Rittal und Eplan auf der Hannover Messe

Melanie Steinbeck,

Mehr Tempo und Skalierung durch integrierte Lösungen

Rittal und Eplan zeigen auf der Hannover Messe 2026, wie integrierte Software-, Hardware- und Automatisierungslösungen Geschwindigkeit, Datendurchgängigkeit und Skalierung in der Industrie fördern – von Engineering über Fertigung bis IT-Infrastruktur.

© Rittal

Die Industrie steht unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Um ihre Marktposition zu sichern, müssen Unternehmen Entwicklungszeiten verkürzen, Produktionskosten senken und gleichzeitig Produkte mit höherem Mehrwert realisieren. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Zusammenspiel von Software, Hardware und Automatisierung. Wie sich aus dieser Kombination Tempo- und Skalierungseffekte auch für kleinere Unternehmen erzielen lassen, demonstrieren Rittal und Eplan im Rahmen der Hannover Messe. Vorgestellt werden Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Engineering über Sourcing und Systemtechnik bis hin zu Automatisierung und Service.

„In der Industrie wird Geschwindigkeit zur entscheidenden Währung. Wer nicht Schritt hält, verliert im Wettbewerb“, sagt Uwe Scharf, Geschäftsführer Vertrieb Deutschland und Europa bei Rittal. „Software, Hardware und Automatisierung müssen als integriertes System funktionieren. Dieses Zusammenspiel schafft das Tempo und die Skalierbarkeit, die Unternehmen brauchen, um schneller zu planen, zu produzieren und ihre Anwendungen effizienter zu betreiben.“

Datendurchgängigkeit als Basis beschleunigter Prozesse

Der Ausgangspunkt für effizientere Industrieprozesse liegt im Engineering. Hier entstehen die Daten, die sämtliche nachgelagerten Prozesse wie Planung, Beschaffung, Fertigung und Betrieb steuern. Entscheidend ist die Qualität dieser Daten: Je strukturierter und konsistenter sie vorliegen, desto besser lassen sich Prozesse automatisieren und beschleunigen.

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„Die Chancen von Automatisierung und AI können nur genutzt werden, wenn die Datenbasis stimmt“, sagt Sebastian Seitz, Geschäftsführer von Eplan. „Gut aufbereitete Engineering-Daten werden zur strategischen Ressource der Industrie.“

Vor diesem Hintergrund zeigt Eplan, wie sich Engineering-Prozesse vereinfachen und gleichzeitig eine durchgängige Datenbasis schaffen lassen. Eine Weiterentwicklung der Software hat zu einer Verschlankung des Produktportfolios geführt und richtet sich stärker an den typischen Arbeitsabläufen der Anwender aus. Dadurch lassen sich unterschiedliche Engineering-Disziplinen besser integrieren und bilden die Grundlage für einen digitalen Zwilling als zentrale Datenquelle.

Auf Basis dieser Datendurchgängigkeit eröffnen sich neue Perspektiven entlang der gesamten Wertschöpfungskette. So ermöglicht Eplan Smart Sourcing bereits im Engineering Transparenz hinsichtlich Verfügbarkeit und Lieferzeiten von Komponenten. Konstrukteure können frühzeitig erkennen, ob benötigte Bauteile rechtzeitig verfügbar sind oder ob Alternativen berücksichtigt werden müssen. Abstimmungsprozesse mit Einkauf oder Lieferanten lassen sich dadurch deutlich reduzieren.

Auch im Änderungsmanagement von Komponenten ergeben sich Verbesserungen. Mit Product Change Notification (PCN) werden Informationen über Änderungen an Bauteilen strukturiert übermittelt. Die Software empfängt diese Daten über die Asset Administration Shell und aktualisiert automatisch das Data Portal. Anwender erhalten so frühzeitig Hinweise auf Abkündigungen, technische Änderungen oder Updates und können diese direkt im Engineering berücksichtigen.

Automatisierte Fertigung auf Basis strukturierter Daten

Strukturierte Engineering-Daten bilden zugleich die Grundlage für automatisierte Fertigungsprozesse. Rittal zeigt, wie sich diese Datenbasis unmittelbar in effizientere und stabilere Produktionsabläufe im Anlagenbau überführen lässt.

Ein Beispiel dafür ist die neue Generation von Drahtkonfektionierungslösungen. Mit der Wire Terminal WT L Serie wird eine kompakte und wirtschaftlich ausgerichtete Lösung vorgestellt, die insbesondere kleineren Steuerungsbauern den Einstieg in die Automatisierung erleichtert. Ziel ist es, die Zugangshürden für automatisierte Prozesse zu senken und diese Technologien einer breiteren Anwendergruppe zugänglich zu machen.

Neue Anforderungen an IT-Infrastruktur durch AI

Parallel dazu gewinnt das Thema IT-Infrastruktur an Bedeutung. Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz und High Performance Computing führt zu einer steigenden Leistungsdichte in Rechenzentren. Damit gehen neue Anforderungen an Energieversorgung und Kühlung einher.

Rittal präsentiert hierfür Infrastrukturkonzepte, die auf eine stärkere Integration der Stromverteilung in unmittelbarer Nähe zu den IT-Systemen setzen. Modulare Versorgungsansätze ermöglichen eine flexible Skalierung direkt im sogenannten White Space von Rechenzentren, auch unter Einsatz von Gleichstrom. Plattformen für die Stromverteilung bilden dabei die technologische Grundlage für entsprechende Architekturen.

Ein Beispiel sind Sidecar-Konzepte, bei denen Leistungselektronik in separaten Power-Racks neben den Server-Racks installiert wird. Diese ermöglichen eine standardisierte und skalierbare Stromversorgung für hochverdichtete IT-Infrastrukturen.

Mit steigender Leistungsdichte rückt auch die Kühlung stärker in den Fokus. Luftbasierte Systeme stoßen zunehmend an physikalische Grenzen, weshalb alternative Konzepte erforderlich werden. Dazu zählt insbesondere die direkte Flüssigkeitskühlung von Chips. Entsprechende Lösungen eröffnen zudem Potenziale zur Wärmerückgewinnung und leisten damit einen Beitrag zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks.

Anpassung an regulatorische Anforderungen

Neben technologischen Entwicklungen spielen regulatorische Rahmenbedingungen eine zunehmend wichtige Rolle. So treten ab 2027 in der Europäischen Union strengere Vorgaben für Kältemittel in Kühlgeräten und Chillern in Kraft. Hersteller sind gefordert, ihre Systeme frühzeitig entsprechend auszulegen.

Vorgestellt wird ein Portfolio an Kühlgeräten und Chiller-Lösungen, das auf diese Anforderungen ausgerichtet ist und eine langfristig regelkonforme Nutzung ermöglicht. Gleichzeitig adressieren die Lösungen auch Anwendungen in der Industrie sowie im Outdoor-Bereich, etwa im Kontext von Batteriespeichersystemen.

Ganzheitlicher Ansatz für die digitale Industrie

Die vorgestellten Lösungen verdeutlichen den Ansatz, Software, Hardware und Automatisierung als integriertes Gesamtsystem zu betrachten. Durchgängige Daten im Engineering, automatisierte Fertigungsprozesse und leistungsfähige Infrastrukturen bilden dabei die Grundlage für eine funktionierende digitale Wertschöpfung.

Auf dieser Basis lassen sich Prozesse beschleunigen, Skalierungseffekte realisieren und neue Anwendungen effizient betreiben. Ziel ist es, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig die Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft zu erfüllen.

Hannover Messe 2026, Halle 27, Stand D50

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