur zwei Millionen neu geschaffene Jobs gegenüber. Gefährdet sind die Arbeitnehmer mit „weißem Kragen“, Bürojobs vulgo. Betroffen sind stärker Frauen, was unter anderem auch an der schwächeren Orientierung hin zu den MINT-Fächern läge.
Das Jahr 2020 ist bereits in Sichtweite, und heute klagt die Wirtschaft über Mangel an Arbeitskräften. Die monatlichen Arbeitslosenzahlen sind noch sehr positiv anzusehen, und die Bundesagentur für Arbeit vermutet in den bald wieder steigenden Zahlen eher noch nicht in Jobs vermittelte Flüchtlinge und Asylanten.
Der Massenjobverlust ist deswegen durchaus heftig angezweifelt worden und wird nach Ansicht anderer Experten auch nicht so massiv und so schnell eintreten. Das Tröstliche: Permanent gebiert die menschliche Kreativität neue Geschäftsideen, die auch neue Arbeitsplätze bringen. Der Wiederaufstieg der Logistik durch den E-Commerce ist ein lebendiger Beweis.
Herzlichst
Ihr
Bernd Waßmann
Stellv. Chefredakteur









