Siemens 3. Quartal 2020

Andrea Gillhuber,

Software-Geschäft sorgt für positiven Trend

Besser abgeschnitten als erwartet hat Siemens das 3. Quartal 2020. Der Grund liegt in einem höheren Ergebnisbeitrag aus der Sparte Digital Industries.

Siemens hat das 3. Quartal 2020 besser beendet als von vielen erwartet. © Siemens

In den vergangenen Tagen war sich die Finanzpresse ziemlich einig: Man erwartete bei Siemens schlechte Quartalszahlen. Doch die sind nun doch besser als erwartet. Geschuldet ist das dem doch ganz guten Ergebnis der Sparte Digital Industries: Das bereinigte operative Ergebnis der Industriegeschäfte (EBITA) legte um 8 % auf knapp 1,8. Mrd. Euro zu. Dazu trug ein positiver Effekt bei Digital Industries in Höhe von 211 Millionen Euro bei, der die Marge mit 1,7 Prozentpunkten beeinflusste, so das Unternehmen in seiner Pressemitteilung am 6. August. Gemeint ist mit dem „positiven Effekt“ eine Neubewertung des Anteils an der Beteiligung an Bentley Systems.

Dennoch ist das Ergebnis im Ganzen beeinflusst von den negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie.

Starkes Software-Geschäft

Aber nun von Anfang: Der Umsatz ging des Konzerns ging um 5 % auf 13,491 Mrd. Euro zurück, der Gewinn nach Steuern sank um 53,3 % auf 535 Mio. Euro. In Summe lag das angepasste EBITA in den Industriellen Geschäften – also dem Kern der künftigen Siemens AG mit Digital Industries, Smart Infrastructure, Siemens Mobility und Siemens Healthineers – bei 1,8 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahr. Dieser Anstieg ist zum einen der starken Entwicklung bei Digital Industries, konkret beim Software-Geschäft, zuzurechnen. Zudem gab es eine leichte Zunahme der Umsatzerlöse bei Mobility, dem gegenüber stehen jedoch Rückgänge in den drei anderen industriellen Geschäften.

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Der Auftragseingang ist mit 14,402 Mrd. Euro ebenfalls rückläufig (-7 %) und konnte selbst durch ein gestiegenes Volumen aus Großaufträgen nicht ins positive gerückt werden. Als für den Rückgang im Auftragseingang verantwortlich nannte Siemens die durch die Coronavirus-Pandemie bedingte schwäre Nachfrage bei Siemens Healthineers und Smart Infrastructure.

Der Free Cash Flow konnte auf Konzernebene gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Mrd. Euro auf 2,5 Mrd. Euro gesteigert werden. Dabei trugen sämtliche Einheiten, allen voran jedoch Siemens Mobility, zu dieser deutlichen Verbesserung bei. In den „nicht fortgeführten Aktivitäten“ wurde ein positiver Free Cash Flow von 433 Millionen Euro (Q3 2019: minus 287 Millionen Euro) erreicht. Ausschlaggebend hierfür waren eine Reihe von Maßnahmen im Asset Management bei Siemens Energy.

Die Sparten im Detail

Der Rückgang im Auftragseingang der Sparte Digital Industries konnte trotz Covid-19-Effekte durch das Geschäft in China und größere Vertragsabschlüsse im Softwaregeschäft abgefedert werden. Der Umsatz im Automatisierungsgeschäft ging deutlich zurück. Kosteneinsparungen und ein deutlich höherer Umsatz im Software-Geschäft führten dennoch zu einem Anstieg des Ergebnisses.

Smart Infrastructure muss Einbußen im Auftragseingang hinnehmen. Zudem schlug sich der niedrigere Umsatz im margenstarken Produkt-Geschäft, im Ergebnis und der Profitabilität des Quartals nieder.

Siemens Mobility entwickelte sich positiv: Auftragseingang und Umsatz steigen. Zahlreiche neue Großaufträge in unterschiedlichen Geschäftsbereichen der Einheit führten zu einem Anstieg des Auftragseingangs, allen voran der Auftrag der Deutschen Bahn in Höhe von 1,1 Mrd. Euro: Ab 2022 werden 30 neue Hochgeschwindigkeitszüge von Siemens die DB-Fernverkehrsflotte verstärken. Ebenso stieg der Umsatz im Quartal primär getrieben durch Wachstum im Zuggeschäft. Die nicht zufriedenstellende Ergebnislage im 3. Quartal wird sich im 4. Quartal wieder verbessern und im Zielkorridor liegen.

Auf einen Ausblick sowie ein Einschätzung des weiteren Geschäftsjahres verzichtet Siemens aufgrund der nicht einschätzbaren Situation durch das Coronavirus.

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